<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Äderchen und Striemen Sentenzen Aphorismen Invektiven</title>
	<atom:link href="http://www.luxautumnalis.de/tag/aederchen-und-striemen-sentenzen-aphorismen-invektiven/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.luxautumnalis.de</link>
	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
	<lastBuildDate>Fri, 08 May 2026 22:08:33 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=3.9.40</generator>
	<item>
		<title>Äderchen und Striemen</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/striemen/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/striemen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 11:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Äderchen und Striemen Sentenzen Aphorismen Invektiven]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://luxautumnalis.wordpress.com/?p=790</guid>
		<description><![CDATA[<p>In Gelehrsamkeit würdig erstickt. Ein Banause steigt auf den Thron und brüstet sich mit der Schlichtheit seiner Insignien und der Tölpelhaftigkeit seines Gebarens. Das Hässliche hassen, lieben, was liebenswert. Der Edle beugt sich vor dem Edlen, der Gemeine steigt ihm auf die Füße. Eben noch johlten sie in den Gassen, warfen Steinchen ans Fenster des [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/striemen/">Äderchen und Striemen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Gelehrsamkeit würdig erstickt.</p>
<p>Ein Banause steigt auf den Thron und brüstet sich mit der Schlichtheit seiner Insignien und der Tölpelhaftigkeit seines Gebarens.</p>
<p>Das Hässliche hassen, lieben, was liebenswert.</p>
<p>Der Edle beugt sich vor dem Edlen, der Gemeine steigt ihm auf die Füße.</p>
<p>Eben noch johlten sie in den Gassen, warfen Steinchen ans Fenster des Idioten, quälten die Katze des krummen Küsters. Jetzt schau dich um: Sie gehen an Stöcken, fahren ihren zittrigen Arm durch die Luft, glotzen mit triefender Nase hohem Weiberhintern nach.</p>
<p>Der letzte Band von Proust lag neben dem Krankenbett. Noch sterbend pochte er auf seine Bildung.</p>
<p>Als könnte dadurch, dass man sie täglich durch alle Medien jagt, die Wiederholung alter Verbrechen verhindert werden.</p>
<p>Wenn du einen liebst, schließt du alle anderen aus. Jenseits der Aureole des Einzigen verschwimmen alle anderen zu einer gleichgültigen Masse.</p>
<p>In der Aristokratie gelangt der Dumme aus genealogischen Gründen an die Macht. In der Demokratie gibt einfach die Mehrheit den Ausschlag, also die Dummheit an sich.</p>
<p>Sie lügen, indem sie ihre Meinung ehrlich kundtun.</p>
<p>Die sich verloren fühlen, sind liebenswürdig, weil sie unbewusst am Ideal hängen, am Göttlichen.</p>
<p>Hippokrene. Die Quellen der Dichtung sind wirkliche Quellen.</p>
<p>Die Persönlichkeit des Mannes steigt auf und ab zwischen Testikeln und Bizeps. Es braucht den Infarkt, um der Mitte des Herzens zu gedenken.</p>
<p>Urzeit und Märchen sind im Haar der Frau vermählt.</p>
<p>Sie haben keine Zukunft, weil sie nicht zeugen. Sie zeugen nicht, weil sie keine Zukunft haben.</p>
<p>Es ist wie das Wehen des Haars, wenn sich insektenzart ein Schimmer darin verfängt. Es ist wie der Klang aus lebendig erwachtem Holze, dir zugeeignet seit ehedem, der dich über die Zinnen der Zeit hinwegreißt.</p>
<p>Dichtern verbirgt sich die Wahrheit gleich neckischem Mädel hinter dem Dickicht der Metapher. Ab und an blitzen zwei blaue Augen hindurch.</p>
<p>Der Menschheit für Zeiten tiefen Hungers lange entwöhnt, kehrt der Prophet an den Strand zurück. Welche Zeichen malt sein Finger als erste in den Sand?</p>
<p>Plötzlich wie nach dem Regen die offen atmende Klarheit über Gras, Vieh und Mensch. Alles ist an seinem Platz, alles steht fest, versonnen gehst du deinen Pfad.</p>
<p>Manchen schmilzt die Erinnerung dahin wie ein süßer Bonbon im Mund. Manchen wandert sie wie ein inoperabler Granatsplitter durch Kopf und Sinn.</p>
<p>Die Art des Sterbens entspricht dem innersten Wesen und Geheimnis des lebenden Menschen. Manche fallen herab wie Marionetten, denen die Fäden durchschnitten werden. Manche schreien sich tagelang fest ins Dableibenwollen. Manche veratmen und enthauchen wie warmer Dunst, der nach schwerem Ritt von der Kruppe des Pferdes aufsteigt.</p>
<p>Wenn nicht ein einziger Buchstabe, ein Tüttelchen göttlicher Sprache und göttlichen Sinns eingesenkt sind in die Leere der Welt; wenn nicht eine einzige Träne eines der Cherubim in die Falten des Seins gerollt ist, sind alle die tausend Buchstaben der heiligen Bücher eitel und abermals eitel.</p>
<p>Wer Gerechtigkeit will, muss Ungleichheit wollen.</p>
<p>Die Hässlichen im metaphysischen Sinne rächen sich mit dem Gift des Schuldgefühls, das sie den von der Natur Begnadeten einflößen.</p>
<p>Sie schleichen bescheiden einher und verhüllen notdürftig ihre Seelen-Skrofeln mit einem moralischen Mäntelchen.</p>
<p>Demut ist eine zweischneidige Tugend: Den Hochgesinnten macht sie frei, den Niedriggesinnten macht sie befangen.</p>
<p>Die Erfahrung schluckt am Ende die moralische Quintessenz: Alles taucht ins Zwielicht zurück.</p>
<p>Der verschnupfte Kleine klagt, er könne den Duft der Blume nicht gewahren. Der verschnupfte Große freut ich an ihrem Wuchs und teilt die Freude mit dem ersten Besten.</p>
<p>Die Zwerge hauen den Lilien, die sie überragen, die Köpfe ab. Vernichtung der Schönheit im Namen der Gleichheit.</p>
<p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/striemen/">Äderchen und Striemen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.luxautumnalis.de/striemen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
