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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Am Ofen Gedichte über Koblenz Koblenz-Metternich und die Eifel</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Am Ofen</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Nov 2017 17:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Am Ofen Gedichte über Koblenz Koblenz-Metternich und die Eifel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Flamme, die bläulich-rot aufzuckte, die gußeiserne, kreisrunde Abdeckung mußtest du mit dem Schürhaken im kleinen Loch fest greifen und mit einem Ruck beiseiteschieben, scheppernd und klirrend eierte sie auf der glänzenden Ofenplatte, die du bei halber Nacht geschmirgelt hattest, dann in das Gähnen der versiegten Glut Scheite, gut gehauene, stürzen, feurige Splitter und Funken sprühten [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/ofen/">Am Ofen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Flamme, die bläulich-rot aufzuckte,<br />
die gußeiserne, kreisrunde Abdeckung<br />
mußtest du mit dem Schürhaken im kleinen Loch<br />
fest greifen und mit einem Ruck beiseiteschieben,<br />
scheppernd und klirrend eierte sie<br />
auf der glänzenden Ofenplatte,<br />
die du bei halber Nacht geschmirgelt hattest,<br />
dann in das Gähnen der versiegten Glut<br />
Scheite, gut gehauene, stürzen,<br />
feurige Splitter und Funken sprühten auf.</p>
<p>Dämmerte es, wanderte das Flackern<br />
aus den Fugen und Ritzen zur Decke<br />
und floß wie aus Krügen geschütterter<br />
roter Wein die Wände herab.</p>
<p>Immer blieb die zehrende Mühe des Feuers<br />
wie ein Schlürfen wölfischer Zungen,<br />
ein Nagen von Biberzähnen lebendig,<br />
wurde das feuchte Eingeweide des Holzes<br />
von der Flamme zerkaut, hörtest du<br />
des Waldes schluchzende Elegie,<br />
das seufzende Schilf, niedergetreten von Pan,<br />
wenn ein Holzklotz die zerrissene Aura<br />
des versengten Leibs aus letaler Ohnmacht<br />
aufbäumte und die blubbernde Hülle,<br />
bläulich schraffiert von zarten Venen,<br />
ächzend in sich zusammenstürzte,<br />
zischten manchmal aus der weißen Asche<br />
kleine Feuervipern.</p>
<p>Wenn du spät am Abend die Ofenklappe aufsperrtest<br />
und mit dem Schürhaken den kokelnden Glutbrei<br />
durchquirltest, seine Wülste und Buckel zerdeppertest,<br />
und mit einem dicken Lederhandschuh bewaffnet<br />
den Rost am Boden tüchtig rütteltest,<br />
wurde die dämmernde Küche<br />
für Augenblicke gespenstisch erhellt,<br />
bitterer Ruß vermischte sich mit süßlichen Aromen<br />
und Stöhnen entquoll der Atemnot des Holzes.</p>
<p>Regen klopfte mit knöchernen Fingern eines Bettlers<br />
an die Scheiben oder rief mit zartem Hämmern<br />
kindlicher Fäuste Erinnerungen wach<br />
an morastige Wege,<br />
wo uns die Weiden mit nassen Ruten<br />
ins Gesicht schlugen,<br />
wir trugen Leinensäcke auf der Schulter,<br />
prall gefüllt mit Kastanien oder Nüssen<br />
heim ins Dorf, das talwärts mit den trüben Funzeln<br />
der Fenster die Schritte wies,<br />
und hinter uns gluckste die Dunkelheit.</p>
<p>Oder wenn Frost die Scheiben mit dem weißen Staub<br />
steriler Blüten verklebte, hörten wir im Knistern<br />
und Keuchen des Feuers Stimmen verstorbener Lieben<br />
Träume erzählen, träumend Tote singen<br />
von lauen Sommernächten, als die Birnen<br />
in den Brunnen des Gartens stürzten<br />
und Ginster Blüten streuten in den Schlaf.</p>
<p>Heiligabend roch es nach Tannengrün und Harz,<br />
dem Honig frommer Kerzen, vom Ofen her<br />
nach Kräutern, Mandeln, Ingwer, Zimt und Kardamom,<br />
wenn Neuschnee knirschte unter eiligen Schritten,<br />
gingst du dem Läuten nach zur Krippe<br />
sternerhellten Sinns,<br />
doch der Alte lag am Ofen krank,<br />
und versank ins Spiel der Flammen an der Decke,<br />
das wie Flügels warmes Wehen<br />
ihm die Botschaft brachte.</p>
<p>&nbsp;</p>
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