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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Am Saum des Weges Gedichte lyrische Gedichte über Koblenz und den Rhein</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Am Saum des Weges</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2023 23:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Am Saum des Weges Gedichte lyrische Gedichte über Koblenz und den Rhein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dort kam sie aus dem Nebel des Gartens, die Locke aus der heißen Stirne streichend mit der vom Jäten und Rupfen, vom Wringen und Scheuern aufgerauhten, rissigen Hand, den aus Bast geflochtenen Korb am Arm, Früchte der Erde, Boten des Lichts, von Nachttau genährt, morgenrötlichen Schimmers, Äpfel und Pflaumen, Kirschen und Beeren und für dich, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/saum-des-weges/">Am Saum des Weges</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dort kam sie aus dem Nebel des Gartens,<br />
die Locke aus der heißen Stirne streichend<br />
mit der vom Jäten und Rupfen,<br />
vom Wringen und Scheuern<br />
aufgerauhten, rissigen Hand,<br />
den aus Bast geflochtenen Korb am Arm,<br />
Früchte der Erde, Boten des Lichts,<br />
von Nachttau genährt,<br />
morgenrötlichen Schimmers,<br />
Äpfel und Pflaumen, Kirschen und Beeren<br />
und für dich, Mutter der Mutter,<br />
Knospen des Monds<br />
und Flammen der Venus,<br />
Lilien und Rosen,<br />
auf- und untergehend<br />
zwischen den summenden Schatten<br />
von Flieder- und Holundergebüsch.</p>
<p>Ihr Lächeln war noch mädchenhaft scheu,<br />
doch von feuchten Funken<br />
blauender Blicke umsprüht,<br />
wie das Lächeln einer Dryade,<br />
die Taubengeflatter geweckt<br />
aus der harzigen Rinde des Schlafs.</p>
<p>Die Schalen sah ich als Kind noch,<br />
worin sie die Früchte gehäuft,<br />
die schön bemalten irdenen Vasen,<br />
die sie mit Blüten erhöht,<br />
aber sie lagen verwittert im eichenen Kasten,<br />
in Leinentücher gewickelt,<br />
als müßte man sie vor Frost<br />
oder böser Blicke Verätzung bewahren.</p>
<p>Dort hockte die Greisin auf einem Stein,<br />
wo am Saum des Weges die staubige Distel sich zackt,<br />
das Haupt gebeugt<br />
unterm veilchenbetupften Tuch,<br />
der viel zu große schäbige Mantel,<br />
den sie dem Leutnant mühsam hat abgezogen,<br />
starr lag er im Schnee<br />
und zeigte statt des Gesichts<br />
einen erloschenen Krater,<br />
er blähte sich wie ein schwarzes Nomadenzelt<br />
über die schwärende Glut eines Herds,<br />
sie aber schürfte geistesabwesend<br />
mit einem Weidenzweig<br />
im braunen Löß und Geröll<br />
wie nach einem verlorenen Ring.</p>
<p>Der Treck war weitergezogen,<br />
sie hatte keine Stimme mehr,<br />
den Fliehenden nachzurufen,<br />
mit ihren Habseligkeiten,<br />
den Eimern, Schüsseln, Tellern und dem Besteck,<br />
das sie oft auf der Terrasse geputzt,<br />
wenn das leise Raunen der See<br />
die Muschel des Traumes gefüllt hat.</p>
<p>Dort ging ich den gewundenen Pfad<br />
durch die knorrigen Reben hinan<br />
zur Kapelle, die wie eine hudernde Glucke<br />
zwischen Moosen und Farnen des Walds<br />
die weißen Flügel gebreitet,<br />
scheu wie ein unreiner Knabe<br />
über die basaltene Schwelle mich tastend,<br />
um vor der Himmelskönig,<br />
die huldvoll den Mantel,<br />
den Azur der Gnade,<br />
um die verirrten Schafe hüllte,<br />
die halbblinden Küken,<br />
eine Kerze anzuzünden,<br />
den Müttern, den Vätern<br />
und jenen, die am Saum des Weges<br />
nicht mehr die Blumen der Heimat grüßten,<br />
und für mich selbst,<br />
den am ärgsten Verirrten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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