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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Augenblicke I Gedichte über Koblenz und Metternich</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Augenblicke I</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2016 22:03:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblicke I Gedichte über Koblenz und Metternich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Alte verschnauft für einen Augenblick von der Plackerei, den einen Gummistiefel – die muffigen, groben Wollsocken sind feucht geworden von Schweiß und Regen, die Füße schmatzen am rutschigen Boden – mit einem Ruck aus dem Stiefelknecht zu zwängen, er stiert vor sich hin, zurückgelehnt auf dem abgewetzten Sessel mit den hölzernen Beinen, die auf [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/portrait-eines-augenblicks/">Augenblicke I</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Alte verschnauft für einen Augenblick von der Plackerei,<br />
den einen Gummistiefel – die muffigen, groben Wollsocken<br />
sind feucht geworden von Schweiß und Regen,<br />
die Füße schmatzen am rutschigen Boden –<br />
mit einem Ruck aus dem Stiefelknecht zu zwängen,<br />
er stiert vor sich hin, zurückgelehnt auf dem abgewetzten Sessel<br />
mit den hölzernen Beinen, die auf dem fadenscheinigen Teppich,<br />
einem billigen Orientimitat, stehen, wegen der schrillen<br />
Töne beim Drehen und Schieben, blickt auf seine rissigen<br />
und vom Ausbuddeln der Kartoffeln schmutzigen Hände<br />
oder vom Dengeln der Sense und dem Flicken des Zauns,<br />
oder er schaut tiefer auf die blauweißen Kacheln der Küche,<br />
von denen manche wie die Borke Augen haben und dunkle Rillen,<br />
Zacken erstarrter Blitze gleich, in denen sich der Dreck sammelt,<br />
den auch das schartige Messer kaum mehr herauslöst,<br />
Ruß, Asche, Mäusekot, Haare, Späne, Mehl, Brotkrümel<br />
und auch der Milchzahn des Enkels oder die silberne Nadel,<br />
die aus der Locke fiel, als es schon spät war und dunkel.</p>
<p>Nein, er sagt nichts, wenn er den Kopf aus der Versunkenheit<br />
hebt, hier sind ein Seufzer oder ein dunkles Stöhnen alles,<br />
was das Schweigen des Abends höhlt, wie das Küchenmesser,<br />
das klirrend auf dem Grund des Marmeladenglases schabt,<br />
oder der Alte setzt für eine Weile die Schiebermütze ab,<br />
und laut gähnend fährt er mit der Hand über den kahlen Schädel,<br />
oder das Schlürfen im Takt des Löffels, der in die Suppe taucht,<br />
Schlürfen, das alle zum Einklang wie ein Wiegenlied bringt –<br />
es sei denn, plötzlich fällt ein glühendes Scheit im gußeisernen Ofen<br />
mit einem Zischen in sich zusammen, und dabei flammt über Wand<br />
und Decke durch einen breiten Riß ein roter Schein, der das Funzellicht<br />
unter dem Lampenschirm in der Sofaecke und das bange Flackern<br />
des Stundenbrenners vor der gipsern-bunten Figur Mariens,<br />
die ihr blutenden Herz in die unendliche Leere der Küche reckt,<br />
für das Aussetzen eines Herzschlags überblendet – es sei denn<br />
das Ratschen und Schwatzen der Tropfen an den Fensterläden<br />
läßt allmählich nach, ein kühler Wind rüttelt durch die Gardine,<br />
der Fliegenfänger über dem Tisch dreht sich um sich selbst,<br />
dann ist alles verstummt, sogar das Rucken der schlafenden Hühner<br />
im Stall klingt gedämpft oder wenn eines noch von der Stange flattert<br />
und findet sein goldenen Korn zur Nacht, und einer sagt,<br />
als wäre er gerade erwacht: „Ich glaube, es hört auf zu regnen.“</p>
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