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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Auswahl älterer Gedichte Frankfurt Bethmannpark chinesischer Garten Koblenz Kühkopf Koblenz-Metternich Köln Warschau Krakau</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Apr 2026 22:17:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Auswahl älterer Gedichte</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/wort-um-wort/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/wort-um-wort/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 14:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auswahl älterer Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Auswahl älterer Gedichte Frankfurt Bethmannpark chinesischer Garten Koblenz Kühkopf Koblenz-Metternich Köln Warschau Krakau]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wort um Wort Worte tropfen Brunnenkunde aus dem blecke-lecke wirr bemoosten Munde. Tropfen klopfen lichtgesandte zarte Unbekannte, alles Ungeblühten Mahngeläute, an die Fensterscheibe menschenmüdem Schlafe. Worte tropfen lässlich unerlässlich, klirren spitzig, klatschen hitzig, auf die harten Wangen schweigebangem Steine. Worte flocken schneelichtweh, kreisen weiblich überheimlich um die wimperndunkle Stelle stille stillversiegter Quelle. &#160; Rheinischer Vorgarten [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/wort-um-wort/">Auswahl älterer Gedichte</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wort um Wort</strong></p>
<p>Worte tropfen<br />
Brunnenkunde<br />
aus dem blecke-lecke<br />
wirr bemoosten Munde.</p>
<p>Tropfen klopfen<br />
lichtgesandte zarte Unbekannte,<br />
alles Ungeblühten Mahngeläute,<br />
an die Fensterscheibe<br />
menschenmüdem Schlafe.</p>
<p>Worte tropfen<br />
lässlich unerlässlich,<br />
klirren spitzig,<br />
klatschen hitzig,<br />
auf die harten Wangen<br />
schweigebangem Steine.</p>
<p>Worte flocken<br />
schneelichtweh,<br />
kreisen weiblich<br />
überheimlich<br />
um die wimperndunkle Stelle<br />
stille stillversiegter Quelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rheinischer Vorgarten</strong></p>
<p>Hier endet die Welt zwischen Reben,<br />
die sich gichtfingrig<br />
in den Schieferschutt krallen.</p>
<p>Die Grille, der gläserne Mund eines Fauns.<br />
Die laue Luft lüpft gern den Schleier der Nönnchen.</p>
<p>Der Mond, ein blonder Dionysos mit Schluckauf,<br />
hockt sommers dickbauchig auf Hügeln,<br />
dümmlichrund tränengemästet.</p>
<p>Unten im engen Tal drängeln die Wellen,<br />
dem schäkernden Glitzern entrinnend<br />
murmeln sie die kalten Litaneien,<br />
alte, graue Wasserrhetorik, die nicht mal<br />
der Angler mit dem Filzhut versteht.</p>
<p>Wenn der Asphalt schwitzt,<br />
kommen die Kinder getrippelt<br />
und hinter ihnen her der lahmende Hund.</p>
<p>Die üppigen Gärten dampfen am Morgen<br />
ihr Verwunschensein aus.<br />
Eine Kinderschaufel liegt vergessen im Gras.<br />
Schimmliges Obst. Fäule der Vorjahrsblätter.</p>
<p>Auf den Basaltsimsen gurren die Tauben.<br />
Im lauen Ton einer fernen Glocke<br />
vertröpfelt die Zeit.</p>
<p>Die Weidenbäume am Ufer sind alt und müde,<br />
alt und müde wälzt sich der Strom,<br />
müde der Schiffer, müde der Fische, müde der Sage.</p>
<p>Der Mittag bringt Geklapper, Getute, Migräne,<br />
wenn die Hinterhöfe nach Kraut und Fett riechen.<br />
Der Zwerg, der immer schon alt war,<br />
destilliert seine Schwermut im Schifferklavier.</p>
<p>In den feisten Monumenten, den gezierten Epitaphen,<br />
in den Rosenwangen der Marien<br />
bezeugt sich hier Geschichte als Traum.<br />
Blätter und Masken schwimmen zur Mündung anderer Zeit.<br />
Römer, Burgunder, Christen, Sansculotten<br />
und die adretten Fähnleinscharen.</p>
<p>Am liebsten gezeugt wurden Dichter und Kapläne.</p>
<p>Der Abend mit seiner Patina aus Kupfer und Gold<br />
ist der Refrain auf tausend verlorene Tage.<br />
Auf den Pokalen glimmt:<br />
adieu, laß gut sein, laß sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der verzauberte Ganterich</strong></p>
<p>Am frühen Nachmittag,<br />
ein frühlingsseichtes Gähnen<br />
überrieselte den Efeu des Hinterhofs,<br />
schwang er sich mit schwülstig-fettem Flügelschlag<br />
auf den Giebel des Nachbarhauses.</p>
<p>Dort bezog er Stellung,<br />
den pythonfeisten Hals windend<br />
und grotesk verdrehend,<br />
stieß er den Schnabel links und rechts,<br />
nach oben und unten,<br />
die Luft walkend und<br />
die blütenklebrige Stille<br />
mit blökendem Geschnaube.</p>
<p>Voll Angst und Grauen war dies Geschrei,<br />
voll Siegeswahn und Todessucht.</p>
<p>Kühn und verflucht hatte er sich emporgeschwungen<br />
von ihrem umgatterten Teich<br />
hoch über die ratlos-blöd nachäugende Gefährtin<br />
und war in der schmatzenden Fülle seines Leibes gesonnen,<br />
über den Dächern der Stadt<br />
nach einer zu schreien,<br />
die ihm Zeichen höherer Liebe entböte,<br />
nach einer Menschengefährtin zu schrein.<br />
Hin und her, auf und ab stakte er grandios<br />
und doch tapsig über die Dachrinne,<br />
wiegte sich über den nächsten Abgrund:<br />
hub an das inbrünstige Verzweiflungsgeschrei,<br />
Stunde um Stunde, bis die Nacht kam,<br />
und mir der Schlaf die unseligen Melodien<br />
des großen Verstörten entrückte.</p>
<p>Spät gegen Morgen riss mich ein Schuss hoch:<br />
ein zerwühltes, panisches Flattern,<br />
und dann dumpf der erstickte Aufprall.</p>
<p>Wie ist verschlossen die Welt,<br />
die ganze Natur, wie traurig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Erpreßter Beischlaf</strong></p>
<p>Auge, das schwärzer glänzt<br />
als die von gnadenlosen Klöppeln<br />
gehämmerten Klänge von Erz.</p>
<p>Lippen, ferner von der Wölbung des Zuspruchs<br />
als die im Morast erstickten Seufzer des Sklaven.</p>
<p>Brüste, die tückischer<br />
auf den sterilen Wellen der Begierde tanzen<br />
als losgelöste Bojen des Meers.</p>
<p>Knie, in die Nacht der Menschenleere<br />
gesprengter Mond.</p>
<p>Doch deine Finger spielen<br />
in den gebauschten Fahnen des Schicksals<br />
wie Skorpione,<br />
die gleichgültig durch Flammen gehen.</p>
<p>Und dein Geschlecht singt<br />
spitzig-kitschige Operettenarien,<br />
auf „Prosit“ lallende Zungen,<br />
gereimte Niedertracht, gleisnerischer<br />
als das Röcheln des Erdrosselten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hortus conclusus</strong></p>
<p>Ich wollte ganz für mich verschlossen sein,<br />
mich in den alten Garten der Fiktion<br />
erretten vor der Todesfickfriktion,<br />
allen Flennens, allen Fluchens bar zu sein.</p>
<p>Doch der beschworne Frieden war nicht rein<br />
von Fehl: Der Garten flockte von Insekten,<br />
von Zungen, die an Blumen leckten,<br />
dort stand ein Schrat auf einem Bein.</p>
<p>Mein Wachsein summte wie ein Bienenschrein,<br />
von schwarzem Honig überquollen,<br />
verstopft von heißen Blütenpollen,<br />
mein Schlaf pfiff wie ein Mäuselöchelein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zwei Mädchen in der Pubertät</strong><em><br />
Vier Minuten im Chinesischen Garten zu Frankfurt am Main</em></p>
<p>Zuerst erobern sie vogelleicht zirpend und zwitschernd<br />
den künstlichen Wasserfall,<br />
oben der Steinmund,<br />
unten die lachende Lache.</p>
<p>Hüpfen, Krakeln, Hand in Hand:<br />
So luftig gibt sich ihr Frühling.</p>
<p>Dann hocken sie Seit an Seit, gepaarte Distanz,<br />
auf dem kühlen Basalt.<br />
Wie die träumenden Kinder am Brunnen:<br />
Leicht baumeln die Beine,<br />
die Köpfe sinnig geneigt,<br />
Blick an Blick webt sich ein Tuch für den Traum.</p>
<p>Zuletzt mimen sie Touristen<br />
und Cat-Walk-Girls für Viva:<br />
Die eine fotografiert,<br />
die andere wirft sich in Pose –<br />
kopfüber schüttelt sie das Haar,<br />
jetzt effektvoll aus der Kinderspange gelöst,<br />
auf und nieder, bauscht es vollhändig.</p>
<p>So posiert sie kokett,<br />
den Kopf im Nacken, die Hand im Nacken,<br />
auf dass sich die unzüchtige Linse<br />
endlich schmatzend ihr löst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schacht durch den Kalvarienberg</strong></p>
<p>Feuchtes, glitzerndes Schwarz.<br />
Krötendumpfes Atemverlies.</p>
<p>Glucksende, röchelnde Stille.</p>
<p>Grünspan, aufgewuchert<br />
unter Kalkgeblatt.</p>
<p>Blaugrünliches Gelicht,<br />
wo die Bremse am Kot leckt.</p>
<p>Zerbröckelter Kadaver,<br />
geplättet von panischen Füßen.</p>
<p>Das urinverätzte Eck mit dem<br />
Gekritzel abseitigen Geschlechts.</p>
<p>Schiefergrund mit der zerkratzten Inschrift,<br />
schwach glimmend im Disteldämmerlicht<br />
(namenloser Träne noch deutbar).</p>
<p>Schräg vom versunkenen Schindanger,<br />
dort, wo ein gekränktes Gebell<br />
leere Monstranzen bewacht.</p>
<p>Beim Menhir, an der Gemarkung Grenze,<br />
blendet Gladiolengeflamm und<br />
weithin, nach der Sense lechzend,<br />
Gewoge des Korns.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wahrgesagter Pfad</strong></p>
<p>Braungelborange, vertrockneter, verkrusteter Lehmpfad,<br />
rissig und vom Sonnenlicht erwärmt,<br />
der die nackten Füße gerne geführt,<br />
gleich wohin, nirgendhin, nur den Pfad entlang.</p>
<p>Und dein Gesicht, dein Lächeln,<br />
das hell entzückte Auge oder<br />
der vom dufterfüllten Wind</p>
<p>ausgetrunkne müde Blick<br />
waren dir kaum bewußt.</p>
<p>Und auf den Lippen, die durstig zersprungen<br />
oder vom hastigen Biß in blutende Kirschen verfärbt,<br />
schwebte nicht einmal Gedankenschatten,<br />
der Vorbote eines Worts,<br />
noch gar wie sprödes Blatt herabgesunken<br />
Kräuseln jäher Frage,</p>
<p>ob dies das Leben sei nach Art und Fülle,<br />
das nur dir zu eigen,<br />
ob nicht wohl den Tag unbegangner Horizont umfange,<br />
ob die mit dir gesungen, gebetet, geschwiegen,<br />
in fleischige Abwesenheiten sich zurückziehen<br />
und wie unbemooste Steine quer dir liegen im Weg.</p>
<p>So unbedrängt, so unbedarft zur Unterscheidung<br />
zwischen Gesicht und Wind,<br />
Schatten und Traum,<br />
Gras und Geist<br />
ging im Strauchwerk deiner Duldsamkeit<br />
ein Schwarm schriller Vögel<br />
auf und nieder.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ochs und Esel</strong></p>
<p>Als er das Grautier sieht, der Ochs,<br />
durchzuckt es ihn durch Horn und Bein.<br />
„Ich bin der Au-, der Auerochs,<br />
sei du mein Bru-, mein Bruderlein!“</p>
<p>Der Esel schüttelt das Geohr,<br />
und artig scharrend mit dem Huf:<br />
„So öchsel nach mir durch das Tor.<br />
In freie Welt lockt, der uns schuf!“</p>
<p>Durch Licht und Dunkel, Berg und Tal,<br />
die Freunde ein- und zweisam gehn.<br />
„Siehst du, mein Ochs, den Silberstrahl?<br />
Dort werden wir das Wunder sehn.“</p>
<p>Der Ochs stiert wie der Ochs vorm Berg.<br />
„Ein Was, ein Wu-, ein Wunderding?<br />
Gibt’s dort den Fu-, den Futterberg,<br />
den ich mit Lu-Lu-Lust verschling?“</p>
<p>Der Esel senkt den Blick in Scham.<br />
„Ich sag nur, was ich selbst nicht weiß,<br />
wie einst mein Ahn bei Bileam.“<br />
Die Nacht ist kalt. Die Herzen heiß.</p>
<p>Ein süßer Sang erfüllt den Stall.<br />
Maria wärmt und stillt das Kind.<br />
„An solchem Wu-Wu-Wunder-Schall<br />
wird mein verhorntes Ochsen lind.“</p>
<p>Da hebt das Kind das Haupt empor.<br />
Und Blicke segnen königlich.<br />
„Den König trüg ich gern durchs Tor.<br />
Doch fühl’s, er trägt ja dich und mich!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vanitas</strong></p>
<p>Die Üppigkeit des Sinns<br />
in Rot und Dunkelrot<br />
im Rosenwort verging.</p>
<p>Was dich mit Schluchzen stillt<br />
an Rosenwortes Duft,<br />
ist dornig-stummes Ding.</p>
<p>Was dich ins Blaue hob,<br />
ein pfingstliches Geblüt,<br />
im Widersinn verging.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was das Beste sei</strong></p>
<p>Abgelöst wesen,<br />
einem Blatt gleich,<br />
das in die tote Aura<br />
des Abends sinkt.</p>
<p>Auge, dem Gedächtnis entrissen,<br />
das die Dinge leer träumt.</p>
<p>Abgelöst vom Gebein,<br />
vom Weh, vom Gesang.</p>
<p>Von allem Weh.</p>
<p>Abgelöst vom Mund,<br />
den Gesichten zu rufen,<br />
dem Geahnten zu hauchen.</p>
<p>Von allem Mund.</p>
<p>Abgelöst von Arm und Hand,<br />
zu modeln, zu halten,<br />
sich ins Geheimnis zu krallen.</p>
<p>Von allem Halt.</p>
<p>Ungleich der Seerose,<br />
die sich schamlos küssen lässt vom Licht,<br />
während sie hoffnungslos dunkelwärts saugt.</p>
<p>Abgelöst wesen,<br />
dem Verwesten gleich,<br />
wenn den zerschossenen Schädel<br />
die Schweineschnauze<br />
über die Böschung von Katyn wälzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der unsichtbare Gast</strong></p>
<p>Von da an war es Warten,<br />
ohne Hoffnung auf ein Gesicht,<br />
eine Geste, eines Mundes Erfüllung,<br />
eines Kusses zerspaltene Frucht.</p>
<p>Von da an war es in sich die Süße,<br />
in sich die Zunge der Liebe<br />
erahnendes Warten, die Hand,<br />
ausgestreckt dem plötzlichen Regen.</p>
<p>Am Ende ist es Gewißheit, ist es<br />
Gefühl, ein die Poren besingendes<br />
Schweigen. Der Erwartete<br />
war immer schon da.</p>
<p>Als unscheinbarer Gast saß er<br />
auf dem Schemel am Tisch,<br />
an dem hölzernen Tisch mit der Vase<br />
und den Krusten von Wachs.</p>
<p>Geredet hat er ja nicht,<br />
es sei denn jenes Erinnern kam<br />
wie vom Horn verwunschenen<br />
Sehnens weit von ihm her.</p>
<p>Oder wie nach traubenschwerer Nacht<br />
sich öffnet ein Wald zur Lichtung,<br />
ging ein kühles Lüftchen von dort,<br />
einer Begrüßung recht nah.</p>
<p>Du dachtest wohl, dieses und jenes<br />
sei nötig, eine Spende, eine dir<br />
heiß abgezogne Empfindung,<br />
die Lücke zu füllen, zu schlichten.</p>
<p>Doch war kein Bettler der Gast.<br />
Sein Schleier war ohne Geheimnis,<br />
geduldig bot er dir dar<br />
des Augenblicks dunkelnde Iris.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pfaffendorfer Gärten</strong></p>
<p>Nah über dem Stein,<br />
eingefasst von gelbem, rotem Blattwerk,<br />
dem Stein mit der verblaßten Inschrift<br />
oder wo bald für ein Verstorbenes<br />
eingegraben wird Name und Zahl –</p>
<p>wenn der Abend kommt über den Strom<br />
und in den Gärten trieft<br />
von den vergessenen Früchten Saft –</p>
<p>dann sage,<br />
mit weichen, kühlen Lippen<br />
versuche zu sagen:</p>
<p>Es sind den Einsamen,<br />
den von Liebe durchs Zwielicht Getrennten,<br />
den in den Fluchten des Sommers<br />
kindlichen Sinns Gebliebenen,</p>
<p>in den herbstlichen Dünsten beigemischt<br />
Aromen spätesten Glücks.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vier Masken<br />
</strong><em>In die alten Eichen auf dem Kühkopf bei Koblenz gehängt</em></p>
<p><strong>Das schöne Mädchen</strong></p>
<p>Komm, blauer Wind, bausche,<br />
bausche das Haar mir,<br />
dass ich erblinde.</p>
<p>Los, weißer Sturm, rausche,<br />
rausche ins Herz mir,<br />
Herz mir entwinde.</p>
<p>Da will den Leib ich<br />
wie einen Fächer<br />
öffnen und schließen.</p>
<p>Da soll mein Mund sich,<br />
flutender Becher,<br />
küssend genießen.</p>
<p>Kommt, Feuerblüten, schneit<br />
unter den Fuß mir,<br />
dass ich mich wiege.</p>
<p>Los, Himmelsvögel, schreit<br />
in die Nacht mir,<br />
wenn ich auffliege.</p>
<p>Da will ich schweben,<br />
zärtlichste Taube,<br />
in silbrigem Schwunge.</p>
<p>Da will sich ergeben<br />
pochendem Raube<br />
Lippe und Zunge.</p>
<p>Kommt, süße Tropfen, salbet,<br />
salbet die Haut mir,<br />
dass ich erröte.</p>
<p>Los, Geisterpfeile, ritzet,<br />
ritzet das Herz mir,<br />
dass es mich töte.</p>
<p>Da will wie tot ich,<br />
von Tränen genährt,<br />
blumenstill leben.</p>
<p>Da soll mein Blick sich,<br />
von Sehnsucht verklärt,<br />
an Blicken beleben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Kind</strong></p>
<p>Du, hab mich lieb &#8230; Bleib hier bei mir, hier winkt mir deine Hand ins Licht &#8230; Hier sind die alten Mauern weiß, so weiß wie ihre Stirn, als Mutter starb &#8230; Mein Freund, erzähl mir bald von all dem Leben, das hinter diesen Mauern lebt, sing mir davon, mein Lieber &#8230; Legt auch dort ein Kind den müden Kopf an eine liebe Brust, schenkt ihm ein Herz die Wärme? Sing mir davon &#8230; Und halt mich fest, ganz nah bei dir, wenn die Mauern wieder dunkeln &#8230; wenn das Bangesein wie auf Stelzen herangetrippelt kommt &#8230; so krabbelt eine Mücke auf die Spitze eines Halms &#8230; Dann ist die Nacht schon da, das Zwitschern und das Summen hat sie in den Schlaf gesperrt &#8230; Die Nacht hat kein Gesicht, doch abertausend Sterne &#8230; Sag mir, ist dieser große, fremde Glanz aus einem Traum gemacht? &#8230; Mir ist so bang, ich fühl dein Herz nicht mehr &#8230;  Hörst du nicht rufen? &#8230; Hör, ein Vogel ist es nicht, es ist kein Tier &#8230; Rief es nicht nach mir? &#8230; Mutter ist es nicht &#8230; Ist es der Engel, der mich lieb hat, der mich in seine weißen Flügel hüllt? &#8230; Hebt er mich nicht empor, ganz sacht, ganz sacht? &#8230; Die Luft ist kühl &#8230; Die Sterne zittern &#8230; So kühl die Luft &#8230; Was zieht er mich, so stark, so fest? &#8230; Wo ist die Erde, sind die Freunde, sind die Spiele? &#8230; Da tief, weit, das weite Land, so weit das Land &#8230; und weiter noch der schwarze Glanz, das Meer &#8230; Die Luft so kühl, so kühl &#8230; Lass mich nicht fallen, Engel &#8230; Das Meer ist unter mir, die Wellen reden, reden: Wie klein das Menschenkind, ein Püppchen, ausgestopft mit nichts als totem Stroh &#8230; Höre, hörst du mich, lass mich nicht fallen, halte mich, mein Engel, so du mein Engel bist &#8230; noch ruft die Stimme, ruft nach mir &#8230; Dort, Engel, dort: Die Naht platzt auf, das große Licht strömt aus wie Blut, wie Blut &#8230; Das große Licht, es singt, es singt &#8230; Es übertönt die Stimme, die mich beim Namen rief &#8230; Gewaltig singt das Licht &#8230; Ich bin allein, allein &#8230; Ich falle, falle, falle &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der hässliche Alte</strong></p>
<p>Mit meinem schwarzen Zahne reiß ich<br />
die glucksende auf, die Ader<br />
der launigen Lust.</p>
<p>Licht vernicht.<br />
Leib entleib.<br />
Hass belass.</p>
<p>Mit dem blutigen Finger schreib ich<br />
das geseufzteste hin in die Luft,<br />
das wonnige Wort.</p>
<p>Spitz der Witz.<br />
Wut das Blut.<br />
Mord das Wort.</p>
<p>Giftigen Sud braue aus der Pisse ich<br />
rosiger Ratten, dem Schweiß der drüsigen<br />
Kröte, der schaumigen Molke des Mönchs,<br />
dem stieß die erloschene Stirn ich gegen die Mauer,<br />
die Mauer, die nie ein Gebet je durchdrang.</p>
<p>Abgefüllt in zart geschwungner Phiole,<br />
gärt der Saft unter dem rötlichen Mond.<br />
Mit hechelnder Zunge durchquer ich die Bettstatt<br />
der Schönen, sprenge den Tran auf die Kissen,<br />
in die heimlichen Buchten träufe ich ihn.</p>
<p>Tut, wenn der Morgenstern zittert,<br />
wie Nachtviole sich duftend<br />
ihr Geschlecht auf, schmiegt sich hinein<br />
die zartgrüne Natter, zischt<br />
in die Höhle sich langhin besonnenen Keimens<br />
den Gegenkeim, den Brand meines Fluchs.</p>
<p>Mit meinem schwarzen Zahne reiß ich<br />
die glucksende auf, die Ader<br />
der launigen Lust.</p>
<p>Licht vernicht.<br />
Leib entleib.<br />
Hass belass.</p>
<p>Mit dem blutigen Finger schreib ich<br />
das geseufzteste hin in die Luft,<br />
das wonnige Wort.</p>
<p>Spitz der Witz.<br />
Wut das Blut.<br />
Mord das Wort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der männliche Dämon</strong></p>
<p>Ich lebe nicht wirklich.<br />
Unecht wie Falschgeld<br />
werd ich gereicht<br />
von Hand zu Hand.</p>
<p>Ein steriler Hauch<br />
bin ich in den Atem<br />
der Menschen gemischt:<br />
Sie wärmen mich nicht.</p>
<p>Als ich hier ankam,<br />
stand noch der Baum:<br />
ein rauschendes Mal<br />
lichtgläubigen Daseins.</p>
<p>Doch wuchsen schon rings<br />
die Schalen der Lüge,<br />
die mit Tränen und Schleim<br />
vermörtelten Mauern.</p>
<p>Ich saß in der grüngoldenen<br />
Krone des Baums.<br />
Ein einsamer Vogel,<br />
sang aus mir das Licht.</p>
<p>Das Beil unterbrach mich.<br />
Mit dem ächzenden Fall<br />
bin ich verstummt.<br />
Fremdwärts flatterte ich.</p>
<p>Und zerstob in der Luft.<br />
So bin ich in den Atem<br />
der Menschen gemischt:<br />
Sie wärmen mich nicht.</p>
<p>Ich lebe nicht wirklich.<br />
Unecht wie Fabeln<br />
beschatte ich das Denken<br />
des ermüdeten Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Echo der Glocken</strong></p>
<p>Verschmähter Klang. Übernächtigtes Gefühl.<br />
Den warmen Stein riß dir die Ungeduld<br />
vom zart beäugten Pfad des Urstromtals.<br />
Zerschellt ewig denn die Schläfe dieses Traums?</p>
<p>Wie waren deine Wege offen in die Gärten,<br />
die Halme, Sträucher, Moose überströmt von Gold,<br />
und atmend deine Hand ergründete den Teich.<br />
Als hätte Liebe deinen Schmerz gepflückt, entkeimt.</p>
<p>Dein Angesicht ist nun der Dämmerung ergeben.<br />
Das dir von fernen Vätern eingeschreinte Bild,<br />
es sollte Lippen lösen, heischte den Gesang.<br />
Du bist von Rätseln müd, bist abgeschweift.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abendlicht</strong></p>
<p>Glocken geneigter Dolden,<br />
von lauen Winden angestimmt,<br />
so abendlich.</p>
<p>Stummer Menschen Schattenrisse,<br />
vom Scherenschneider Einsamkeit gezahnt,<br />
durchschreiten sich<br />
unmerklich, ohne Schmerz.</p>
<p>Sie wissen voneinander nicht den Traum,<br />
die Kühle eingesunkner Brunnen,<br />
von keiner Lippe angerührte<br />
Schimmer ersten Taus.</p>
<p>Der Himmel öffnet seine letzte Rose<br />
über dem trocknen Lärm der Raupen,<br />
dem scheuen Zirpen<br />
am zarten Saum der Zeit.</p>
<p>Das Menschenich vertröpfelt<br />
in diesem großen Atmen,<br />
das Schwärme heißer Vögel<br />
hebt und senkt.</p>
<p>Das Menschenaug ist Kiesel,<br />
glatt und blass und<br />
überschwemmt von Fluten<br />
astraler Transparenz.</p>
<p>Schweigen entrollt den schwarzen Samt<br />
zu Füßen leichter Seelen,<br />
die wiederkehren<br />
mit dem Rauschen, den Gebeten<br />
weltentrückter Nacht.</p>
<p>Der Übergang des Menschen ist vollendet,<br />
vom Schnee der ausgerauschten Flügel<br />
ganz bedeckter Engel<br />
entschlief auf blauer Schwelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Greisin am Fenster<br />
</strong><br />
So abgelallter Mund<br />
schlürft Odem spät.</p>
<p>Das graue Büschel vor der Stirn –<br />
vom eiligen Pfleger in Gedanken<br />
an das wartende Geschlecht<br />
schief hingeschert –,</p>
<p>so pflanzenhaft verwachsne Hand –<br />
nach all dem Pflücken ungenossner Frucht,<br />
dem Wringen ganz verschlissner Linnen,<br />
dem falschen Händedrücken –<br />
ist auf den Sims gelangt,<br />
tastend nach dem letzten Strahl.</p>
<p>Am offnen Fenster – deinem Alterssitz –,<br />
wenn stadtwärts Leben über Leben fährt<br />
(verborgen hinter Reklametafeln<br />
harrt dein Heiland und das Totenland),<br />
lauschst du, ob wiederkehrt<br />
die blonde Stimme eines längst begrabnen Kinds.</p>
<p>Du tränenblindes Bild<br />
für herbstlich scheuen Schmerz.</p>
<p>Dies Angesicht –<br />
für immer aufgelassner Wingert.</p>
<p>Das Flackern einer Frage<br />
hält noch wach.</p>
<p>Wenn das Herz von Rätseln zugeschneit,<br />
fällt der Kern der grauen Wildnis heim.</p>
<p>Der samtne Saum der Nacht erglimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gefälschte Bilanz</strong></p>
<p>Das Gesicht eines Kindes ist weich,<br />
die Augen drehn sich und spielen,<br />
ein Mund wie Antwort des Winds.<br />
Die Stirn, halb Frage, halb Lust.</p>
<p>Das Alter hat vom Schicksal<br />
die Blattern und schnieft.<br />
Es humpelt, hüstelt<br />
von schwarzem Verdruss.</p>
<p>Wo Freude, wo trauliches Denken<br />
an liebenswerte Gestalt?</p>
<p>Leben, das abseits steht, ist kein Leben,<br />
ist nicht lebenswert.</p>
<p>Die süße Täuschung der Dauer,<br />
die mit kindischem Tand<br />
den Gram der Seele pariert,<br />
ist ein geschminktes Grab.</p>
<p>Können Bilder vertrösten?<br />
Nein. Nur der jetzige Atem,<br />
der die Nacht verdichtet,<br />
das Glück fesselt wie Pech,<br />
nur getauschte Küsse zählen<br />
im Hauptbuch des Lebens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Eden</strong></p>
<p>Mir ist kalt, Schwester!<br />
Wo ist, Mutter, das Licht?<br />
Deine Hand, Bruder, die Hand!</p>
<p>Die Stufen sind Erz.<br />
Das Wasser dort unten<br />
glitzert aus Eden.</p>
<p>Musik erfüllt die durstige Seele.<br />
Bist du mir, entwurzeltes Leben,<br />
als Engel fühlbar erschienen?</p>
<p>Fand ich die einzige Träne<br />
zum Beweis,<br />
dass Liebe Wirklichkeit ward?</p>
<p>Ich küsse dich, Schwester.<br />
Ich bin Licht, Mutter, dir.<br />
Blüten streue, Bruder, ich dir.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Frankfurt–Berlin–Warschau</strong></p>
<p>Das junge Grün, das ich schäumen sah,<br />
wo nur, auf welcher Fahrt,<br />
zwischen Stationen mit unbekannten Namen.</p>
<p>Weidengesträuch oder Linde,<br />
ein Fetzen Heimat,<br />
mit 250 km/h vorbeigerast.</p>
<p>Nicht eine Gestalt blieb wahr,<br />
als ein Mal, ein Stein, ein Kreidefels,<br />
mit der Schrift aus Ocker und Grau.</p>
<p>In den fruchtbaren Senken,<br />
einem Dorf der Rhön, an der Werra, der Saale,<br />
hockt vor der Tür<br />
der Krüppel auf zerbrochener Schwelle<br />
und zählt lispelnd<br />
vor den hüpfenden Kindern<br />
Abzählverse auf.</p>
<p>Das Gekicher der Mädchen,<br />
die Vorabendfernsehserien,<br />
den Schwulenwitz, die Passion des Herrn,<br />
all das versteht er nicht,<br />
spurlos zieht durch sein Auge<br />
die Wolke und der Schatten der Wolke.</p>
<p>Wo mag einsam er liegen<br />
zwischen Moor und Gehöft,<br />
wenn des Nachts reihweis<br />
aufgehängt an Bändern<br />
den Hühner die Köpfe abgeschlagen werden?</p>
<p>In diesem jetzt gesanglosen Land<br />
bin ich im Gesetzlosen bei euch<br />
unter Tieren, die sich im Dunkeln<br />
saugend und seufzend<br />
von mir ernähren.</p>
<p>Oder hexengeil reiten, weiße Schatten,<br />
unter dem Grabmal des Monds,<br />
auf den Knochen und Stoppeln<br />
des mir abgestorbnen Gefühls.</p>
<p>Fernher über die funkelnde Ebne der Lausitz<br />
beschämt mich krähenböses Gelächter.</p>
<p>Wann wirst, Sohn des Menschen, du<br />
die runden Augen wieder<br />
im Licht der östlichen Birken waschen?</p>
<p>Unersättlich, schlaflos, knirschend<br />
ist immer dürstendes Sein.<br />
Des Wachseins Wunde<br />
schließt sich nicht.<br />
Unter zuckendem Lid ist es<br />
des Hasenschartigen Traum,<br />
wenn es stottert:<br />
„Und &#8230; au-au-aus &#8230; bi-bist &#8230; du!“</p>
<p>Weidengesträuch oder Linde …<br />
ein Fetzen …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Geschlagene spricht,<br />
worauf sein Bruder, den es nicht gibt,<br />
einen Psalm auf Dinge singt,<br />
die es auch nicht gibt</strong></p>
<p>Mit dem hübsch verflochtenen Teppichklopfer aus Bast,<br />
ich weiß nicht, an welchem Marzipangeländer ich mich hielt,<br />
mit meiner kleinen, weißen Kinderhand,<br />
schlug meine Mutter mich haltlos<br />
auf den Rücken, den Po,<br />
vor mir sah ich den Weltenbrand,<br />
von dem mir Genosse Heraklit<br />
im nachhinein die dialektische Auskunft gab.</p>
<p>Rhythmisch schlug sie mich –<br />
ich glaube, sie sang.<br />
Ja, so beglückte uns<br />
unschuldige Liebe.<br />
So heftig, so stark,<br />
bis plötzlich der Griff abbrach.</p>
<p>Mutter, ich danke dir, du hast mir die Tiefe der Welt,<br />
des Körpers Nacht offenbart.</p>
<p>Mein Vater buchstabierte mir das Glied,<br />
ein Schattenspieler, launischgewandt,<br />
nie erhob er die Hand,<br />
seine schiefe Zigeunerstimme flößte<br />
wässrige Weisheit mir ein.</p>
<p>Vor dem Crucifixus hab ich die Fassung so ziemlich verloren.<br />
Seitdem entdeckten sich mir<br />
im Inkarnat kyprischen Bilds<br />
die rosigen Stigmen,<br />
der Aussatz der Hoffnung.</p>
<p>Mit ihrem spitzen Lehrerinnenkinn,<br />
den Augen der Eule,<br />
den fahrigschönen Gebärden,<br />
Glocke endloser Echos<br />
aus dem Migne,<br />
Series Graeca, Series Latina,<br />
schlug sie mich,<br />
auf des zarten Knaben Wange schlug sie,<br />
unvergessliche Botschaft,<br />
dass er unrein sei<br />
in der Pisse seiner Angst.</p>
<p>Das braune Weib mit dem Helm<br />
blonder Unwirklichkeit<br />
stieß das Horn mir in die Seele,<br />
das wuchs unter Kretas Monden<br />
und erklang den Ziegenfürsten des Walds.</p>
<p>Das weiße Weib mit der Zwiefalt<br />
schluchzenden Vulva<br />
schnipselte mich aus der Sexmaschine<br />
in pittoreske Tattoos<br />
zwischen warmen Schenkelflaum.</p>
<p>„Wende dich ab von der Tür“,<br />
psalmodiert die Stimme des Bruders,<br />
„von der Tür, die es nicht gibt,<br />
Lieber, wende den Sinn,<br />
nimm die Treppe mit den Stufen<br />
der Schmerzkristalle,<br />
die es nicht gibt,<br />
tauch ab ins mosaische Licht,<br />
unter dem das Gesehne beglückt,<br />
wo im schwarzen Wasser<br />
des menschenleeren Parks,<br />
den es nicht gibt,<br />
die liebe Ewigkeit lang<br />
nicht existente Säulen schweben und<br />
nur rein bildlich zu nehmende Reiher trinken,<br />
und du, ein sanfter Rentner des Seins,<br />
wurzellos wohnst, ganz zentral,<br />
gleich beim Pampelmusenbaum,<br />
der du nichts Höheres weißt,<br />
wie auf der Parkbank sitzen<br />
und die in Tauben verwandelten Possen<br />
abgelebter, substanzloser Zeit<br />
aus ganz und gar ruhigen,<br />
weil unwirklichen Händen<br />
füttern.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Glückliche Nachricht</strong></p>
<p>Du kamst aus den Träumen zurück.<br />
Ich konnte nicht bleiben. „Jetzt,<br />
ohne Kind, ohne Gesicht, soll ich<br />
die letzte Schwelle betreten, das Schweigen?“</p>
<p>Ein Namenloser brachte die Rosen,<br />
die vertrockneten Fledermäusen gleich<br />
am Fensterkreuz hingen.<br />
Und das Geschriebne verblich.</p>
<p>„Hast du Nachricht vom heiligen Land?<br />
Gibt es die Zeder noch und die Lilien?<br />
Und hoch überm Weltgewühl<br />
der Stern, er ist nicht verlöscht?“</p>
<p>„Was einst dunkler Erde entsproß,<br />
Antwort dem Tau, es hat am Zion<br />
noch Lippen, die es sagen, es küssen,<br />
Hände, die den Ölzweig ihm halten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Köln–Frankfurt</strong></p>
<p>Dünne Sprossen klingen unterm Staub.</p>
<p>Dumm und weiß wie Taubenkot auf den Fialen<br />
stiert ein frischer Petrus aus der Dombauhütte.<br />
Die Tauben werden unter den gotischen Hauben ausgebrütet.<br />
Nach kurzem Trippeln, Flattern, Hacken auf dem Beton,<br />
der den Dom umwürgt,<br />
von Kölscher Fatumseligkeit „Domplatte“ getauft,<br />
siehst du sie kränklich,<br />
das rote Fleisch glänzt aus den Federn,<br />
mit verstümmelten Zehen<br />
ihre alten, dumpfen Riten des Gurrens und Buckelns vollführen.</p>
<p>Auf dieser Intercitystrecke,<br />
Business, Studenten, Massentourismus,<br />
zwischen Siebengebirge und Binger Loch,<br />
dem von den Dichtern und Reiseagenturen meist gepriesenen Deutschland,<br />
mag ich schon nicht mehr aus dem Fenster blicken,<br />
aus Überdruss an den immer gleichen Gedanken,<br />
den immer neu gekränkten Gefühlen.</p>
<p>Wiewohl die Wiese dampft und Regen schliert,<br />
gehen auf dem Campingplatz jenseits der Loreley,<br />
wo unten wirklich „Loreley“ draufsteht,<br />
die ersten Lichter an.</p>
<p>Was hier rumsteht an Natur,<br />
den blechernen Bacchanalen,<br />
den abgekauften Blicken<br />
gab es nach und verstummte.</p>
<p>Grauer Schiefer,<br />
grauer Mond über dem aufgelassenen Wingert,<br />
die giftigen Bojen des Rheins,<br />
der Schlick und Schlamm am Grunde,<br />
am Grunde des Rheins,<br />
und noch darunter, unter Schlamm und Schlick,<br />
Tian.</p>
<p>Ungerührt, mit der Aussicht<br />
auf unbeweinte Gefährten,<br />
blitzen die heimlichen Namen mir auf,<br />
Rhens, Filsen, Bornhofen,<br />
all die Treue, Händedruck und Gebet,<br />
es zittern die Wassermonumente,<br />
die Ölfahnen der Containerschiffe.</p>
<p>Im Gegensinn des Mondgesteins<br />
scheint das schüchterne Flackern des Lebens,<br />
hier in den jetzt bräutlichen Tälern,<br />
wie eine im Morast der Legende<br />
stecken gebliebene Pilgergruppe,<br />
das Ziel ward ausgeblasen,<br />
das Marienbild verblich, Gebete,<br />
verwehte Blüten.<br />
Dort, wo zwischen die schroffen Fluchten<br />
Reflexe der Seine, der schönen Garonne,<br />
die Muschel süßer Namen,<br />
ein bronzener Arm und<br />
ein Purpurflügel<br />
deutsche Dämmerung durchbrach,<br />
wird Kalk gestreut,<br />
spiegle ich mich mit Unbekannten<br />
in den rasenden Fenstern,<br />
sitzen im Bistro vor ihrem Bier<br />
stumme Engel,<br />
Beamte vom Grenzschutz mir gegenüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Heimweg</strong></p>
<p>Die Oberen siehst du,<br />
nicht dich.</p>
<p>Wenn der Schwall schäumt,<br />
Jauchzen sich den Schatten entringt.</p>
<p>Ermessen musst du<br />
an göttlicher Elle,<br />
aphrodisisch geblendet,<br />
den Abschied.<br />
Des Abschieds hohl dröhnende Schlucht.</p>
<p>Lächelns letzte Blüte<br />
hat vor der Zeit<br />
abgepflückt dir<br />
ein komödiantischer Wind.</p>
<p>Die Höheren sind entrückt.<br />
Rausch ozeanischen Summens.<br />
Echo des Bluts unter Schläfen.<br />
Schnee des funkelnden Glücks.</p>
<p>Dein Zeitmaß,<br />
Hüsteln und Schnaufen.</p>
<p>So schaufelt Sehnsucht ein Grab.</p>
<p>Ein Gesicht,<br />
wert es mit Küssen zu halten,<br />
sinkt.</p>
<p>Ein Name,<br />
hoch über Herzen gebetet,<br />
gellt, ein Fluch<br />
unter Flüchen.</p>
<p>Der ärmliche Schuldiener kommt,<br />
du erkennst sein Schniefen,<br />
er sammelt die Hefte jetzt ein.<br />
Du weißt: Du hast dein Thema verfehlt.</p>
<p>Die Todlosen sitzen an üppigen Tischen.<br />
Flamme ist gelb.<br />
Flamme ist rot.<br />
Flamme, die singt.</p>
<p>Dein Heimweg schämt sich<br />
an hohen Fenstern vorbei.<br />
Die Musik, der Sieg<br />
über Gram und Gebein.</p>
<p>Dein Heimweg führt nicht nach Hause.<br />
Im Ranzen dein Pausenbrot,<br />
das die Mutter dir mitgab.</p>
<p>Mutter lebt lang,<br />
lange nicht mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ich taste nach etwas</strong></p>
<p>Ich gehe durch einsame Höfe.<br />
Mein Leben hat sich zerteilt<br />
in so viele Leben, die mir<br />
nichts mehr bedeuten, die seltsam<br />
widerhallen mit meinem Schritt.</p>
<p>Ausgesetzt auf die einsame Erde<br />
gehe ich durch einsame Höfe.</p>
<p>Wo bist du, Gesicht einer Blume,<br />
das sich mir ins Wirkliche reckt?<br />
Wo seid ihr einst wimmelnde Bienen,<br />
wo des Täuberichs trunknes Gegurr?</p>
<p>Sagen wollt ich: Durchwandere du<br />
meinen Traum.<br />
Nichts ist, nichts ist zu fassen.</p>
<p>Die Bilder, die Winke, der Traum.<br />
Nichts. Nur die Mulde, stille und blau.</p>
<p>Ich rufe nach Gästen, nach Geistern.<br />
Ich reiche mein Herz, mein aufgespartes<br />
Gefühl. Ich taste nach etwas.</p>
<p>Sag mir, sage mir, sprich.<br />
Einen Mund muss es doch geben.<br />
Für jedes gibt`s ja sein andres.<br />
Für die Hand ihren Groschen.<br />
Für die Zunge die Frucht,<br />
die süß ins Zukünftige träufelt.</p>
<p>Ich taste nach etwas.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Herbst</strong></p>
<p>Die Wäsche baumelt sehr allein<br />
im Hinterhof. Die Zeit ist gar.<br />
Du fragst den blankgewetzten Stein,<br />
wo blumenweich das Leben war.</p>
<p>Es soll sich wie in Falten<br />
das auf- und abgesagte Leben<br />
in zarten, herben Zeilen halten.<br />
Mag auch der müde Leib erbeben.</p>
<p>Es mag sodann mit wildem Nicken<br />
wie reife, dunkle Trauben<br />
ein Schnabel all die Worte picken<br />
und all die guten Träume rauben.</p>
<p>Der Herbst wird mild,<br />
wenn Liebesschatten handeln<br />
in zartem Einverwandeln.<br />
Wenn fernes Wähnen ist gestillt.</p>
<p>Und fragst du nach dem Trost,<br />
wenn blütenleer die Zeilen stehen,<br />
es ist die Hinterwelt erlost,<br />
wohin die ernsten Seelen gehen.</p>
<p>Bald kommt wie stummer Engel<br />
Schnee, das Glück der letzten Zeile,<br />
wo unter heller Nacht der Flügel<br />
dein Angesicht verweile.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Miau</strong></p>
<p>Gestiefelt kommt Herzbube<br />
in die Denkerstube.<br />
Mit verheulten Dramen<br />
bestiefelt er die Damen.</p>
<p>Groß ist die Flausenmuse<br />
der großen Philosoffen.<br />
Sie wird nur übertroffen<br />
von Klein-Beate-Use.</p>
<p>Dichterlein, mach die Show<br />
der verdrehten Augen.<br />
Offenbarung alle saugen,<br />
kläff du dein Wauwau.</p>
<p>Die Nacht miaut und blaut.<br />
Die Seele ist versaut.<br />
Tu dir von den Häuten krätzen<br />
Die verstunknen Dichterfetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dichters Saustall</strong></p>
<p>Sie bleiben mammonlechzend Hormonübermannte,<br />
Propheten mit dem Bocksgeruch,<br />
Dichter mit den Maulwurfsaugen<br />
fürs verweste Abendland –<br />
und die große Intuition<br />
für den verwaisten Schoß.</p>
<p>Sie können nur zitternd schreiben,<br />
so groß ist der Drang,<br />
die Ader schwillt an,<br />
sie keuchen in der Umarmung<br />
über der Mutter der Symbole,<br />
Mord zeugend und<br />
mordend das ganze Zeug.</p>
<p>Sie halten die große Hure im Fett<br />
mit Schnalzen, Rülpsen und Bellen,<br />
Metaphern lassen sie schwellen<br />
ins Gedärm des Tiers.</p>
<p>Sie füttern die babylonische Schlange<br />
mit Schluchzen, Klingeln und Prusten,<br />
mit Schwirren, Klirren und Husten,<br />
sie verfüttern das Kind.</p>
<p>Kinder sind den mannweiblichen<br />
Gottespfuschern die Werkchen,<br />
mit tausend Jungfernhäutchen<br />
zierlich inkrustiert.</p>
<p>Und sie seufzen und blöken so stumm,<br />
die Windellosen nässen sehr,<br />
aus den undichten Stellen<br />
rinnt warmer Urin ins Gefühl.</p>
<p>Dichter, verzwergte<br />
unter des Lebens<br />
rotem Marschallstab,<br />
von seiner Hexenküche<br />
benebelte Dichter.</p>
<p>Dichter, Hexer, Scharlatane,<br />
Drogenfresser, Drogenmacher,<br />
zahnlose Urwortfaschisten,<br />
bissige Wehmutjuden,<br />
beamtete Lebensverklärer,<br />
behütete Nihilisten.</p>
<p>Missionar oder Spitzbub,<br />
wer mag es ergründen?</p>
<p>Schwitzt er für das kniende Bewusstsein<br />
die schwule, die völkische,<br />
die kosmische Seele aus?</p>
<p>Poeten in der Prosaangst<br />
vor dem sicheren, schnellen,<br />
tödlichen Pfeil, dem Satz,<br />
der trifft und ade,<br />
epitaphenscharf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mein weiches Schülergrab</strong></p>
<p>Wie warst du strahlend aus der bunten Bluse.<br />
Der goldnen Härchen Wahngeflimmer<br />
für aparten Kuss.</p>
<p>Ich liebte dich, ich war dir zugetan,<br />
dein heller Atem leerte mir`s Gemüte.<br />
Den schnöden Optativ, die Ars Latina<br />
warf ich hin, die dummen Eselsbrücklein<br />
für deines Fußes braune Zier.<br />
Der Ablativus Absolutus löste sich<br />
unterm absoluten Regen deines Haars.</p>
<p>Für dich! Für dich! war Sommerkuckucksruf.<br />
An deinen Wimpern zählte ich die Zeit.<br />
Die Zeit, die nicht mehr zählte.</p>
<p>Weißt du all dies, wie ich um deines Lächelns Blüte<br />
schwirrte, wie ich ertrank?</p>
<p>Was hielt mich noch, als mich dein Herzschlag schlug?<br />
Mich hielt nichts auf, in deinen Vogelgruß zu wandern.</p>
<p>Wie war mir wohl zu Haus, als deine Blicke sanftes<br />
Dunkel ums lose Angesicht gestreut.</p>
<p>Wie schneit mir heut<br />
die lose, leise Liebe weich ins Grab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Sehnsucht der Ratte</strong></p>
<p>Die rosig schimmernde,<br />
plattgewaltzte Ratte,<br />
ihre Eingeweide triefen<br />
über den Asphalt,<br />
sie war ich, ich war sie,<br />
tat twam asi,<br />
sie war tot und träumte,<br />
sie träumte ihren Tod,<br />
ich lebte meinen Traum,<br />
ich lebte meinen Tod,<br />
im Tode pfiff sie noch,<br />
pfiff ihr altes Rattenlied,<br />
von der Schwalbe träumend,<br />
deren rasender Schatten<br />
ihr den letzten Wegsaum schnitt,<br />
ich war der scharfe Schnitt,<br />
das Sehnsuchtslied der Ratte<br />
bannte in den Traum ich ein.</p>
<p>So bescheidet sich mein Dasein,<br />
der Ratte Todesröcheln auszudeuten,<br />
sitzend als Orakel in der Kneipe,<br />
vor mich hin pfeifend,<br />
die Eingeweide, die mir munter<br />
seit- und abwärts sacken,<br />
schüchtern immer wieder<br />
unters Hemd mir schiebend,<br />
das Auge irrend zeilenstur<br />
auf der Suche nach dem Schatten,<br />
der den Todessaum der Einsamkeit<br />
im Sehnsuchtsfiepen<br />
einer Ratte abgeschnitten hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wenig, viel</strong></p>
<p>Wenig Menschen.</p>
<p>Weniges, was dem Spätlicht blieb.</p>
<p>Eine Wiese,<br />
von Herbstzeitlosen erwärmt.</p>
<p>An den Rändern<br />
erblassende Birken.</p>
<p>Wo seid ihr,<br />
Leben spendende Augen,<br />
dunkle Gewissheiten ihr?</p>
<p>Busch und Strauch<br />
hat Nacht gesaugt.</p>
<p>Verweht ist Vogelruf.<br />
Scharren mündet in Schlaf.</p>
<p>Ist kein Flügel<br />
im flüsternden Laub,<br />
dort im Wipfel der Angst<br />
keines mehr wach?</p>
<p>Reglos.<br />
Als hingen Glocken<br />
erinnerungslos im Baum.</p>
<p>Im Moos,<br />
dem Traume sehr nah,<br />
erglimmt der leere Kopf eines Vogels.</p>
<p>Hier ist die Mulde,<br />
wo ärmliches Wasser entrückt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie bist du fern auf deiner Reise!</strong></p>
<p>Wie bist du fern auf deiner Reise!<br />
Ich lief den Sonnenpfad entlang,<br />
auf dem dein Herz mit Veilchen sang.<br />
Mein Wehmut-Pochen wurde leise.</p>
<p>Wie bist du fern auf deiner Reise!<br />
Mich dunkelte dein Augenpaar.<br />
Ich barg den Gram in deinem Haar.<br />
Und träumend zog der Mund die Schneise.</p>
<p>Wie bist du fern auf deiner Reise!<br />
Ein Nachbild wie von lieber Hand<br />
sich Sehnsucht im Geblatt erfand.<br />
Wie bist du fern auf deiner Reise!</p>
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