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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Bei uns zu Hause Gedichte über Koblenz</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Bei uns zu Hause</title>
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		<pubDate>Fri, 05 May 2017 20:32:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bei uns zu Hause Gedichte über Koblenz]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bei uns zu Hause war es musisch karg – da gabʼs die sentimentalen Schnulzen, die ein Bänkelsänger schluchzte, der wieder durchs Dorf zog mit einem Schlapphut und Gitarre, und Mutter wickelte ein paar Groschen in Altpapier und warf sie aus dem Fenster ihm hin – wie er sich kratzfüßig-galant verbeugte und zog den Hut dabei. [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/bei-uns-zu-hause/">Bei uns zu Hause</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bei uns zu Hause war es musisch karg –<br />
da gabʼs die sentimentalen Schnulzen,<br />
die ein Bänkelsänger schluchzte,<br />
der wieder durchs Dorf zog<br />
mit einem Schlapphut und Gitarre,<br />
und Mutter wickelte ein paar Groschen<br />
in Altpapier und warf sie aus dem Fenster ihm hin –<br />
wie er sich kratzfüßig-galant verbeugte<br />
und zog den Hut dabei.</p>
<p>Dann entdeckte Vater den erotischen Reiz<br />
schöner Stimmen und schleppte Platten<br />
von Zarah Leander oder Anneliese Rothenberger an.</p>
<p>Endlich wurde in der Lache am Oberwerth<br />
eine Freilichtbühne gebaut,<br />
zum Schrecken der noblen Anwohner<br />
der Rheinanlagen, da konnte Mutter ihre großen Hüte<br />
bei grellen Inszenierungen von „Wiener Blut“<br />
oder der „Czardasfürstin“ zur Geltung bringen.</p>
<p>Und doch, große Musik erklang,<br />
wie damals in jedem Dorf am Rhein,<br />
wenn die Glocken zur Christmette riefen<br />
oder das Osterfeuer vor St. Johannes brannte<br />
und nach den Anrufungen des Lumen Christi<br />
das Te Deum die Kehlen reinwusch<br />
vom Gerede und Staub des Tags, sie erklang<br />
wenn im Jahreskreis der edle Kranz<br />
der alten Lieder mit betauten Blättern<br />
schimmernd neu gewunden wurde.</p>
<p>Dann offenbarte sich dem Knaben,<br />
so war die alte Kirche mütterlich,<br />
im Kinderchor gregorianischer Gesang –<br />
wie meine Lippen mit den Schwalben<br />
über dem Altar aufflogen<br />
und die weiße Kühle des Schlußsteins küßten.</p>
<p>Doch als ich vom ersten Taschengeld<br />
mir Bachs Passionen zugelegt<br />
und mich in die helle Dämmerung<br />
verzückten Leidens einschloß,<br />
wurde man zu Hause sehr bedenklich<br />
und fragte sich stirnrunzelnd,<br />
was mit dem Jungen nicht stimme –<br />
diese Musik galt als „schwer“,<br />
und ein Junge in der Pubertät,<br />
der sich mit ihr belud, als gefährdet.</p>
<p>Wohl ganz zurecht, denn ich habe dann bald<br />
wie alle die Glieder und das Glied geschüttelt<br />
zum Hämmern und Dröhnen der Pop-Idole,<br />
doch hatʼs mich seelisch nicht verwandelt,<br />
ich blieb ein Derwisch des Gefühls.</p>
<p>Und heute? Scheu zurückgekehrt, fast verhornt<br />
vom Lärm des Tags, zu den nächtlichen Passionen,<br />
halte ich den Tönen, die aus der Stille tropfen,<br />
die durstige Seele hin.</p>
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