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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Brennende Feder &#8211; sehendes Herz Gedichtzyklus für Nan Cuz eine deutsch-indianische Malerin Radiofeature WDR3 Anja Krug-Metzinger</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Brennende Feder &#8212; sehendes Herz</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 14:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Radiofeature und TV-Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Brennende Feder - sehendes Herz Gedichtzyklus für Nan Cuz eine deutsch-indianische Malerin Radiofeature WDR3 Anja Krug-Metzinger]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die gefiederte Schlange Nan Cuz gewidmet, der Heimgekehrten Schrecklich springt mein Herz, immer muss ich starren auf das grüne Feuer, immer muss ich lauschen auf das singende Feuer. Ich sehe und meine Augen sind zu, ich fühle und meine Hand ist leer, ich höre und mein Ohr ist ein Nest für tausend krabbelnde Tiere. Mein [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-gefiederte-schlange/">Brennende Feder &#8212; sehendes Herz</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die gefiederte Schlange</strong></p>
<p><em>Nan Cuz gewidmet, der Heimgekehrten</em></p>
<p>Schrecklich springt mein Herz,<br />
immer muss ich starren<br />
auf das grüne Feuer,<br />
immer muss ich lauschen<br />
auf das singende Feuer.</p>
<p>Ich sehe und meine Augen sind zu,<br />
ich fühle und meine Hand ist leer,<br />
ich höre und mein Ohr ist ein Nest<br />
für tausend krabbelnde Tiere.</p>
<p>Mein Dorf ist unter grünem Glas erstickt.<br />
Die Stimmen der Lieben sind Geisterstimmen.<br />
Ein Schleier verhüllt die Wege,<br />
das Gesicht der Mutter verblasst.</p>
<p>Der große Schamane hat mich geweckt,<br />
barfuß, wie ich bin, mit losem Haar,<br />
hier mich auf das Moos der Urwelt gestellt.<br />
Betet für mich, Götter!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die gefiederte Schlange</strong></p>
<p>Als ich den grünen Tempel sah,<br />
sprang mir ein Federbällchen aus dem Mund.<br />
Bin ich schon in der anderen Welt,<br />
wo Gedanken wie Tropfen glänzen?</p>
<p>Was würgt ein fremder Gott in mir?<br />
Federn brennen, ritzen meinen Mund.<br />
Federn brennen, kitzeln meine Kehle.<br />
Schlangenzunge ist nun meine Zunge.</p>
<p>Sie leckt nach Licht, ich presse, beiße<br />
den Schlangenkopf mit meinen Lippen.<br />
Ich habe Angst und muss das Fremde küssen.<br />
Es stürzt aus mir hinaus ins Freie.</p>
<p>Da thront die Schlange mit dem Federbusch<br />
und plustert sich hinauf ins Himmelslicht.<br />
„Wo bin ich, Vater?“ – „Im Reiche des Mescal.“ –<br />
„Dann gibt`s für mich kein Gestern und kein Morgen? –</p>
<p>Du schweigst? – Ich soll dich nichts mehr fragen?“ –<br />
„Kein Fragen hilft, kein Weinen nach der Mutter.<br />
Die Tränen sind schon Heimat, neues Leben,<br />
so wie der Glanz des Taus es ist für Blumen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Insel der Dichter</strong></p>
<p>Dort seh ich eine runde Insel.<br />
Sie liegt in einem Wasser,<br />
das man nicht trinken kann,<br />
das keine Wolken spiegelt.</p>
<p>Die Insel schwebt und dreht sich<br />
leise wie ein großes Blatt.<br />
Die Bäume dort, wie sie sich im Winde<br />
wiegen und winken mit den Ästen!</p>
<p>Winken mir zu: „Komm zu uns,<br />
hier kannst du unter warmem Laub<br />
dich in die Stille knien!“<br />
Ist dort mein Schicksalsort?</p>
<p>Ach nein, es sind ja wirklich Hände,<br />
die da winken, sind echte Menschen,<br />
wie schlafend lehnen Wange sie an Wang,<br />
und wie ertrinkend winken sie.</p>
<p>Doch gar nicht mir – es ist das Singen<br />
eines großen Schwans, der schwebt herab<br />
vom Mond und biegt wie Gräser<br />
die Menschen in ein wehes Sehnen.</p>
<p>Die Menschen auf dem Inselreich,<br />
das sie Dichtung nennen oder Seelentrost,<br />
sie träumen sich und mich wie den Gesang<br />
des Schwans und seinen sanften Tod.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Sorgenkaiser</strong></p>
<p>Er torkelt auf tausend Wünschelruten,<br />
Weltbeherrscher, Sorgenkaiser.<br />
Wasserköpfig quillt und schwillt er<br />
von Wissen, von herzlosem Wissen.</p>
<p>Wie alt ich sei, wie groß?<br />
Ob schön, ob Mauerblümchen?<br />
Wann käm zu mir die Natter Tod?<br />
Und ob ich schlürfen könnt das Morgenrot?</p>
<p>Der Kaiser schwingt die Peitsche<br />
um den Hals der Menschenkinder –<br />
ihre Seelen tun wie Kreisel,<br />
die ihr dunkles Weh austönen.</p>
<p>Mein Herz liegt wohl geborgen<br />
unterm Moos des Weltenbaums –<br />
im Wipfel singt Quetzal, mein Vogel,<br />
selbstvergessen singt es mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mit Geistern</strong></p>
<p>Mit den Geistern sprach ich –<br />
und schweigen durft ich unter Blüten.<br />
In den Gräsern las ich:<br />
Lieben ist die Liebe hüten.</p>
<p>Unterm Mondmal schlief ich,<br />
und mit Tränen kam das Träumen.<br />
Meine Toten standen um mich,<br />
keines Wort durft ich versäumen.</p>
<p>Lichtgezwitscher weckte mich –<br />
Nacht und Nachtgespinst verglühten.<br />
Unter goldnen Wolken sang ich:<br />
Lieben ist die Liebe hüten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Letzte Verwandlung</strong></p>
<p>Wann die Zeit reif ist –<br />
reif wie die Früchte, die platzen –<br />
weiß allein die gefiederte Schlange,<br />
weiß allein Quetzalkoatl.</p>
<p>Alles, was ich bis dahin gesammelt<br />
an lieben Bildern, an Opfergaben,<br />
schwebt im Goldnest der Seele<br />
hoch überm Atitlansee.</p>
<p>Quetzal, der Göttervogel, kommt,<br />
sein Gefieder höre ich rauschen.<br />
Ich bin nur noch Zittern nach Ferne,<br />
als würden die Träume jetzt flügge.</p>
<p>Mit heißem Schnabel zerpflückt er<br />
das Nest, die Bilder zerstieben.<br />
Die Rätsel des Lebens verlöschen<br />
im Schwarzblau des Sees.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rückkehr</strong></p>
<p>Ich war im Tempel des Mescal,<br />
wo tausend lichte Korridore<br />
in tausend neue Tempel münden.<br />
Die Säulen stimmen sich zum Chore<br />
im Sonnentempel des Mescal.</p>
<p>In abertausend Tempel münden<br />
die krummen und die graden Pfade,<br />
wo Zeit verweht in Ewigkeit.<br />
Was in Herzen brennt um Gnade,<br />
will in diesen Tempel münden.</p>
<p>Die Zeit verweht in Ewigkeit,<br />
wenn tote Seelen auferstehen,<br />
Hände sehen, Augen fühlen,<br />
Kinder mit den Engeln gehen<br />
auf dem Teppich Ewigkeit.</p>
<p>Hände sehen, Augen fühlen,<br />
und ich kehre heim ins Schweigen.<br />
Ich war im Tempel des Mescal.<br />
Den Betrübten kann ich zeigen<br />
Sterne, die die Wunden kühlen.</p>
<p>Ich war im Tempel des Mescal,<br />
Frucht aus lauter Liebesdingen,<br />
keimst du auf aus Mütterblicken,<br />
blühst, wenn Blick in Blicke dringen,<br />
reifst an Blitzen des Mescal.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>________________________________</p>
<p>Diese Gedichte entstanden im Zusammenhang der Produktion eines Radiofeatures mit dem Titel „Brennende Feder. Sehendes Herz – Nan Cuz, eine deutsch-indianische Malerin“ für den WDR 3 im Jahre 2007 über das Leben der Malerin Nan Cuz, deren Vater als Hamburger Kaufmann in Guatemala tätig war, und sie später, als seine Ehe mit einer Deutschen kinderlos blieb, in seine Heimat bringen ließ. Die kleine Nan muss zum ersten Mal in ihrem Leben Schuhe tragen und wird Irmgard gerufen. Das Mischlingskind verbringt seine Kindheit und Jugend in einer gutsituierten hanseatischen Familie. Dann verliebt sie sich in den eigenwilligen Maler und Schriftsteller Georg Schäfer, mit dem sie im Jahre 1968 das legendäre Buch „Im Reiche des Mescal“ veröffentlicht, ein modernes Märchen, fußend auf den Mythen der Maya und dem Tibetanischen Totenbuch, mit Texten von Georg Schäfer und Illustrationen von Nan Cuz. Es wird ein Kultbuch der Hippiebewegung. Das Bild „Die Madonna von Guatemala“ macht Nan Cuz in den 50er Jahren berühmt, es folgen Ausstellungen in ganz Europa. 1971 kehrt Nan Cuz nach Guatemala und ihren indianischen Wurzeln zurück.<br />
Anja Krug-Metzinger hat unter dem Titel „Brennende Feder. Sehendes Herz – Nan Cuz, eine deutsch-indianische Malerin“ im Jahre 2008 für Radio Bremen und ARTE 2008 einen Dokumentarfilm über das Leben der Malerin gedreht.</p>
<p>Zum Radiofeature siehe: <a href="http://www.krug-metzinger.de/site/Nan-Cuz.html">http://www.krug-metzinger.de/site/Nan-Cuz.html</a><br />
Zum Film über Nan Cuz siehe: <a href="http://www.krug-metzinger.de/site/Brennende-Feder.html">http://www.krug-metzinger.de/site/Brennende-Feder.html</a><br />
Zu Georg Schäfer siehe: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Schaefer">http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Schaefer</a></p>
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