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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Das Ei philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Das Ei</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 22:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Das Ei philosophische Gedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Denker, denk das Ei, grübel’s nicht entzwei. Es enthält die Welt, Liebe hat’s bestellt. Doch muß man es hüten, mit Geduld bebrüten, daß ein neues Sein ins alte spring herein. Wie im winzig Kleinen sich zwei Welten einen, die Kunde hoher Stunden im feinsten Strang gewunden, der sinnreich sich zerteilt, zur Neugestaltung eilt, die doch [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/das-ei/">Das Ei</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Denker, denk das Ei,<br />
grübel’s nicht entzwei.<br />
Es enthält die Welt,<br />
Liebe hat’s bestellt.<br />
Doch muß man es hüten,<br />
mit Geduld bebrüten,<br />
daß ein neues Sein<br />
ins alte spring herein.<br />
Wie im winzig Kleinen<br />
sich zwei Welten einen,<br />
die Kunde hoher Stunden<br />
im feinsten Strang gewunden,<br />
der sinnreich sich zerteilt,<br />
zur Neugestaltung eilt,<br />
die doch der Ahnen Züge<br />
an Aug und Seele trüge,<br />
bewundernd magst du’s schauen,<br />
dem Schöpfergeist vertrauen,<br />
selbst wenn aus zarten Scherben<br />
als Unhold schlüpft Verderben.<br />
Denn hat’s der Kuckuck auch<br />
unter fremden Bauch<br />
trügerisch gelegt,<br />
wird es doch gehegt.<br />
Wenn das Junge gar<br />
die Geschwisterschar<br />
aus dem Neste patzt,<br />
wird es doch geatzt.<br />
List und schierer Trug,<br />
Gottes ist der Fug.</p>
<p>Dichter, sing das Ei,<br />
reim es nicht zu Brei.<br />
Es ist schön oval,<br />
blendend wie der Strahl,<br />
der sie uns erhellt,<br />
dämmert hin die Welt.<br />
Was daraus entspringt,<br />
gackert oder singt,<br />
federbunt geschmückt,<br />
hat dich hoch entzückt.<br />
Manchmal sind die Eier<br />
wie zur Osterfeier<br />
auch gesprenkelt zart,<br />
je nach Vogelart,<br />
Punkte gelb und blau,<br />
perlglänzend wie der Tau,<br />
Dichter, dir zum Zeichen:<br />
Natur kann es erreichen,<br />
was dein Vers ersehnt,<br />
Rhythmen, süß gedehnt.<br />
Doch dann gibt es wieder<br />
ganz mißglückte Lieder,<br />
als wär dir geschlüpft<br />
ein Küken, arg zerrüpft.<br />
Eier gibt’s in Massen<br />
dumpfer Teufelsrassen.<br />
Und wenn daraus kriecht,<br />
woran das Leben siecht,<br />
rasch bringt’s aus dem Tritt<br />
Wurm und Parasit,<br />
was das Hirn befällt,<br />
daß der Feingeist bellt,<br />
mußt es nehmen hin,<br />
Gottes ist der Sinn.</p>
<p>Zwei sind für das Ei<br />
gar nicht einerlei.<br />
Wisset wohl, ihr beiden,<br />
sie zu unterscheiden:<br />
die aus eignem Blut<br />
nährte dieses Gut<br />
und nach vielen Tagen<br />
hat es ausgetragen,<br />
Muttertier heißt sie,<br />
ob nun Mensch, ob Vieh.<br />
Der mit flottem Samen<br />
sagt der Frucht sein Amen,<br />
baute mit das Nest,<br />
doch verschlief den Rest,<br />
dann weckt ihn die Pflicht,<br />
Werktags grelles Licht,<br />
sorgen für die Brut<br />
gibt ihm frischen Mut,<br />
Vater heißt der Mann,<br />
der sich Sinn gewann,<br />
wenn das Junge summt,<br />
was er vorgebrummt.<br />
Die im Zwielicht schwanken,<br />
sind die seelisch Kranken,<br />
die nicht zeugen können,<br />
Mutterschaft mißgönnen,<br />
Mannesehre ächten,<br />
im Dienst von finstren Mächten,<br />
lassen Hohes schleifen,<br />
Niedres um sich greifen,<br />
sind die Nihilisten,<br />
die mit Trug und Listen<br />
Geist der Sprache blenden,<br />
ins Öde sie zu wenden.<br />
Dunkel sind Dämonen,<br />
die kein Herz verschonen,<br />
Tiere, die monströse<br />
geifern für das Böse.<br />
Frage nicht, wieso.<br />
Gottes ist der Zoo.</p>
<p>&nbsp;</p>
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