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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Das Fanal Frankfurter Goetheturm Gedichte über Frankfurt</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Das Fanal</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 16:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Das Fanal Frankfurter Goetheturm Gedichte über Frankfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Verse auf die Asche des Frankfurter Goetheturms Samstags auf dem weißen Boot der Primus-Line, Tassen, Gabeln, Messer klappern, Kinder laufen auf und ab, hier ist die Aussicht besser, nein, hier. Alles übertönt der Besser-Wisser-Lautsprecher, der jedem, was er sieht, erklärt, Alte Brücke, wo er ging – wie jung er damals war, und was ihm aus [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/das-fanal/">Das Fanal</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Verse auf die Asche des Frankfurter Goetheturms</em></p>
<p>Samstags auf dem weißen Boot der Primus-Line,<br />
Tassen, Gabeln, Messer klappern,<br />
Kinder laufen auf und ab,<br />
hier ist die Aussicht besser, nein, hier.<br />
Alles übertönt der Besser-Wisser-Lautsprecher,<br />
der jedem, was er sieht, erklärt,<br />
Alte Brücke, wo er ging – wie jung er damals war,<br />
und was ihm aus dem Wellengrund des Mains<br />
heraufsang grüner Nixenmund,<br />
alles krümelklein, wie hoch der Turm der EZB,<br />
die Kathedrale der Geld-Häretiker,<br />
wie viel Kubikmeter Wasser birgt das Hafenbecken,<br />
wie viele Leichen hat in der Schreckensnacht,<br />
als das Herz der Altstadt brannte,<br />
Vater Main traurig zugedeckt, nicht, das nicht.</p>
<p>Die Gerbermühle endlich,<br />
alte Märchen schäumend,<br />
leise knirschend, damals,<br />
goldner Liebe Körner mahlend,<br />
und ihr Rad, es sang<br />
in weichen Takten<br />
Ma-ri-an-ne &#8230;</p>
<p>Hier stieg ich immer aus,<br />
stracks durch Oberrad,<br />
wo ist das Heim der Tumben,<br />
dort lebt die Schwester des alten Florentiners,<br />
der mir seines Dichters Verse lallte<br />
vom Irren von des Weges Mitte:</p>
<p>„Nel mezzo del cammin di nostra vita<br />
mi ritrovai per una selva oscura,<br />
ché la diritta via era smarrita.“</p>
<p>(Es war in meines Lebensweges Mitte,<br />
da fand ich mich in Waldes Dunkel wieder,<br />
verwuchert waren mir die lichten Tritte.)</p>
<p>Roch sie den bittersüßen Qualm,<br />
schmeckte rußig Sud verkohlter Stämme<br />
oder sah mit feuchten Augen<br />
eines aus dem Schlaf gezerrten Kinds<br />
den roten Dämon lodern in der Nacht?</p>
<p>Ich floh zu den Toten herzlich gern<br />
auf den Waldfriedhof<br />
und dankte jedem Flackerlicht auf seinem Grab<br />
für einer Wehmut Träne,<br />
daß es Andacht leise angefacht<br />
und zärtliches Gedenken.</p>
<p>Dort geht über karges Rinnsal der Steg,<br />
schon fliegt von Würsten Duft heran,<br />
da sind die Kinder, spielt ihre Munterkeit,<br />
die Musikbox quält sich quäkend Gassenhauer ab,<br />
da steht der ungeheuere Koloss.</p>
<p>All die lang zu Staub zerfallenen Hände,<br />
die an ihm gebaut,<br />
die Kehlen der Werker und Meister –<br />
was sangen am Richtfest sie<br />
unter luftig hüpfenden,<br />
von bunten Bändern durchwundenen<br />
Blättern der Birke, der Weide<br />
dort in der Höhe einst?</p>
<p>Als hätte herb ein Wind<br />
die Bohlen braun geküßt<br />
in so viel Jahren, in so viel Jahren<br />
das Geländer abertausend Hände<br />
hell und glatt gerieben,<br />
in so viel Jahren,<br />
zupfte seine süßen Blüten Sommer,<br />
bauschte Herbst sein goldenes Vlies,<br />
blinkte Winters Spiegel blau,<br />
abertausend Augen sind gewandert<br />
über grüne, gelbe, rote Flecken<br />
von Spessart, Taunus, Odenwald,<br />
wie liebkosend Ferne heimatlich,<br />
was ersehnend,<br />
wem sich an die Schulter schmiegend,<br />
wem die feuchte Wange wischend,<br />
da sie auf ihres kleinen Lebens<br />
rein umwölktes Bild geblickt<br />
und auch die im Bild bewahrten,<br />
die schon lange hingeschieden.</p>
<p>Nie wieder kehre ich dorthin zurück.</p>
<p>Meine Augen sind mir wie erloschen<br />
unter der Endzeit-Beize schwarzer Dünste,<br />
dem obszönen Spucken der Flammengischt,<br />
dem Fanal des Untergangs<br />
des Wahren, Guten, Schönen.</p>
<p>Nie wieder kehre ich dorthin zurück.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Siehe:</em><br />
<a class="moz-txt-link-freetext" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goetheturm">https://de.wikipedia.org/wiki/Goetheturm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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