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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Der erloschene Nimbus philosophische Gedichte religiöse Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Der erloschene Nimbus</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2022 22:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Der erloschene Nimbus philosophische Gedichte religiöse Gedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Daß jene Erkorenen sie sahen, geküßt von hohen Geistes feurigem Mund, die leuchtende Aura um das Antlitz des inkarnierten Worts, des Heiles siebenstrahliges Auge, die Gloriole, genährt von dreifaltigen Flammen, im Chorgesange züngelnd der sie umkreisenden Engel, den surrealen Glanz um die Locken der Gebenedeiten und der Apostel stillsinnende Stirn, die Aureole um den transfigurierten [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-erloschene-nimbus/">Der erloschene Nimbus</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Daß jene Erkorenen sie sahen,<br />
geküßt von hohen Geistes feurigem Mund,<br />
die leuchtende Aura um das Antlitz<br />
des inkarnierten Worts,<br />
des Heiles siebenstrahliges Auge,<br />
die Gloriole,<br />
genährt von dreifaltigen Flammen,<br />
im Chorgesange züngelnd<br />
der sie umkreisenden Engel,<br />
den surrealen Glanz um die Locken<br />
der Gebenedeiten und der Apostel<br />
stillsinnende Stirn,<br />
die Aureole<br />
um den transfigurierten Leib,<br />
soll dich nicht wundern.</p>
<p>In die Dunkelheit der Stille aber<br />
sprühten Eremiten der östlichen Welt<br />
und des byzantinischen Athos<br />
Funken des ungeschaffenen Worts,<br />
das sich auf dem Berge Tabor<br />
den auserwählten Jüngern offenbart hat.</p>
<p>Doch gewährte der Nimbus sich auch Heiden,<br />
von Bacchus ergriffen in wilder Landschaft<br />
Mänaden zu sehen, zu werden, die mit fühlender Hand<br />
aus dem Gefieder der Nacht Gesangesflocken geschüttelt,<br />
um sie ins Haar sich, auf die nackten Glieder zu heften,<br />
den Thyrsosstab der Ekstase mit Weinlaub umkränzten,<br />
den Weg durchs Dickicht in die Lichtung zu finden,<br />
wo das Blut der Wangen und Brüste und des Opfertiers<br />
im tiermenschlichen Reigen zu auratischem Glanz verschmolzen,<br />
er glänzt Apollon ums erhabene Haupt,<br />
der Apotheose der Sonne,<br />
er krönt den Heilbringer Mithras,<br />
ein Strahlenkranz windet sich<br />
von den Diadochen bis zu Augustus<br />
um die Schläfen vergöttlichter Herrscher,<br />
ja noch um den siegreichen Adler<br />
der Kaiser des Römischen Reichs<br />
Deutscher Nation.</p>
<p>O wie beseligend schwebt<br />
um den schwebenden Buddha<br />
der Aureole stilles Lotusblatt.</p>
<p>War nicht van Gogh der letzte,<br />
den Kranz der Strahlen zu winden,<br />
die wirbelnde Mandorla<br />
um nachtblauen Himmels Gestirn,<br />
Nacht, durchzittert, zerblättert<br />
im Sturmwind unwirklichen Lichts,<br />
die Risse zu sehen, die Schründe der Aura,<br />
die ihm sein Spiegelbild entblößte<br />
und im Schamanenflug der Pinsel<br />
als bittere Lichtspur auf die Haut<br />
des Unerlösten gefurcht hat?</p>
<p>Ja, wundern sollte uns Zwerge der Endzeit,<br />
nein, wundern sollte uns nicht,<br />
daß aus der kleinen Schar der Verehrer<br />
entrückter Sterneneinsamkeiten<br />
keiner mehr einen Funken,<br />
ein noch so dürftiges Glimmen<br />
um die Stirn der Enterbten,<br />
Wühler im Schlamm der Vergängnis,<br />
den Sprachgeist zerquatschende Schatten,<br />
um die pomadisierten Zöpfe<br />
der keine Verse mehr machenden Dichter,<br />
über dem aus dem After der tauben Empfindung gepreßten<br />
eitlen Fettfleck der Künstler,<br />
zum Kitzel der fletschenden Meute<br />
amtlich bestallter Maulwürfe<br />
unter Thronen und Altären,<br />
keiner den Nimbus mehr wahrnimmt,<br />
es sei denn gespenstisch leuchtenden Nebel,<br />
der aus den Wassern der Trübsal steigt,<br />
die fahlen Fäulnisflammen<br />
über den eingeebneten Gräbern der Ahnen,<br />
oder daß jene, die von Traumgewittern gequält,<br />
von glühenden Tränen, die sie von nächtlichen Knospen<br />
haben tropfen sehen,<br />
für irre gelten und Pharmaka schlucken,<br />
die das Hirn heilen, indem sie die Seele töten.</p>
<p>Und die sich ins Schilf der Ufernacht flüchten,<br />
flackert Liebenden nicht noch ein Herz<br />
über den Herzen, die vergebens pochen,<br />
eins ins andre zu schmelzen,<br />
oder ein blassender Mond,<br />
die Blume der Nacht,<br />
die einmal das Wort der Dichtung behauchte<br />
mit dem Duft aus versunkenen Gärten,<br />
mit dem matten Schneelichtschimmer<br />
der Jenseitspfade?</p>
<p>&nbsp;</p>
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