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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Der jungeAllegorie</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Sehnsucht und der Tag</title>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2014 12:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Der jungeAllegorie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eine Allegorie „Ich bin so jung im Lied des Morgenwinds: Schau meinen Leib, er wölkt aus tiefem Blau – und sitzt, ein fescher Bräutigam, am Tisch mit Fisch und Frucht.“ „Ich bin so alt wie die Nacht, die mich im Wehschrei unter trockenen Blitzen hat geboren und gebeugt ins Rauschen dunklen Leids ewig rätselt über [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-junge-tag-und-die-alte-sehnsucht/">Die Sehnsucht und der Tag</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Eine Allegorie<br />
</i><br />
„Ich bin so jung im Lied<br />
des Morgenwinds: Schau meinen Leib,<br />
er wölkt aus tiefem Blau –<br />
und sitzt, ein fescher Bräutigam,<br />
am Tisch mit Fisch und Frucht.“</p>
<p>„Ich bin so alt wie die Nacht,<br />
die mich im Wehschrei<br />
unter trockenen Blitzen hat geboren<br />
und gebeugt ins Rauschen dunklen Leids<br />
ewig rätselt über sich und ihre graue Tochter.“</p>
<p>„Den Nachmittag erspäh ich mir<br />
aus schmatzendem Röhricht ein Kitz,<br />
wie es von Schauern auf und ab durchzittert<br />
aus der grünen Lache leckt –<br />
mein hochgebogner Phallus tropft.“</p>
<p>„Von der Brust verstoßen,<br />
erwachte ich als greises Kind<br />
in einer Kittelschürze,<br />
vor mir die Schiefertafel:<br />
Ich kratze drauf ein böses Wort, ein hässliches,<br />
schrill, so schrill,<br />
dass alles grinsend auf mich starrt.“</p>
<p>„Ein Wachtelpaar kläglich sich verfing<br />
in einem meiner Netze –<br />
ich rupf es nackt und singe<br />
im Vorgeschmack der heißen Säfte<br />
ein freches Lied auf Huren und auf Pfaffen.“</p>
<p>„Kein Junge hat mich angeschaut<br />
mit Wohlgefallen. Meine Blicke stechen,<br />
meine Zunge zischt. Ich begann zu wandern<br />
von Ort zu Ort mit den Zigeunern, als Küchenmagd<br />
verdingt bei Menschen dunkler Sprache.“</p>
<p>„Abends ging ich auf den Rummelplatz,<br />
da hockte krumm ein Ding –<br />
halb Greisin und halb Kind.<br />
Mein Schatten fällt auf sie, da blickt sie auf.<br />
,Einen Wunsch hast du heut frei, mein Kind,<br />
doch rasch, die Sonne sinkt.‘ Ich tätschle ihre Wange –<br />
doch blöde stierend bleibt sie still.“</p>
<p>„Des Abends saß ich auf dem Rummelplatz.<br />
die Heimat schien mir nah,<br />
als die Gesichter schattenhaft verschwammen.<br />
Da tritt ein hoher Herr, goldberingt,<br />
mit hellem Sonnenhut dicht vor mich hin,<br />
fragt dies und das, woher, wohin –<br />
habʼs gar nicht recht vernommen.<br />
Er lachte schneidend, da ich reglos blieb.<br />
Als er davonging, sah ichʼs erst:<br />
Er humpelte und stützte schwer sich auf den Stock.“</p>
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