<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Eiche von Dodona</title>
	<atom:link href="http://www.luxautumnalis.de/tag/die-eiche-von-dodona/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.luxautumnalis.de</link>
	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
	<lastBuildDate>Mon, 25 May 2026 07:52:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=3.9.40</generator>
	<item>
		<title>Die Eiche von Dodona</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/die-eiche-von-dodona/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/die-eiche-von-dodona/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2014 15:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Eiche von Dodona]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.luxautumnalis.de/?p=4107</guid>
		<description><![CDATA[<p>Wer hat sie gepflanzt? War es die Erdmutter selbst, von deren Eicheln wir uns sättigten einst? Und sie stieg in den Wipfel des heiligen Baums und schaute auf den sämigen Schaum des ionischen Meers, erwartungsfroh – um die knorrige Borke und das nährende Wurzelgeflecht aber stapften die stinkenden Priester, barfüßig, halbnackte Männer mit schlaffer Haut [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-eiche-von-dodona/">Die Eiche von Dodona</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hat sie gepflanzt?<br />
War es die Erdmutter selbst,<br />
von deren Eicheln wir uns sättigten einst?</p>
<p>Und sie stieg in den Wipfel des heiligen Baums<br />
und schaute auf den sämigen Schaum<br />
des ionischen Meers, erwartungsfroh –</p>
<p>um die knorrige Borke und das nährende Wurzelgeflecht<br />
aber stapften die stinkenden Priester,<br />
barfüßig, halbnackte Männer mit schlaffer Haut<br />
und taubengurrenden Stimmen,<br />
die Füße schmutzig gebetet im quatschenden Matsch.</p>
<p>Wenn der schwarze Samt zerriss<br />
und die Nacht brütete über dem roten Ei des Monds,<br />
standen die Selloi still –<br />
sie erlauschten im Raunen und Rieseln des Laubs<br />
die schicksalsumwölkten,<br />
die Träume der Mutter.</p>
<p>Dann fielen die Blitze,<br />
Äste stürzten, es zeigte der Stamm<br />
die Inschrift der Flammen.</p>
<p>Auf ihren geschnäbelten Schiffen<br />
brachten die blonden Helden Mykenes<br />
den Gedanken ewigen Äthers,<br />
ewiger Bläue.</p>
<p>Und sie erbauten dem Vater des Lichts<br />
das heilige Haus mit des Giebels zarter Neigung,<br />
Zeus, und er küsste Gaia<br />
die Veilchenhand und zog sie<br />
am dichten Zopf zur Liebe sich nieder.</p>
<p>Nun hüpften die Priester gewaschenen Fußes<br />
in roten Sandalen und lilienblütigen Ärmeln<br />
um die Eiche zum Chor –</p>
<p>oder sie rührten,<br />
wenn Pan die Schatten verscheuchte,<br />
Weissagungen aus den braunen Bronzekesseln<br />
und dem ehernen Dreifuß<br />
von der Molosser Sturm<br />
und dem Zwielicht um Pyhrros –<br />
bis weit zu den goldenen Tropfen des Abends,<br />
dem Schleier um die Ankunft fremdblütiger Gottheit.</p>
<p>Alexander hat in ihrem Schatten geschlafen.<br />
Augustus und Hadrian, kultisch erregt,<br />
umgaben den Baum mit dem Dekor des Zeitgeschmacks<br />
und narkotisierten die Plebs durch den Rummel der Sandbahn.</p>
<p>Die Basilika thronte schon lang,<br />
da wehte es nachts noch einmal<br />
wie von klagenden Schatten herab –<br />
die Priester, dieʼs zu deuten vermochten,<br />
waren verschwunden.</p>
<p>Hätte der Blitz das ganz verholzte,<br />
ausgeträumte Leben<br />
mit einem Mal verbrannt!</p>
<p>Wo bist du, Mutter,<br />
die in den Zweigen schwebte<br />
und Eicheln herabschüttelte?</p>
<p>Wo bist du, Vater,<br />
der unter ihr auf dem Moos schlief,<br />
und sein Herz aus Bronze sang?</p>
<p>Wo bist du, Purpurball,<br />
in welchem Dornicht verfing<br />
des Eros Spiel sich?</p>
<p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-eiche-von-dodona/">Die Eiche von Dodona</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.luxautumnalis.de/die-eiche-von-dodona/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
