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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Heimsuchung Liebesgedichte komisch-groteske Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Heimsuchung</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2022 23:37:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Komische und groteske Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Sie ragte schwebend schon, als ich erwachte, falls ich erwachte, ragte schimmernd auf, als ob im schlaffen Flausch des Vorhangs Zwielicht Novemberdämmerung verhieß. Die Haut, so weiß wie Kalk – doch war es Haut, nicht Firnis toten Lichts, nicht Mehl des Geistermahls, zerrieben zärtlich von Persephone? Und eine aufgebrochne Purpurfrucht, ein Mund, der nur in [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-heimsuchung/">Die Heimsuchung</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ragte schwebend schon, als ich erwachte,<br />
falls ich erwachte, ragte schimmernd auf,<br />
als ob im schlaffen Flausch des Vorhangs Zwielicht<br />
Novemberdämmerung verhieß. Die Haut,<br />
so weiß wie Kalk – doch war es Haut, nicht Firnis<br />
toten Lichts, nicht Mehl des Geistermahls,<br />
zerrieben zärtlich von Persephone?<br />
Und eine aufgebrochne Purpurfrucht,<br />
ein Mund, der nur in Tropfen reden konnte,<br />
die dünne Schlieren formten, trüben Schmelz,<br />
im fahlen Inkarnat zur Aber-Frucht,<br />
die bitter ward, verrunzelt und verblaßt.<br />
Und nenne Augen nicht, was keinen Blick,<br />
was einen grauen Strahl mir zwischen wirrem<br />
Tang des Haars und spröden Büscheln trieb<br />
ins Angesicht, daß es von Pusteln juckte.<br />
Was wollte sie von mir, die Schwärmerin,<br />
lebendig tot, was ich ihr schuldig blieb,<br />
was sie vergessen hat wie ein Geschmeid<br />
in meinem Bett, bevor sie schied, ein Flattern<br />
wie eines Flügels, der ins Leere flog?<br />
Ich wußte es, mein Herz war das Geschmeide,<br />
das sie vermißte, das warme Blut im kalten<br />
Schattenreich, und als ich’s blitzen sah,<br />
war es ein Messer, krumme Harpyienklaue,<br />
da schrie ich auf und berstend war mein Schrei,<br />
daß jäh ein Wind das Fenster aufgeschlagen<br />
und wirbelte das Grauen aus dem Raum,<br />
des Albtraums hohle Maske und Gespinst.<br />
Kam‘s nicht wie Blumenodem ferner Gärten,<br />
von Auen einer längst verwelkten Welt,<br />
da liebend wir gewandelt Hand in Hand<br />
und uns das Herz geküßt ein Duft von Veilchen?<br />
Und hielten wir des Krugs umflorten Mund<br />
der Quelle hin, schwang sich aus dunklem Glucksen<br />
Nymphenton, und Lippen glänzten feucht.<br />
Und ist ja dieses Kythera gebannt,<br />
seit deine Taube ihr Genist verließ,<br />
ein anderes am Acheron zu bauen,<br />
so fern, kein leises Gurren dringt herüber,<br />
leb ich in kahlen Verliesen dumpf dahin,<br />
wo meiner Feigheit Seufzer widerhallen,<br />
umsonst die Hoffnung, daß du wiederkehrst,<br />
Ikone du des Ungelebten, o Gespenst,<br />
mein Herz entreißend mich von mir erlöst.</p>
<p>&nbsp;</p>
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