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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Schwalbe Peter Kurzeck lyrische Gedichte über Koblenz und Eifel</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Schwalbe</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Nov 2017 19:53:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Schwalbe Peter Kurzeck lyrische Gedichte über Koblenz und Eifel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dem Andenken an Peter Kurzeck Ach, ohne Schwalben bringt Sommer uns kein Glück. Ja, das Glück des Sommers saß auf einer Wäscheleine, angetan mit cremefarbener Weste, schwarzblauem Frack und einem kastanienbraunen Schal, spreizte die Frackschöße und sang. Es war ein zart gefiederter Pfeil, geschnellt von Dianas Bogen, den sie an die nackte Brust gepreßt, er [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-schwalbe/">Die Schwalbe</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dem Andenken an Peter Kurzeck</em></p>
<p><em>Ach, ohne Schwalben</em><br />
<em> bringt Sommer uns kein Glück.</em></p>
<p>Ja, das Glück des Sommers saß auf einer Wäscheleine,<br />
angetan mit cremefarbener Weste,<br />
schwarzblauem Frack<br />
und einem kastanienbraunen Schal,<br />
spreizte die Frackschöße<br />
und sang.</p>
<p>Es war ein zart gefiederter Pfeil,<br />
geschnellt von Dianas Bogen,<br />
den sie an die nackte Brust gepreßt,<br />
er ritzte die blaue Seide der Luft,<br />
und die Seide riß wie Wollustzischen,<br />
jählings stürzte er zur Erde nieder,<br />
verschwand im Beerendunkel der Holunderbüsche.</p>
<p>Abends flogs ein blauer Schatten<br />
am offenen Fenster rasch vorbei,<br />
schrill schnarrend,<br />
pickte im Fluge Mücken aus der Korona<br />
der schiefen Gaslaterne vor dem Haus,<br />
baute sich ein Nest aus dem Stroh,<br />
wo du als Kind die Astgabel<br />
einer Schleuder verstecktest.</p>
<p>Im Heuschober klebten oben im Gebälk<br />
die lehmbraunen Schalen,<br />
aus denen nickend kleine Schnäbel lugten,<br />
der Altvogel kreiste zweifelnd um den Knaben,<br />
neben dem die warme Milch im Eimer schwappte,<br />
hohes Zwitschern, das stumpf abbrach<br />
wie der Ton gerissener Geigensaiten,<br />
und hurtig schnellte er zurück ins Nest.</p>
<p>Es trudelte wie Flaum verliebter Träumerei<br />
auf den Schnee der Einsamkeit herab,<br />
der schmolz wie unter warmen Lippen<br />
und wurde Tau dem wilden Moos,<br />
des Sommers Abschiedsgruß,<br />
gefleckt erglänzte dort<br />
wie zartes Porzellan<br />
ein weißes Schwalbenei.</p>
<p>Das Stroh, die Scheune, all die kleinen Nester,<br />
die Eier, bräunlich-rot gesprenkelt,<br />
Gefieders blauer Flaum, der alte Hof,<br />
die Gaslaterne, die Kinderschleuder<br />
und des Holders Fliedertraum sind längst<br />
von einer riesigen Schnauze aus Eisen<br />
geschleift, zermalmt und plattgewalzt.</p>
<p>Wie das geschah? Warum es mußte sein?<br />
So fragen Heuchler – oder Desperados.<br />
Der Bauer, der plumpe Ochs, Verräter<br />
an Blut und Ahnengeist,<br />
roch seinen Reibach und gab alles dran,<br />
und wurde doch am Ende selbst gefressen<br />
vom Immobilienhai.</p>
<p>Geopfert ward dem wahren Gott der Zeit,<br />
ein Tempel ihm errichtet aus Beton und Glas,<br />
ein Salon, eine Garage, eine Waschanlage,<br />
ein Zubringer zur Autobahn, eine Tankstelle,<br />
die Tag und Nacht Gestank und Stoff abgibt<br />
für blecherne Phrenesie über totem Teer,<br />
asphalterstickten Gärten, Gas-Ekstase<br />
zum Massaker an Hase, Reh und Igel<br />
und Alpenmatten abzugrasen trüben Blicks.</p>
<p>Oder breitet seine gespenstischen Flügel<br />
dort ein Windrad aus,<br />
das mit Lerchen, Staren, Nachtigallen<br />
den letzten Schwarm der Schwalben<br />
gehäckselt und zerschreddert hat?</p>
<p>Ach, ohne Schwalben<br />
bringt Sommer uns kein Glück.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe:<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=TDk85DO0A44">https://www.youtube.com/watch?v=TDk85DO0A44</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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