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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Ein Bild hielt uns gefangen Wittgenstein philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Ein Bild hielt uns gefangen</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2025 23:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ein Bild hielt uns gefangen Wittgenstein philosophische Gedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ludwig Wittgenstein Vor dem verwaisten Haus, mit schrägen Brettern in den Fensterhöhlen, auf bemooster Schwelle, ach, das Moos ist weich, sinnlos warten. * Die verschlossene Tür, vor der du stehst, auf die du starrst, suchst du vergebens mit List und mit Gewalt zu öffnen. Die kleine Pforte dir im Rücken, sie ist unverschlossen. * An [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/ein-bild-hielt-uns-gefangen/">Ein Bild hielt uns gefangen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ludwig Wittgenstein</em></p>
<p>Vor dem verwaisten Haus,<br />
mit schrägen Brettern<br />
in den Fensterhöhlen,<br />
auf bemooster Schwelle,<br />
ach, das Moos ist weich,<br />
sinnlos warten.</p>
<p>*</p>
<p>Die verschlossene Tür,<br />
vor der du stehst,<br />
auf die du starrst,<br />
suchst du vergebens<br />
mit List und mit Gewalt<br />
zu öffnen.</p>
<p>Die kleine Pforte<br />
dir im Rücken,<br />
sie ist unverschlossen.</p>
<p>*</p>
<p>An der Scheibe schwirrt,<br />
aufwärts, abwärts,<br />
eine träge Motte,<br />
gebannt vom trüben Licht<br />
aus deiner Leselampe.</p>
<p>*</p>
<p>An einen Mund gefesselt<br />
wie an eine Quelle,<br />
die einmal hat gerauscht,<br />
die einmal hat getränkt,<br />
und lange schon verstummt ist.</p>
<p>*</p>
<p>Auf jähem Abhang rutschen,<br />
sich an Disteln klammernd,<br />
Dornensträuchern,<br />
vor Schmerz den letzten Halt<br />
verlieren.</p>
<p>Oder waren diese Stacheln,<br />
diese Dornen Nägel<br />
blind ergriffener Hände?</p>
<p>*</p>
<p>Den Pfad des Worts<br />
umrauscht ein dunkles Schilf.<br />
Am Ufer bricht er ab,<br />
im Sumpf des Urstromtals.</p>
<p>*</p>
<p>Die Inseln der Seligen<br />
scheinen ferner zu rücken,<br />
umso ferner,<br />
je heißer wir die Ruder<br />
im schwanken Boot<br />
hymnischen Sangs<br />
ins weiche Wasser tauchen.</p>
<p>*</p>
<p>Das Wort ist nicht der Falter,<br />
vom Glas des Meinens,<br />
des Selbstgefühls,<br />
daran gehindert,<br />
zum besonnten Dasein<br />
hin zu flattern.</p>
<p>Noch stürzt er<br />
dionysisch-trunken<br />
in die Flamme<br />
des Gemeinten.</p>
<p>*</p>
<p>Als hätte im Sprachgewebe<br />
die Mücke des Gefühls<br />
sich jäh verfangen,<br />
die Spinne Verstand<br />
sie schon erstickt.</p>
<p>*</p>
<p>Leise angerührt<br />
von Eos’ Finger<br />
rollt sich der Farn,<br />
der wache Vers,<br />
dem Licht entgegen.</p>
<p>*</p>
<p>Für den Rohen sind sie eitle Tropfen<br />
einer Gischt, zu weich für taube Haut,<br />
Reime, helle Kehren einer Brandung,<br />
die zur Lust aufs Dunkel sich gestaut.</p>
<p>&nbsp;</p>
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