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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Glänzender Asphalt Gedichte über Koblenz-Metternich lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Glänzender Asphalt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Feb 2022 23:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Glänzender Asphalt Gedichte über Koblenz-Metternich lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie schimmert dunkler Schiefer auf den Dächern, wenn Wolkenbäuche vor die Sonne drängen und es in dünnen Fäden regnet, regnet. Der taube Stoff, in dumpfer Glut ermattet, taut auf und öffnet hellem Seufzen Poren. So auch der Kiesel eines schlichten Worts, wie „Abend“, „Schwester“, „Hand“ und „Stirn“, von eines feuchten Windes Kuß behaucht, getunkt ins [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/glaenzender-asphalt/">Glänzender Asphalt</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schimmert dunkler Schiefer auf den Dächern,<br />
wenn Wolkenbäuche vor die Sonne drängen<br />
und es in dünnen Fäden regnet, regnet.<br />
Der taube Stoff, in dumpfer Glut ermattet,<br />
taut auf und öffnet hellem Seufzen Poren.<br />
So auch der Kiesel eines schlichten Worts,<br />
wie „Abend“, „Schwester“, „Hand“ und „Stirn“,<br />
von eines feuchten Windes Kuß behaucht,<br />
getunkt ins Rieseln eines klaren Baches,<br />
scheint er die matte und profane Haut<br />
des monotonen In-der-Sonne-Brütens<br />
mit einem Perlmutt-Irisglanz zu tauschen,<br />
wird er zur Muschel eines Verses wie:<br />
„O Abend, kühle schwesterliche Hand,<br />
die sich auf deine heiße Stirn gelegt.“<br />
So trotten wir auf dem Asphalt des grauen,<br />
von jedem grünen Halm entwesten Lebens<br />
und hören kaum den Widerhall der Schritte,<br />
der eignen und der fremden, wie sie zögernd,<br />
wie manchmal herrisch ihr Geklapper Rhythmen<br />
und einer wunderlichen Fuge Kanon bildet.<br />
Doch fallen erste schwere Regentropfen,<br />
wir aber flüchten unter die Arkaden,<br />
besänftigt unser unruhkrankes Herz,<br />
den Zitterfalter im Kokon des Todes,<br />
der lange Blick auf den Asphalt, der glänzt<br />
und glitzert wie von transzendenten Ölen.<br />
Das Plätschern und das Seufzen weichen Wassers,<br />
sein Zischen unter müden Autoreifen,<br />
das Glucksen aus den Träufen der Balkone,<br />
all dies erweckt der frühen Kindheit Bild,<br />
als du an hoher Pforte Schwelle saßest<br />
mit einem Butterbrot auf jenem Schemel<br />
aus Buchenholz, dem mitten auf dem Sitze<br />
war eine Mulde wellengleich zum Griff<br />
gefräst für eine Kinderhand. Du schaust<br />
versonnen wie in einem wachen Traum<br />
die Tropfen auf das Kopfsteinpflaster klatschen,<br />
die mineralisch-zarte Färbung im Basalt<br />
der Fenstersimse, wo Begonien beben,<br />
und wie die Rinne unter deinen Füßen<br />
in Schäumen schwillt und trunknes Wirbeln<br />
um Blätter, Schoten, Pollen, Samenkapseln.<br />
Gar manches gab die Urzeit-Linde preis,<br />
die Ring für Ring um Gottes Odem wuchs,<br />
sie hob vorm Tor der Kirche Sankt Johannes<br />
die große Glorienkrone, spendete<br />
als dunkler Orgelton dem Hochgesang<br />
ihr Rauschen (sie ward dargebracht zum Opfer<br />
des schnöden Kults um blechern-tote Götzen).<br />
Noch siehst du sie im Glanze schauernd,<br />
blickt fern dich ihr geheimes Leben an.<br />
Dann einer Peitsche Knall, die hohe Fuhre<br />
der letzten Mahd biegt schwankend in den Hof.<br />
Der Hund von nebenan, mit schlappen Ohren<br />
sich an die Hauswand drückend, huscht vorbei<br />
und sträubt sein Fell, daß Perlen spritzen.<br />
Weißt du es noch, wie dir die Stulle schmeckte,<br />
hörst du es noch, wie bang die weichen Tropfen<br />
im Dämmerlaub der Müdigkeit zersprangen,<br />
fühlst du es noch, wie hold der Sommerabend<br />
den Duft von Malven in den Schlaf geweht?</p>
<p>&nbsp;</p>
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