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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Intellektuelle philosophische Prosa Sentenzen und Aphorismen</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Intellektuelle</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jan 2014 12:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein wandelndes Lexikon nannten sie ihn. Wie zwiespältig, wie betrübend! Dann lieber Wissens bar und fröhlich-idiotisch, unbeschwert von Bildungshuberei, als lustiger Reifen durch die Landschaft und die heiter-blaue Luft surren und sausen, von einem Wildfang von Kind ins Rollen gebracht und auf Trab gehalten. Intellektuelle, scilicet: Männer, die das frisch auf der überdüngten Weide des [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/intellektuelle/">Intellektuelle</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein wandelndes Lexikon nannten sie ihn. Wie zwiespältig, wie betrübend! Dann lieber Wissens bar und fröhlich-idiotisch, unbeschwert von Bildungshuberei, als lustiger Reifen durch die Landschaft und die heiter-blaue Luft surren und sausen, von einem Wildfang von Kind ins Rollen gebracht und auf Trab gehalten.</p>
<p>Intellektuelle, scilicet: Männer, die das frisch auf der überdüngten Weide des Verlagswesens mit gieriger Schlabberzunge abgegraste und hektisch anverdaute Kraut der neuesten Veröffentlichungen bei Gelegenheit jeder Begegnung unverzüglich mittels umgedrehter Peristaltik wieder hochwürgen – sie blicken irren Auges, als wüchse von innen der Druck – und einander gegenseitig gnadenlos ins Gesicht speien.</p>
<p>Was nicht zitiert worden ist, kann wahr und richtig nicht sein. Also zitieren sie sich selbst.</p>
<p>Allerweltsbegriffe blähen sie auf, bis sie ballonartig platzen. Die Fetzen sammeln sie eifrig auf, alle Bedeutung klebt ihnen daran.</p>
<p>Ihr Ehrgeiz: mit giftigen Ausspuckungen enigmatischer Wendungen und verblüffender Sottisen das Gegenüber in Ohnmacht zu versetzen.</p>
<p>Namen sind ihnen Trophäen: Der eine ist persönlich mit dem bekannt, der andere mit jenem. Alles stets Namen von Rang und Welt. Der dritte aber kennt einen brutal tätowierten Boxer, einen perversen Sträfling und Halunken, einen grausamen Clanchef: Diesen bewundern sie aufrichtig, ihm spenden sie den meisten Applaus.</p>
<p>Wenn sie Einfluss über die Medien nehmen können, ähnelt ihr Gebaren je höher sie steigen mehr und mehr dem der Aufseher und Direktoren der Umerziehungslager: Den schüchternen Schöngeist, der an ihren Maximen mit Brechreiz herumwürgt und sie vor all den anderen wieder erbricht, erledigen sie durch den Handstreich einer einzigen Schlagzeile. Jenem servilen Schlaukopf, der sobald sie sich nähern papageienartig ihre Lieblingsphrasen herunterdekliniert und die Namen ihrer Lieblingsautoren wie ein Marktschreier herausbrüllt, streichen sie über das Haar und promovieren ihn honoris causa. Jenen auch verhätscheln sie und nehmen ihn ins Bett oder lüften ihm das Bett ihrer Geliebten, der ihre Ideen mit den Farben der Saison ausmalt.</p>
<p>Sie blättern im eigenen Leben, leider auch in dem Leben der anderen, wie in einem Buch – Seiten, die ihnen nicht unmittelbar eingehen und einleuchten, Seiten, die ihren eitlen, parfümierten Jargon vermissen lassen, Seiten gar, die ihnen anstößig erscheinen oder verräterische Flecken und Lücken aufweisen, reißen sie ohne zu zögern heraus. So gehen ihnen Fluss und Zusammenhang der Erzählung allmählich mehr und mehr verloren, bis ihnen der vollends verstümmelte und fragmentierte Text lauter Rätsel aufgibt.</p>
<p>Die Kunde über die Vorstellung des neu erschienenen Buchs der hochgefeierten, skandalumwitterten Busen-Schönen oder die mit Radau vollzogene Ausstellung des stets in Unterhosen und grünen Socken auftretenden Starmalers lockt sie wie Aasgeruch die heulende Meute der Hyänen. Wie sie es hassen, bei solch hervorstechenden Ereignissen stets in der Meute der Gleichgesinnten aufzutauchen, wie sie es bedauern, die Beute des Gesehenen, Gehörten, Veratmeten immer mit anderen teilen zu müssen. Aber immerhin, es gewinnt, wer den größten Brocken herauszubeißen und herauszustechen, wer den famosesten Happen wegzuschleppen weiß. Der mit dem härtesten Biss gilt ihnen als der Meister, der das Bedeutsamste zu sagen und das Gewichtigste zu schreiben hat.</p>
<p>Sie wähnen in ihrem klapprigen und immer stärker leckenden Kahn, mit jeder hastig hingeschriebenen Zeile den Abstand zwischen sich und dem Ufer zu vergrößern, auf dem ein schlangenhaariges, bleckendes Ungeheuer bellend hin- und herläuft und ihnen wieder und wieder einen Steinbrocken entgegenschleudert. Und wirklich wird der Abstand größer, aber nicht wegen der sich Zeile für Zeile hinwischenden Todesschreibekstase, sondern weil hinter ihnen das immer schneller strömende Wasser schon bald in einen jähen Abgrund hinabstürzt.</p>
<p>Zwei Raben krakeelen und krächzen von benachbarten Bäumen einander zu. Immer fällt der eine dem anderen ins Wort, immer lauter und wilder, unheimlicher und abgerissener wird das Gekrächze. Auf dem Boden zwischen den Baumstämmen hocken eingeschüchterte Tauben und ducken das Köpfchen ins Gefieder: Wie verstörend und verwirrend prasselt das Geschrei der Meisterdenker auf sie herab – es schwindelt sie bei dem plötzlich aufgehenden Gedanken, über ihnen werde in solch garstigem Zwiegespräch nicht über erhabene Dinge gehandelt, sondern über ihr eignes Geschick – welche von ihnen als erste dran glauben müsse.</p>
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