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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Jamben auf die Pseudo-Dichter Zeitgedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Jamben auf die Pseudo-Dichter</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2022 23:38:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jamben auf die Pseudo-Dichter Zeitgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Pseudo-Dichter dichten nicht mit Worten bloß, sie borgen sich ein Charisma, den ausgebeulten Nimbus des Poète maudit, als sei im Blitzlicht wer verfemt, doch sind sie auch von einem Nachtmahr heimgesucht, der ihrer Sprache Mark zernagt, sie mimen Baudelaire mit seinem Pansgesicht, Verlaines Trübsal, auch nicht schlecht, wie er betrunken greint „Rimbaud, du Schuft!“ [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/iamben-auf-die-pseudo-dichter/">Jamben auf die Pseudo-Dichter</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Pseudo-Dichter dichten nicht mit Worten bloß,<br />
sie borgen sich ein Charisma,<br />
den ausgebeulten Nimbus des Poète maudit,<br />
als sei im Blitzlicht wer verfemt,<br />
doch sind sie auch von einem Nachtmahr heimgesucht,<br />
der ihrer Sprache Mark zernagt,<br />
sie mimen Baudelaire mit seinem Pansgesicht,<br />
Verlaines Trübsal, auch nicht schlecht,<br />
wie er betrunken greint „Rimbaud, du Schuft!“<br />
Ja, ein Passionsspiel, close-up, das<br />
verkauft sich gut, schäumt nur die Wunde hell,<br />
die man sich coram publico<br />
an bleicher Dichterstirn hat theatralisch auf-<br />
geschlitzt mit einem zarten Schnitt.<br />
Doch jene litten wahrhaft an der Syphilis<br />
des Geistes, seelischem Skorbut,<br />
in Nächten gottverlassner Obdachlosigkeit,<br />
wo diese Bier am Messestand,<br />
Prosecco labt. Und all das Fördergeld vom Staat:<br />
Da hurt man mit dem Zeitgeist gern.<br />
Wenn heuchlerisch die Wehleidsträne auch<br />
den Schluder-Vers verschmiert,<br />
Unleserliches geht als Hermetismus durch,<br />
der Rhythmus katatonisch starr<br />
sich in den Anus eines Chiffrenfetischs krallt,<br />
erglänzt nur der Furunkel Nichts,<br />
den eingeweihte Interpreten als Symptom<br />
der Krankheit namens Abendland<br />
zu deuten wissen. Doch der Reim, der Blütenkelch<br />
an lichter Strophe grünem Zweig,<br />
gilt ihnen als Anathema, steht unter Kitsch-<br />
verdacht, bigottes Feigenblatt<br />
verhehlter Schwären, die sich beim Geschlechtsverkehr<br />
mit feiler Muse Eichendorff<br />
einst eingebrockt hat oder Goethes geiler Knecht<br />
im hohen Gras bei Ilmenau.<br />
Gottlob, den Lyrik-Mädchen wallt noch rhythmisch frisch<br />
getönt das Haar zum Nymphensteiß,<br />
sie lassen gerne sehen, wie sie in den gold-<br />
gerahmten Spiegel sehen, in-<br />
krustiert mit Muscheln, das Gedicht, wie zart behaucht<br />
von ihrem feuchten Blumenmund,<br />
und Melusine glitzert aus dem Wörterdunst,<br />
es glänzt die Haut vor Selbstgefühl.<br />
Nie traute sie dem muskulösen Arm sich an,<br />
der sie ins trockne Versmaß zieht.<br />
Vorm Knalleffekt schreckt auch la fille sans merci<br />
im Internet heut nicht zurück:<br />
Sie löscht das Licht, ins Schweigen aber, ins Mystère<br />
final, das Liebesdickicht, tropft<br />
mit einem Mal ein Glucksen, wie getauten Schnees:<br />
Sie weint! Nein, uriniert.</p>
<p>&nbsp;</p>
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