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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Jugend in Koblenz XVII Gedicht über Koblenz Zeitgedicht</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Jugend in Koblenz XVII</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2015 17:07:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend in Koblenz XVII Gedicht über Koblenz Zeitgedicht]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sie krabbeln, wuseln, pieseln, winzig-kleine, ganz gemeine Stinke-Läuse im erhabenen Krause-Bart des Herrn – es juckt ihn nicht die Bohne. Es streicht hoheitsvoll der Herr mit der Hand sinnend sich die Flechten oder Borsten glatt. Worüber er wohl sinnen mag? Über des lausigen Begehrens Nichtigkeit, die All-Eitelkeit der Lause-Jugend und ihres hohlen Ideals, das heute [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/jugend-koblenz-xvii/">Jugend in Koblenz XVII</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Sie krabbeln, wuseln, pieseln,<br />
winzig-kleine, ganz gemeine Stinke-Läuse<br />
im erhabenen Krause-Bart des Herrn –<br />
es juckt ihn nicht die Bohne.</p>
<p>Es streicht hoheitsvoll der Herr<br />
mit der Hand sinnend sich<br />
die Flechten oder Borsten glatt.</p>
<p>Worüber er wohl sinnen mag?<br />
Über des lausigen Begehrens Nichtigkeit,<br />
die All-Eitelkeit der Lause-Jugend<br />
und ihres hohlen Ideals, das heute rosig scheint<br />
wie Mädchenhaut und morgen stinkt wie Aas.</p>
<p>Den Heißsporneifer, mit irrem Geschrei,<br />
hirnverbrannten Theorien, ultrakurzen Röcken<br />
oder blutigen Stirnen Aufmerksamkeit<br />
bei Gott und aller Welt sich zu erwecken.</p>
<p>Bei der Welt – na gut, bis morgen oder übermorgen.<br />
Bei Gott dem Herrn – bei seinem Barte, nein!</p>
<p>Er greift nach seiner Pfeife<br />
aus schneeweißem Muschelkalk<br />
und schmaucht das herbe Kraut,<br />
das haben seine Engel ihm im Garten<br />
gezogen und gerupft.</p>
<p>Was schert ihn seine Welt<br />
und sein missratenes Geschöpf,<br />
der Wanst der Leidenschaft,<br />
der Wurm des Wahns!</p>
<p>Er wandelt schweigsam dort in Eden<br />
und biegt nach seinen Bienenstöcken ab.<br />
Und quarzt die Pfeife heftig, da sie sumsen.<br />
Ach wie trist ist Gottes Dasein,<br />
wem nur soll er danken, dass die Immen ihm gewogen,<br />
sich selber danken geht ja nicht!</p>
<p>Da fasst die weiße Wolle seines Barts<br />
verirrter Funkenflug – das knistert los und brutzelt,<br />
das qualmt und zischt.</p>
<p>Die lausigen Gäste, die sich bei ihm eingenistet,<br />
um des Herrn erhabne Ruhe<br />
zu bepinkeln, zu verkrätzen,<br />
an bösem Rauch und Höllenglut des Qualmers,<br />
der sein eignes Paradies verpestet,<br />
erstickt das Parasitenvolk.</p>
<p>Jetzt schüttelt der alte Herr die fatale Glut<br />
aus dem Pfeifenkopf – wie er dabei Flüche schleudert,<br />
garstig, fies und hundsgemein,<br />
auf die jugendseligen Anmaßungen jener frühen Tage!</p>
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