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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Licht und Irrlicht Sentenzen Aphorismen</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Licht und Irrlicht</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2013 12:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Licht und Irrlicht Sentenzen Aphorismen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Einer kann dir heimleuchten. Und weil du guten Glaubens bist, kann er umgekehrt dich an den Abgrund führen. Herabzustürzen überlässt er gnädig dir selbst. Reife und Tauglichkeit der Sinnesorgane stehen am Anfang der Zuweisung von Führung und Macht. Der Mann mit dem schärfsten Auge geht der Jägerhorde voran. Wer die Spur des Wilds erspäht, wer [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/licht-und-irrlicht/">Licht und Irrlicht</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einer kann dir heimleuchten. Und weil du guten Glaubens bist, kann er umgekehrt dich an den Abgrund führen. Herabzustürzen überlässt er gnädig dir selbst.</p>
<p>Reife und Tauglichkeit der Sinnesorgane stehen am Anfang der Zuweisung von Führung und Macht. Der Mann mit dem schärfsten Auge geht der Jägerhorde voran. Wer die Spur des Wilds erspäht, wer den Angstschweiß des verfolgten Tieres wittert, er geht voran, zum Führer ist er berufen.</p>
<p>Über den individuellen Sinnesorganen beleuchtet das kollektive Organ allgemeiner Orientierung die soziale Szene: die Sprache.</p>
<p>Die ärgste und tückischste Verwirrung greift an der Wurzel sprachlicher Bedeutung an: Würdest du den rechten Sinn und Gebrauch der Wörter „gut“ und „schlecht“ nicht kennen, ja meinen „gut“ sei, was alle „schlecht“ nennen, und „schlecht“, was „gut“ genannt wird, ist es um dich geschehen. Du schlägst auf den dir Wohlgesinnten ein und frisst dem Feind das Gift aus der Hand. Du rennst tanzend ins Feuer und löschst die Wunde mit Salz.</p>
<p>Gutes und Schlechtes sind ganz auf die individuelle Haut geschriebene Werte, sie feiern in den je eigenen Hirnen und Mägen und Eingeweiden fröhlich die partikularistischsten Urständ. Zugleich sind sie universal und als solche die moralischen Grundvesten des Kollektivs. Was dir wehtut, muss auch ich fürchten. Was mich erheitert, wird auch dir guttun. Sorgst du für mein Wohl, bin ich geneigt und verpflichtet, das deine zu fördern. Wohlverstandene Eigenliebe ist der fruchtbare Regen auf die öffentliche Saat.</p>
<p>Das Gute und das Schlechte sind die ersten und letzten Lebensrichtungen, sind Licht und Irrlicht überhaupt. Gut ist die Richtung zur Mutter, in Höhle und Haus der Eltern, in die Heimat der Ahnen als vertrautes Umfeld. Sie verspricht Schutz, Wärme und Nahrung. Überwintern, Überleben. Plötzlich wie durch Zauber in die flirrende Steppe versetzt, es wispert und schnattert aus dem hohen Gras, unverständliche Laute dringen an dein Ohr, nackte Männer mit Speeren und langen Penisschäften umstellen dich – und du wirst flehen, aus dieser Traumverschlagenheit in der Fremde zu erwachen.</p>
<p>Die Richtung zur Fremde, ein tapfer auszusprechendes Wort, wird erst gut, wenn die Heimat von Feinden und Fremdvölkern erobert und besetzt, von Sonne, Sturm und Wellen verwüstet, durch einen neuen Herrscher fremden Glaubens von den Anhängern des alten gesäubert wird. Dann gilt es männlichen Mut, über die Wasser zu segeln, Neuland urbar zu machen, Kolonien und Pflanzstädte zu gründen.</p>
<p>Der alte Mann, am Ende seiner Tage, besteigt den Hügel, an dem seine Grablege bereitet ist. Von hier lugt er ins Land, überschaut die vorm Wind sich biegenden vollen Ähren, die Obstgärten, den Fischweiher, an dem die Enkel sich tummeln, alles, was unter dem Segen seiner Hände gedieh. Wie weit schaut er, in welche Zeitentiefe reicht sein Blick? Ein Jahrhundert mag er mit Augen umfassen, schaut er auf die Kapelle am Rande des Gutshofes, für die er das Altarbild gestiftet hat, berührt er eine dem bloßem Auge verschlossene Fülle der Ereignisse, die sich über Jahrtausende erstreckt. Der Kosmologe, der auf dem Screen die Frequenzen der Hintergrundstrahlung betrachtet, schaut in eine weder dem bloßen Auge noch dem menschlichen Sinn fassbare Zeitentiefe, die an den unbegreiflichen Beginn der Zeit überhaupt herabreicht. Der Kosmologe kann nicht verstehen, das heißt an menschlichen Maßen ermessen, was er sieht. Der alte Mann versteht mehr, als er mit bloßem Auge erfasst.</p>
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