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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Lose Zettel philosophische Sentenzen</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Lose Zettel</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 23:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>
		<category><![CDATA[Lose Zettel philosophische Sentenzen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Philosophische Sentenzen Für die Fliege Satans, die unterm Schädel des Besessenen sirrt, gibt es keine Fliegenklatsche. * Augenblick der Orchidee, wenn ihre Lippe seufzt vom wilden Andrang einer Biene. * Taub ist das Gras für das Flüstern des Winds, worin es schauert und sich beugt. Du aber lauschst dem Regen, der ans Fenster deiner Schwermut [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/lose-zettel/">Lose Zettel</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Philosophische Sentenzen</em></p>
<p>Für die Fliege Satans,<br />
die unterm Schädel des Besessenen sirrt,<br />
gibt es keine Fliegenklatsche.</p>
<p>*</p>
<p>Augenblick der Orchidee,<br />
wenn ihre Lippe seufzt<br />
vom wilden Andrang einer Biene.</p>
<p>*</p>
<p>Taub ist das Gras für das Flüstern des Winds,<br />
worin es schauert und sich beugt.<br />
Du aber lauschst dem Regen,<br />
der ans Fenster deiner Schwermut<br />
nachtlang prasselt.</p>
<p>*</p>
<p>Verse, Tropfen,<br />
die an deinem Fenster<br />
langsam niederrinnen,<br />
schwacher Glanz<br />
vor der Dunkelheit,<br />
die unaufhaltsam wächst.</p>
<p>*</p>
<p>Dem Derwisch gleich,<br />
der sich tanzend schraubt<br />
in mystische Leere,<br />
wirbelt um sich selbst<br />
und ihre Sonne<br />
im Nichts des Alls<br />
die Erde.</p>
<p>*</p>
<p>Wir haben Augen, zu sehen, wo wir sind;<br />
doch kein Organ, zu messen, wie lange.<br />
(Die Uhr sagt uns nichts über unser Zeiterleben.)</p>
<p>*</p>
<p>Fluktuierendes Vakuum.<br />
Das beredte Schweigen Gottes.</p>
<p>*</p>
<p>Wald, eine gewisse Anzahl von Bäumen.<br />
Baum, eine gewisse Anzahl von Blättern.<br />
Blatt, eine gewisse Anzahl von Zellen.<br />
Zelle, eine gewisse Anzahl von Molekülen.<br />
Molekül, eine gewisse Anzahl von Atomen.<br />
Atom, eine gewisse Anzahl von subatomaren Teilchen.<br />
Teilchen, eine unzählbare Folge von Quantenzuständen.</p>
<p>*</p>
<p>Warum können wir die Betrachtung nicht umkehren,<br />
gelangen wir vom subatomaren Teichen nach einer<br />
endlichen Reihe von synthetisierenden Schritten<br />
nicht zur Zelle, zum Blatt, zum Wald?</p>
<p>*</p>
<p>Die Säule trägt den Architrav<br />
mit seinen mythischen Bildern.<br />
So ruht auf Ungesagtem<br />
alles Gesagte.</p>
<p>*</p>
<p>Wir können mit der Person,<br />
die wir einmal waren,<br />
uns nicht verständigen;<br />
wir sprechen mittlerweile verschiedene Sprachen.<br />
So täuscht uns die Erinnerung.</p>
<p>*</p>
<p>Die Gegenwart ist uns versperrt.<br />
Wir zehren von Vergangenem,<br />
das es nicht mehr gibt,<br />
verzehren uns nach Zukünftigem,<br />
das es noch nicht gibt.</p>
<p>*</p>
<p>Kain, der Utopist der Menschheitsverbrüderung,<br />
bei deren Verwirklichung er vor dem Mord an Abel<br />
nicht zurückschreckt.</p>
<p>*</p>
<p>Die trübe Aussicht ins Ungewisse<br />
ist uns allemal genehmer<br />
als der klare Blick auf das Verhängnis.</p>
<p>*</p>
<p>Auch der Hoffnungslose hofft:<br />
daß er richtig lag.</p>
<p>*</p>
<p>Der Unleidliche, der Misanthrop, der Rezensent –<br />
sie sind wie der enttäuschte Liebhaber,<br />
der nicht mehr ihr schönes Antlitz bewundert,<br />
sondern unverwandt auf die kleine, unscheinbare<br />
Warze auf ihrer Wange starrt.</p>
<p>*</p>
<p>Das Schicksal stellte ihm ein Bein;<br />
endlich konnte er sich einmal ruhig ausstrecken.</p>
<p>*</p>
<p>Der Zeitgeist macht keinen Unterschied<br />
zwischen hoch und niedrig, edel und gemein.<br />
Für ihn sind alle gleichen Ranges.</p>
<p>*</p>
<p>Die Zeitgeistigen wollen über alles reden und mitreden.<br />
Vor allem über Dinge, die sie nicht verstehen<br />
oder in deren Atmosphäre sie nicht atmen könnten.</p>
<p>*</p>
<p>Er wähnte, in eine Vergnügungsstätte eingeladen<br />
worden zu sein; aber am Ende des Korridors<br />
drang ihm Fäulnisgestank entgegen und das Stöhnen<br />
von Siechen und Moribunden.</p>
<p>*</p>
<p>Die mühsam oder gerissen ins Werk gesetzte Erfüllung<br />
unserer Wünsche beglückt uns nicht.</p>
<p>*<br />
Der geistig Hinkende weist die ihm vom geistig Gesunden<br />
gereichte Krücke entrüstet zurück.</p>
<p>*</p>
<p>Vom Albtraum bedrückt legen wir uns auf die andere Seite,<br />
wo uns das verlorene Glück traurig anlächelt.</p>
<p>*</p>
<p>Wie kann der sanfte Hügel von Golgotha<br />
den Felsen der Akropolis überragen?<br />
Wie der nächtige Schrei am Kreuz<br />
die Sonne des Logos verfinstern?</p>
<p>&nbsp;</p>
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