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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Metternich Oberdorfstraße lyrische Gedichte über Koblenz-Metternich</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Metternich, Oberdorfstraße</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2019 15:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Metternich Oberdorfstraße lyrische Gedichte über Koblenz-Metternich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Oberdorf und Unterdorf, katholisch und protestantisch, wir Jungens prügelten uns vor dem alten Bunker, in Lehm gebohrte Gänge und Höhlen, wo der Dunst der Angst zu Grünspan geronnen war. So klein war jene Welt, so groß. Vorzeit aus Basalt, Bruchstein und Löß, Gestank der Sickergrube und des Hühnerstalls, nächtlichem Brüllen einer Kuh, die kalbte, dem [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/metternich-oberdorfstrasse/">Metternich, Oberdorfstraße</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Oberdorf und Unterdorf,<br />
katholisch und protestantisch,<br />
wir Jungens prügelten uns vor dem alten Bunker,<br />
in Lehm gebohrte Gänge und Höhlen,<br />
wo der Dunst der Angst zu Grünspan geronnen war.<br />
So klein war jene Welt, so groß.</p>
<p>Vorzeit aus Basalt, Bruchstein und Löß,<br />
Gestank der Sickergrube und des Hühnerstalls,<br />
nächtlichem Brüllen einer Kuh, die kalbte,<br />
dem selig-blöden Grinsen des wasserköpfigen Knechts,<br />
der seine Stulle in der Hocke kaute,<br />
Großmutter hat sie ihm geschmiert,<br />
dem süßen kleinen Grauen einer Liebe,<br />
die mit Heu im Haar auf einer Tenne tanzte –<br />
bevor der Sommer nach Teer und Asphalt roch<br />
und das Blut von der Axt, mit der Johann<br />
die Hühner auf dem Strunk im Keller köpfte,<br />
für immer abgewaschen war.</p>
<p>Wie es wohlig in die dumpfe Stille klatschte<br />
und der Atemhauch im Plumpsklo<br />
auf dem Hof das gute Zeichen<br />
meiner winterfesten Freude war,<br />
bevor die Kerze vor dem Bild der Jungfrau<br />
im Gebläse des Staubsaugers erlosch<br />
und ich verstört durch bunte Glasbausteine<br />
ins Zerrbild meiner Zukunft glotzte.</p>
<p>Der Lindenblätter gelbes Abschiedsgaukeln<br />
auf Regenwassern vor dem Kinderbänkchen,<br />
wo ich meinen Apfel knatschte,<br />
in die braune Flut der Gosse starrend,<br />
ist in einem Gulliloch verschollen,<br />
die Linde abgeholzt – hat wohl die Bank<br />
mit treuer Glut noch eines Vagabunden<br />
klamme Hand gewärmt?</p>
<p>Verschüttet unterm Dung von abgetanem Ehedem<br />
sind tausend Knospen, Kirschen, Beeren,<br />
Häherfedern, bunte Murmeln und Monstranzen,<br />
die durchs Grün der Weidenzweige blinkten,<br />
bedeckt vom Schlick der Mosel und des Rheines<br />
Egge, Hacke, Melkschemel, Kummet und Joch,<br />
das Lächeln weißer Alabasterputten,<br />
die Bronze froher Vesperglocken.</p>
<p>Noch in Träumen hör ichʼs glucksen,<br />
wie der Schnee im Riedgras schmolz,<br />
Sirren, wenn die Schwalben tauchten,<br />
und des buckligen Schreiners Säge<br />
in der Mittagsschwüle kreischte,<br />
hör das Rauschen zwischen Kieseln,<br />
die wie Kupferpfennige im Bachlauf glänzten,<br />
nur von ferne,<br />
nur von fern.</p>
<p>Doch die Lieder des Zigeuners<br />
mit dem schönen Federhut,<br />
der am Fenster meiner Mutter<br />
kehlig zur Gitarre sang,<br />
sind verstummt,<br />
sind lang verstummt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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