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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Mutterbild lyrische Gedichte über Koblenz</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Mutterbild</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2018 13:49:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mutterbild lyrische Gedichte über Koblenz]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach einer alten Photographie Mutter, mit Kopftuch, blütenfleckiger Sommertag, im Schattenpfad der Gärten, hatte wohl Beeren gepflückt, Kartoffeln ausgebuddelt, gejätet, und damals nur einen Mann erkannt, dem Endsieg gefallen, wie sie scheu und kokett die Hand vor der Sonne an die Stirne lehnt, die Hand, einem Flügel gleich, der sich müde geflattert. Wie einsam sie [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/mutterbild/">Mutterbild</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach einer alten Photographie<br />
</em><br />
Mutter, mit Kopftuch, blütenfleckiger<br />
Sommertag, im Schattenpfad der Gärten,<br />
hatte wohl Beeren gepflückt,<br />
Kartoffeln ausgebuddelt, gejätet,<br />
und damals nur einen Mann<br />
erkannt, dem Endsieg gefallen,<br />
wie sie scheu und kokett die Hand<br />
vor der Sonne an die Stirne lehnt,<br />
die Hand, einem Flügel gleich,<br />
der sich müde geflattert.</p>
<p>Wie einsam sie dahinstarb,<br />
von sich selbst getrennt,<br />
im Kemperhof, ich sah in der Dämmerung<br />
durch das Fenster auf die Mosel,<br />
das schlammige Fatumswasser:<br />
<em>Menschenskind, da drüben liegt Metternich,<br />
ich sehe den Kirchturm von St. Johannes<br />
und links das Denkmal auf dem Kimmelberg!<br />
</em>Sie sagte nichts, sie sprach nicht mehr,<br />
ihr runzlig-kleiner Vogelkopf<br />
durchsickerte schmutziger Saft,<br />
den die Schrumpfleber nicht mehr auffrischen,<br />
die Lungen, ölverklumpte Flügel<br />
eines Strandläufers nach der Tankerhavarie,<br />
nicht mehr mit dem Sauerstoff<br />
der Erinnerung anreichen konnten.</p>
<p>Keiner begreift das Leben,<br />
und sei es noch so klein und vogelleicht,<br />
von Landwind gezaustes Wehmut-Gefieder,<br />
gekrümmt ins Angstloch<br />
unter hoch donnernden Todesgeschwadern,<br />
geflüchtet in den Verlassenheitshinterhof,<br />
wer schaut mich an,<br />
als sie Großvater, deinen Vater, betrunken,<br />
wieder einmal, und Großmutter, deine Mutter,<br />
war jahrlang schon tot,<br />
vor die Haustür legten,<br />
womit habe ich das verdient.</p>
<p>Lächelnd, als dein Sohn, sauber gestriegelt,<br />
das Gedicht aufsagte vor dem geistlichen Herren<br />
oder vor dem Stimmbruch ein Purpurwölkchen<br />
sein Kindersopran in den Chor hochkringelte –<br />
weinend, zeternd, gellend,<br />
als der faule Balken des Hauses nachtlang ächzte<br />
und endlich nachgab, und man nichts mehr sah<br />
vor Augen in all dem Qualm und Aschenruß<br />
niedergestürzter Gelöbnisse und Schwüre,<br />
womit habe ich das verdient,<br />
und wieder anfangend, auf dem Fahrrad<br />
mit neuer Frisur und flott behost,<br />
auf der Karthause, wo ich Richtung Kühkopf<br />
das Weite suchte, als dein Möhnenclub<br />
sich fesch-bunte Hüte aufsetzte,<br />
mit Plastikbeeren und Moos besetzt,<br />
und obszön herabrinnende Schlieren<br />
von Karnevalsschnulzen die Tapete verätzten.</p>
<p>Migriert von Wohnung zu Wohnung,<br />
Metternich, Güls, Karthause,<br />
Altstadt und zurück, Deutsches Eck<br />
und wieder zurück, als wäre dort alles<br />
anders und freundlich die Ansichtskartenwelt,<br />
als wärest du dort anders<br />
und ruhig das Leben,<br />
ruhig das Herz.</p>
<p>Es begreift sich selber nicht,<br />
das Herz, als wäre ihm von Anbeginn<br />
eingewachsen eines dunklen Traums<br />
vergifteter Stachel, den nur der Engel<br />
des Todes gesenkten Blicks<br />
dem ausgeträumten entwindet.</p>
<p>&nbsp;</p>
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