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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Perlmutt und Schorf der Einsamkeit philosophische Gedichte Zeitgedichte Gedichte in Prosa</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Perlmutt und Schorf der Einsamkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2025 23:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Dichters Gang zum Bürgeramt &#160; Er liegt da wieder, unter dem Laternenpfahl, da liegt er, am vielbegangenen Zebrastreifen, und keiner ist, der sich dran störte, liegt hingestreckt, gefällt im Regen, der sanft an seinen Plastikschlafsack pocht, zu sanft, daß er davon erwachte. Doch gleicht, was ihn hermetisch eingeschnürt, wohl eher einem Leichensack. Ob dies Menschending [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/perlmutt-und-schorf-der-einsamkeit/">Perlmutt und Schorf der Einsamkeit</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dichters Gang zum Bürgeramt</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Er liegt da wieder,<br />
unter dem Laternenpfahl,<br />
da liegt er,<br />
am vielbegangenen Zebrastreifen,<br />
und keiner ist, der sich dran störte,<br />
liegt hingestreckt, gefällt im Regen,<br />
der sanft an seinen Plastikschlafsack pocht,<br />
zu sanft, daß er davon erwachte.</p>
<p>Doch gleicht, was ihn hermetisch eingeschnürt,<br />
wohl eher einem Leichensack.<br />
Ob dies Menschending noch atmet,<br />
kannst schwerlich du ermessen.</p>
<p>Er hat das Antlitz sich,<br />
als wär es, das entstellte,<br />
keinem länger zumutbar,<br />
ganz und gar vermummt.</p>
<p>Wie schön sind Pfützen,<br />
trübsalgraue Augen,<br />
die in menschenleeren Parkanlagen vor sich hin<br />
stieren oder flüchtig Wolkenbüschel spiegeln,<br />
sei’s auch, daß ein Sperling sich erfrischt darin,<br />
ein Flügelpaar, ein flatterndes, von Tropfen Lichtes sprüht.<br />
Wie schön sind menschenleere Tische, Stühle,<br />
mit pseudojugendstilverdrehten Plastikarabesken<br />
als Arm- und Rückenlehne.</p>
<p>Saget nun, Musen, flüstert’s<br />
einem, der sich im Garten der Lüste verirrte,<br />
welchem noch zitternden Traumkokon,<br />
aus welcher sphärisch-blaugebauschten Gaze,<br />
welchen Seidenkissen rosigen Seufzens<br />
sind sie entschlüpft,<br />
die blumenhaft-jungen Mädchen,<br />
die Punkt 7 angetreten sind zum Morgendienst<br />
und in alphanumerisch eingeteilten Bürgeramtsabteilen sitzen.</p>
<p>Wie jene, die mit Alabasterglanz betauten Nägeln,<br />
unter samtener Schatten Wimpernbaldachin<br />
verbirgt, enthüllt sie nymphengrüne Blicke,<br />
dir den Ausweis überreicht,<br />
der dich, die heimwehkranke Seele,<br />
wie den dünnen Faden einer periodisch<br />
unendlich gebrochenen Zahl<br />
in das wirre Knäuel Deutschland schlingt,<br />
Knäuel, welches Moira, die unzähmbare Katze,<br />
gelangweilt rollt und wieder fängt<br />
und wieder von sich stößt.</p>
<p>Nahmst du das Flackern eines Lächelns mit<br />
in deine Dichterdämmerstube,<br />
Duft gar, einen Hauch<br />
aus knospenblättrig weich gestuftem Haar,<br />
das nie ein Sturm zerzauste,<br />
Lockengeflecht von Händen,<br />
denen Hornhaut fremd und banges Heimwärts-Tasten?</p>
<p>Er lag noch da,<br />
als den Rückweg du gegangen,<br />
starr und regungslos<br />
lag er noch da,<br />
ein Wrack aus taubem Mark und ausgestöhnter Qual,<br />
wie dafür bestimmt, demnächst von Herkulessen, die krakeelen,<br />
in den dunklen Schlund des Kehrichtwagens<br />
gekippt zu werden.</p>
<p>Du hast ihn scheu umrundet,<br />
doch witternd, ob schon Fäulnis von ihm weht.</p>
<p>Nie werden Muschelschalen-Fingernägel<br />
rokokograziösen Schimmers,<br />
vom Perlmutt der Reime Paul Verlaines,<br />
in Rhythmen mondgewiegter Wollustwellen<br />
ihm den Schorf der Einsamkeit vom Rücken kratzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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