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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Sprach zu Gott der Lehm philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Sprach zu Gott der Lehm</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2022 22:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Und Gott nahm vom Lehm, Menschen sich zu bilden. War er einsam ehedem, wollte plaudern er in milden Plaudereien, doch mit wem, einem niederen Geschöpfe, er, in dem das Wort besteht? Dies begreifen nur die Tröpfe, leere Spreu, vom Wind verweht. Doch als wär er aufgeschreckt aus dem Schlafe unbequem, hätten Finger ihn geneckt, sprach [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/sprach-zu-gott-der-lehm/">Sprach zu Gott der Lehm</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Und Gott nahm vom Lehm,<br />
Menschen sich zu bilden.<br />
War er einsam ehedem,<br />
wollte plaudern er in milden<br />
Plaudereien, doch mit wem,<br />
einem niederen Geschöpfe,<br />
er, in dem das Wort besteht?<br />
Dies begreifen nur die Tröpfe,<br />
leere Spreu, vom Wind verweht.<br />
Doch als wär er aufgeschreckt<br />
aus dem Schlafe unbequem,<br />
hätten Finger ihn geneckt,<br />
sprach zu Gott der Lehm:</p>
<p>„Wolle mich nicht kneten,<br />
gib mir kein Gesicht,<br />
hauch mir deinen Odem<br />
in mein Wirrsal nicht.<br />
Hauch mir keine Seele,<br />
daß ich mein bewußt<br />
mich mit Fragen quäle,<br />
ob ich Fülle, ob Verlust,<br />
ob ich schweigen soll, ob singen,<br />
wenn des Nachts die Quelle lallt,<br />
oder bange Flügel schwingen,<br />
weich von Schnee umwallt.<br />
Will nicht zu dir beten,<br />
weil mit hoher Kunst<br />
du mir drehtest Locken,<br />
Auge gabst und Fuß,<br />
daß ich über Gras und Brocken<br />
irr, den Mund voll Ruß.<br />
Lass, o lasse mich dem Dunst.<br />
Jugend geht in Freuden,<br />
Strahlen ist ihr Ruhm,<br />
doch es stinkt von Räuden<br />
widrig Greisentum.<br />
Wollust schnarcht in Kissen,<br />
Zweifelsgeist bleibt wach,<br />
unter Flockenküssen<br />
liegt die Furche brach.<br />
Aresʼ Helm, der glimmt<br />
mondbleich wie die Lende,<br />
nahm, daß er sie nimmt,<br />
Venus in die Hände,<br />
barg ihn sacht ins Gras,<br />
wo ihr Schenkel zittert,<br />
bis es klirrt wie zartes Glas<br />
und er wieder ruhmumwittert<br />
ihre falschen Tränen flieht,<br />
jauchzend ins Gemetzel zieht.<br />
Soll mir Mannes Dorn<br />
von der Leere sagen,<br />
soll ich, dunkler Born,<br />
Fülle schweigend tragen,<br />
zwiefach an Gestalt<br />
Zwiefalt weiterreichen,<br />
beides läßt mich kalt,<br />
formlos soll mich Feuchte weichen.<br />
Und es heitert mich der Ton,<br />
der sich bildsam fügt Dryaden,<br />
die mir opfern Wurm und Mohn,<br />
Nymphen, die in meinen Senken baden,<br />
und ihr lichter Leib fließt hin,<br />
halt die Schale ich geründet,<br />
deren weicher Mund ich bin,<br />
Blüten sanften Strahls entzündet,<br />
und die mich umwandeln, Schatten,<br />
Totemgeister, können schlupfen<br />
in begrünte Mulden, Matten,<br />
wo sie herbe Kräuter rupfen.<br />
Alles dies halb wie im Traum,<br />
kein Gesetz hält mich im Zaum.<br />
Laß dem Element mich dienen,<br />
dem des Lebens Glanz entsprießt,<br />
leg mir an nicht harte Schienen,<br />
daß der Tanz des Pan verdrießt.<br />
Reizt dich denn ein Bild,<br />
das sich selber schaut erschrocken,<br />
Quell, der aus dem Dunkel quillt,<br />
den vom heißen Strahl bald trocken<br />
trübsalmatter Kiesel füllt?<br />
Willst du aber spiegeln<br />
deines Dunkels Abgrund-Ich,<br />
laß von Wolken dich umflügeln,<br />
nimm den Schaum, nicht mich,<br />
schöpf den Schaum von grünen Wellen,<br />
die ein Sichelmond zerfetzt,<br />
mag dein Psalm zerschellen,<br />
wo Leviathan dich hetzt.<br />
Mag dein steiles Sinnen<br />
unter Engeln minnen.<br />
Hauch nicht an den niedern Staub,<br />
keine Zunge ihm verleihe,<br />
er wird rauschen dürr wie Laub,<br />
und sein hohes Lied sind Schreie.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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