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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Tod des Lebens Traum philosophische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Tod, der Traum des Lebens</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2015 23:17:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Tod des Lebens Traum philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ist denn der Tod ein Wesen, ein harter Sensenmann, der köpft die Köpfe, ohne Achtung von Person und Stand, ist er denn ein klapperndes Skelett hinter der Schlafzimmertür, das, wenn gedankenlos du eintrittst, polternd umstürzt und dich unversehens unter sich begräbt, oder ist er ein Engel sanft, der in seinen Alabaster-Armen, seinen huldvoll geöffneten Fittichen [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/tod-des-lebens-traum/">Tod, der Traum des Lebens</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ist denn der Tod ein Wesen,<br />
ein harter Sensenmann,<br />
der köpft die Köpfe,<br />
ohne Achtung von Person und Stand,<br />
ist er denn ein klapperndes Skelett<br />
hinter der Schlafzimmertür,<br />
das, wenn gedankenlos du eintrittst,<br />
polternd umstürzt<br />
und dich unversehens unter sich begräbt,<br />
oder ist er ein Engel sanft,<br />
der in seinen Alabaster-Armen,<br />
seinen huldvoll geöffneten Fittichen<br />
dich sterbend Sinkenden auffängt<br />
und drückt mild dir die Augen zu?</p>
<p>Der Tod dünkt uns ein Wesen zu sein<br />
wie eines mythischen Untiers,<br />
eines bösen Menschen oder wie<br />
des roten Monds,<br />
weil wie das Untier „Untier“,<br />
„Mensch“ den Menschen<br />
und den unheimlichen Mond „Mond“<br />
wir zu nennen gewöhnt sind,<br />
wir auch das, was uns geschieht<br />
und mündet im Lebensende,<br />
„Tod“ zu nennen, uns die Sprache empfiehlt.</p>
<p>Doch ist der Tod kein „Tod“,<br />
er ist des Lebens Schatten,<br />
der seltsam wächst<br />
und schärfer sich konturiert,<br />
wenn die Sonne tiefer sinkt.</p>
<p>Der Tod ist eines jeden Worts<br />
obertoniger Mitklang,<br />
beim Kind wie Zischen von Schlangen,<br />
beim Mann ein Kläffen des Hunds,<br />
beim Greis das Krächzen<br />
aufgescheuchter Raben.</p>
<p>Du stirbst am Tode nicht,<br />
du stirbst am Leben,<br />
das versickert<br />
wie auf verbranntem Lehm das Rinnsal.</p>
<p>Du stirbst am Leben,<br />
dem wie flüsternder Aschenglut<br />
der Atem ausgeht.</p>
<p>Du stirbst am Leben,<br />
das wie leise in sich glucksende Quelle<br />
allmählich versiegt.</p>
<p>Das Tier hat ein Gesicht,<br />
der Mensch blickt dir ins Auge,<br />
der Mond verdünnt<br />
mit der Milch seines Lichts<br />
die graue Lymphe<br />
in der hingehaltenen Schale<br />
der Sehnsucht.</p>
<p>Der Tod hat kein Gesicht,<br />
er blickt dich nicht an,<br />
keiner Sehnsucht Blumenschale<br />
vermag ihn zu fassen.</p>
<p>So ist, was Tod wir nennen,<br />
nicht Rand, Grenzmark oder jähe Spalte,<br />
er ist dem ganzen Leben Gegenwart.</p>
<p>In jedem Atemzug,<br />
im Bissen Essen,<br />
in der aufplatzenden Knospe Kuss.</p>
<p>Jener unendliche Schimmer<br />
in der Träne des Abschieds.</p>
<p>Also nennen Tod wir nicht Tod.<br />
Nennen wir ihn<br />
des Tieres Bitterspeichel,<br />
den Schweiß des Menschen,<br />
den Schatten des Monds.</p>
<p>Er heiße uns<br />
der Traum des Lebens.</p>
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