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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Unterschied Mensch Tier Philosophie</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Auf den Spuren der Vernunft II</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2014 11:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Auf den Spuren der Vernunft II]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Tier-Unterschied]]></category>
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		<category><![CDATA[Unterschied Mensch Tier Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[vernünftige Rede]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Es hat ihm die Sprache verschlagen.“ „Darauf verstummte sie und starrte ausdruckslos vor sich hin.“ „Die Worte zerfielen ihm auf der Zunge wie platzende Pilze.“ Radikale Skepsis in Bezug auf die Fähigkeit der Sprache, etwas Reales darzustellen und etwas Richtiges darüber zu sagen, führt wie die radikale Skepsis gegenüber unserer Fähigkeit, etwas zu erkennen, was [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/auf-den-spuren-der-vernunft-ii/">Auf den Spuren der Vernunft II</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Es hat ihm die Sprache verschlagen.“ „Darauf verstummte sie und starrte ausdruckslos vor sich hin.“ „Die Worte zerfielen ihm auf der Zunge wie platzende Pilze.“</p>
<p>Radikale Skepsis in Bezug auf die Fähigkeit der Sprache, etwas Reales darzustellen und etwas Richtiges darüber zu sagen, führt wie die radikale Skepsis gegenüber unserer Fähigkeit, etwas zu erkennen, was keine Funktion unserer Wahrnehmung oder unseres Interesses ist, schließlich zur Verzweiflung an der Möglichkeit des sinnvollen Gedankens und zur selbstzerstörerischen Selbstaufgabe der Vernunft.</p>
<p>Doch immer ist es die Vernunft, die sich selbst aufgibt – sie erliegt dem Schein, widerlegt worden zu sein oder sich selbst widerlegt zu haben. In Wahrheit setzt sie noch im Schein des Selbstwiderspruchs die Wahrheit der einfachen Position ihrer selbst voraus.</p>
<p>Wir sagen: Die Sprache ist der Körper der Vernunft.</p>
<p>Wenn die Sprache der Körper der Vernunft ist, besteht Hoffnung, bei ihrer einigermaßen bedachtsamen, aufmerksamen, hellhörigen Verwendung nicht gänzlich in die Irre gehen zu müssen.</p>
<p>Wir wissen von keinem Ort vor der Sprache, von keinem Bereich unserer Lebenswelt, den wir diesseits oder jenseits der Sprache betreten könnten. Wer immer zerknirscht und verstört in den Keller und die Unterwelt hinabsteigt, um dort stumm zu vegetieren, steigt in den Keller im Haus der Sprache und die Unterwelt in der Welt der Sprache hinab.</p>
<p>Wer immer durch Krankheit dement, durch Entwürdigung und Folter in den Irrsinn getrieben wird, er fällt nicht aus dem logischen Raum von Sprache und Vernunft, dem er einmal zugehörte – weil er ihm einmal zugehörte.</p>
<p>Wir wissen von keinem Bereich diesseits oder jenseits der Vernunft, den wir wie Freibeuter unter falscher Flagge betreten könnten. Wenn wir annähmen, die Natur oder die natürliche Entwicklung wäre dieser Bereich, müssten wir die Existenz der vernünftigen Rede und die Geltung der durch die vernünftige Rede erzeugten Wahrheiten voraussetzen: Wir müssen annehmen, dass unsere Behauptung, die Vernunft sei ein Produkt der natürlichen Evolution, wahr sei. Also kann Wahrheit, das wesentliche Kennzeichen der vernünftigen Rede, kein Produkt der natürlichen Evolution sein.</p>
<p>Wenn wir annähmen, Wahrheit, die Eigenschaft der vernünftigen Rede, einen bestehenden Sachverhalt in der Welt zu beschreiben, wäre eine Funktion und ein Produkt der natürlichen Entwicklung und der natürlichen Auslese, könnten wir nicht wissen, ob unser Reden Wahres hervorbringt, weil wir zwischen dem subjektiv-evolutionär Vorteilhaften und dem objektiv Wahren nicht unterscheiden könnten. Wir können allerdings annehmen, dass das, was uns als animalischen Subjekten evolutionäre Vorteile einbringt, wie das Gefühl des Wohlbehagens und der Lust, wenn wir etwas Süßes essen oder wenn ein Feind Schaden oder den Tod erleidet, nicht eine objektiv gültige Wahrheit oder einen objektiv gültigen Wert darstellt. Wenn wir aber aufgrund der natürlichen Entwicklung in das Gefängnis subjektiver Empfindungen, Wahrnehmungen und Wertgefühle eingesperrt wären, wäre die Annahme, durch vernünftige Rede und das Erwägen und Abwägen von Gründen etwas über das objektiv Wahre herausfinden zu können, allemal illusorisch. Also kann die Wahrheit oder die Eigenschaft der vernünftigen Rede, mittels guter Gründe wahre von falschen Behauptungen unterscheiden zu können, keine Funktion und kein Produkt der natürlichen Entwicklung und der natürlichen Auslese sein.</p>
<p>Die natürliche Entwicklung wird durch physische und psycho-physische Beweggründe – Ursachen und Motive – vorangetrieben und gesteuert. Die vernünftige Rede hingegen wird nicht durch physische oder psycho-physische Beweggründe vorangetrieben und gesteuert, sondern durch logische Gründe strukturiert und entfaltet. Wenn wir annähmen, die vernünftige Rede würde durch Beweggründe und nicht durch Gründe aufgebaut, müssten wir mindestens einen Grund auffinden und benennen, der uns zu dieser Überzeugung gebracht hat und in dieser Überzeugung bestärkt. Denn der Sinn und Zweck der vernünftigen Rede ist es, gute oder hinreichend gute Gründe für unsere Überzeugungen zu finden oder gute Gründe dafür, dass die eine oder andere unserer Überzeugungen falsch ist. Würden wir aber einen guten Grund finden, der die Überzeugung, dass die vernünftige Rede durch Beweggründe und nicht durch Gründe strukturiert und entfaltet wird, bewahrheitet, würden wir mittels einer vernünftigen Rede mit zumindest einer guten Begründung die Geltung und den Anspruch der vernünftigen Rede, Wahres zu finden und auszusagen, bestreiten, also behaupten, die vernünftige Rede sei unvernünftig. Das aber ist offensichtlich falsch, das Gegenteil muss demnach richtig sein. Folglich wird die vernünftige Rede nicht durch Beweggründe, sondern durch rationale Gründe strukturiert und entfaltet.</p>
<p>Wir sagen: Moralisch handelt, wer in wesentlichen Fragen und bei wichtigen Entscheidungen nicht spontan seinen Beweggründen und triebhaften Impulsen nachgibt, sondern mittels der vernünftigen Rede die Gründe seines Handelns abwägt und nach objektiven Maßstäben des Guten und Besseren oder des Schlechten und Schlechteren beurteilt. Wenn die vernünftige Rede eine Illusion und ihr Aufweis von Gründen zur Ohnmacht verurteilt wären, wären wir wie es törichte Menschen und supergescheite Philosophen stets gewünscht oder angenommen haben zu einem zynisch-fröhlichen Immoralismus verdammt.</p>
<p>Doch was tust du, wenn du dein Versprechen einhältst und deinem Lehrer das freundlicherweise entliehene Buch zur ausgemachten Stunde am ausgemachten Ort zurückgibst? Du handelst vernünftig und moralisch gut. Denn geliehenes Gut auszuhändigen, ist nicht nur rechtens oder eine schöne Sitte, sondern moralisch geboten, weil es nicht zu tun auf Betrug und Diebstahl hinausläuft. Du aber handelst gut, einfach aus dem Grund, weil es gut ist, sein Versprechen einzuhalten, und schlecht, es nicht zu tun.</p>
<p>Aber, wendet der Advocatus diaboli, sprich der nietzscheanische Immoralist, der darwinistische Evolutionspsychologe oder der freudianische Seelenzerkleinerer, ein: Du sonnst dich in der Lüge moralischer Perfektion, in Wahrheit handelst du aus Angst vor der Autorität des Lehrers, der dir dein kleines Schüler- oder Studentenleben zur Hölle machen kann, wenn du nicht parierst. Hinter deinen vorgeschützten moralischen Handlungsgründen verstecken sich schamhaft unschöne Beweggründe, die die Freiheit deines Handelns nach Gründen einschränken, wenn nicht aufheben.</p>
<p>Doch bevor du noch das Buch zum rechten Zeitpunkt hast aushändigen können, stirbt der Lehrer. Du aber vergisst dein Versprechen nicht, obwohl du die Lage ausnutzen könntest und den Umstand, dass keiner außer dir und dem Lehrer von der Ausleihe des Buches und deinem Versprechen etwas weiß. Obwohl es dir doch größeres Vergnügen machen sollte, das Buch hinfort ungestraft unter dein Eigentum zu rechnen, wendest du dich zu einem angemessenen Zeitpunkt an die Familie und die Verwandten des Verstorbenen und händigst ihnen zu ihrem Erstaunen das Buch aus.</p>
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		<title>Philosophische Fragen und Antworten V</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Mar 2014 17:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Tier-Unterschied]]></category>
		<category><![CDATA[Tier-Mensch-Unterschied]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschied Mensch Tier Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wenn die Entwicklung des Menschen als natürlicher Spezies durch die darwinistischen Erklärungsprinzipien von Mutation und Selektion erklärt werden kann, der Mensch aber das sprachliche Lebewesen par excellence ist, kann dann nicht auch die Entwicklung der Sprache als Produkt der natürlichen Evolution erklärt werden? Nein. Die Sprache kann nicht wie etwa die Entwicklung von Organen und [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/philosophische-fragen-und-antworten-v/">Philosophische Fragen und Antworten V</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Wenn die Entwicklung des Menschen als natürlicher Spezies durch die darwinistischen Erklärungsprinzipien von Mutation und Selektion erklärt werden kann, der Mensch aber das sprachliche Lebewesen par excellence ist, kann dann nicht auch die Entwicklung der Sprache als Produkt der natürlichen Evolution erklärt werden?<br />
</i><br />
Nein. Die Sprache kann nicht wie etwa die Entwicklung von Organen und Organsystemen von Flügeln, Armen, Krallen, Schnäbeln, Augen oder Gehirnen auf der Grundlage der darwinistischen Prinzipien von Mutation und Selektion erklärt werden. Die Selektion greift immer an zufälligen Mutanten an und diese sind zufällige individuelle Vorkommnissen an individuellen Organismen. So mag eine Genmutation das Längenwachstum von rudimentären Flügeln oder Armen oder Beinen oder Hälsen begünstigen: Die Wahrscheinlichkeit, dass das im Sinne des Überlebensvorteils begünstigte Individuum hinfort seine Gene weitergibt, ist größer als die Wahrscheinlichkeit der Vermehrung der  weniger begünstigten Individuen. Die Sprache ist ein auf konventionellen Regeln beruhendes kollektives System der Kommunikation zwischen Individuen: Sie kann sich demzufolge nicht als Mutation an einem solcherart bevorteilten Individuum durchsetzen.</p>
<p>Die Sprache setzt sich gleichsam wie die Existenz des Lebens selbst voraus: Konventionen bei der Verwendung von Zeichen festzulegen ist ein Vorgang innerhalb der Sprache. Weil Sprache demzufolge nicht nur die syntaktische Reihung von Zeichen, sondern auch die mehr oder weniger vage, provisorische oder exakte Festlegung der Bedeutung von Zeichen voraussetzt, ist sie nicht mit tierischen Signalsystemen vergleichbar, die freilich auf der Basis darwinistischer Evolution erklärbar sind.</p>
<p>Kein Einzelorganismus könnte sich des Privilegs, sprechen zu können, erfreuen: Sprechen setzt eine Gemeinschaft der Sprechenden und also Sprachbegabten voraus. Mehr noch: Sprechen heißt Überzeugungen zu haben und sie mitzuteilen. Überzeugungen aber kannst nicht du als einzelnes Individuum haben und mitteilen. Überzeugungen zu haben ist nicht dasselbe wie natürliche oder künstliche Objekte mit den Sinnesorganen wahrzunehmen. Überzeugungen zu haben ist überhaupt keine Form der Wahrnehmung, sondern der Identifikation und prädikativen Bestimmung intentionaler Objekte. Was für die Sprache im Allgemeinen, gilt für Überzeugungen und intentionale Gegenstände im Besonderen: Sie sind Momente eines logisch-semantischen Raums von gemeinschaftlich aufeinander abgestimmter Meinungen. Falls du der Meinung bist, dass dort ein Einhorn stehe, musst du unterstellen, dass es andere gibt, die deine Meinung teilen – oder auch bestreiten können.</p>
<p>Weil die semantische Einheit der Sprache der Satz ist und Sätze bilden gleichzeitig und gleichsinnig damit ist, eine Überzeugung oder eine Annahme oder eine Meinung zu bilden, bist du mit der Sprache gleichsam auf einen Schlag in das logische Universum des Wahren und Falschen versetzt worden. Das Wahre ist keinesfalls das Wahrgenommene: Dieses gehört allerdings in den Erklärungshorizont, der von den darwinistischen Prinzipien der Erklärung von natürlicher Entwicklung ausgeschöpft wird. Das Wahre ist nicht das Wahrgenommene heißt: Du bist mit der Sprache frei oder die schöpferische Macht der Sprache zeigt sich darin, auch das Nicht-Wahre zum intentionalen Gegenstand deines Meinens machen zu können. So kannst du annehmen, es gebe Einhörner oder der Erdtrabant, den du jetzt siehst, sei nicht der Mond, sondern der andere namens Selene. Auch hier gilt: Falls du der Meinung bist, dass dort ein Einhorn stehe oder dort der Erdtrabant namens Selene aufgegangen sei, musst du unterstellen, dass es andere gibt, die deine Meinung teilen – oder auch bestreiten können.</p>
<p>Das Leben selbst kann nicht durch die darwinistischen Methoden der Erklärung von natürlicher Evolution erklärt werden: Die evolutiven Mechanismen von Mutation und Selektion greifen am existierenden lebenden Organismus an – sie setzen seine Existenz voraus. Diese Logik gilt mutatis mutandis auch für die Existenz der Sprache als syntaktisch-semantischen Systems der Konstruktion von Überzeugungen und der Äußerung von diversen Sprechhandlungen.</p>
<p>Die Sprache ist keine emergente Eigenschaft der Hirnentwicklung zu größerer intellektueller Kapazität. Die Entwicklung intelligenter Wahrnehmungs- und Orientierungssysteme kann nicht, wie allenthalben unterstellt, den Unterschied zwischen Mensch und Tier markieren: Tiere haben Wahrnehmungs- und Orientierungssysteme mit subtileren und feinkörnigeren Rastern als die menschlichen Wahrnehmungs- und Orientierungssysteme entwickelt. Die natürliche Evolution intelligenter Systeme verläuft ganz den darwinistischen Erklärungsprinzipien gemäß in Graden und quantitativen Abstufungen. Die Sprache aber ist keine neue Form der Intelligenz, sondern ein qualitativ neues System des Verstehens von Bedeutungen und des Teilens von Überzeugungen.</p>
<p>Die Wissenschaft und also auch die Evolutionsbiologie ist eine methodisch und erfahrungsmäßig kontrollierte Aktivität des Erwerbs von Wissen, die sich als menschliches Handlungssystem neben vielen anderen Handlungssystemen innerhalb des logisch-semantischen Raums oder Felds von Sprache und Bewusstsein abspielt und das begriffliche Netz von Überzeugungen mit seinen Knotenpunkten elementarer oder primitiver Wesensbegriffe wie Bedeutung, Intentionalität, Person, Identität, logischer Folgerungsbeziehung und von manchen anderen voraussetzt. Die Wissenschaft kann nicht erklären, was sie voraussetzt oder impliziert. Deshalb kann auch die Evolutionsbiologie nicht erklären, was sie voraussetzt und impliziert: zum Beispiel die Sprache.</p>
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		<title>Philosophische Fragen und Antworten II</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 12:24:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Essays]]></category>
		<category><![CDATA[logisch-semantischer Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Tier-Unterschied]]></category>
		<category><![CDATA[Tier-Mensch-Unterschied]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschied Mensch Tier Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wenn ich zwei Zahlen addiere, muss ich das Verfahren oder die Regel der Addition schon kennen. Ist es mit dem Wissen oder Verstehen und dem Sprechen nicht ebenso? Ja. Wenn du etwas verstehen willst, musst du schon etwas anderes verstanden haben. Wenn du etwas sagen willst, musst du schon etwas anderes gesagt haben. Du erblickst [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/philosophische-fragen-und-antworten-ii/">Philosophische Fragen und Antworten II</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Wenn ich zwei Zahlen addiere, muss ich das Verfahren oder die Regel der Addition schon kennen. Ist es mit dem Wissen oder Verstehen und dem Sprechen nicht ebenso?<br />
</i><br />
Ja. Wenn du etwas verstehen willst, musst du schon etwas anderes verstanden haben. Wenn du etwas sagen willst, musst du schon etwas anderes gesagt haben.</p>
<p>Du erblickst den Mond und weißt, dass es sich bei diesem planetarischen Objekt um den Erdtrabanten handelt. Du weißt dies auf Grund der Tatsache, dass du bereits verstanden hast, dass es nur einen einzigen Erdtrabanten gibt und dass dieser Erdtrabant der Mond ist. Wüsstest du nicht, dass der Mond der einzige Erdtrabant ist, könntest du angesichts des Mondes auch glauben, es sei ein Planet namens Selene II.</p>
<p>Wenn das Kleinkind „Mama“ ruft, wohnt es gleichsam schon im logischen Raum von Sprache und Bewusstsein: „Mama!“ ist eine Satz-Ellipse und kann folgendermaßen umgeformt werden: „Da ist ja Mama!“ oder „Dieses Stück der Raum-Zeit hat all die wesentlichen Eigenschaften, die ich mit Mama verbinde.“ „Von allem, was es gibt, hat nur dieses Stück der Raum-Zeit die wesentlichen Eigenschaften von Mama.“  „Wenn es etwas gibt, das nicht die wesentlichen Eigenschaften von Mama hat, ist dieses Stück der Raum-Zeit nicht Mama.“</p>
<p>Die Satz-Ellipse „Mama!“ setzt demnach die logisch-semantische Struktur der Sprache voraus, wonach ein Ausdruck dann sinnvoll gebraucht wird, wenn er als Argument einer semantischen Funktion wie „… ist Mama“ eingesetzt werden kann. Wir sehen, dass die Sprache gleichsam ab ovo die Strukturelemente der Quantifikation, Identität, Prädikation und Negation enthält. Denn es gibt mindestens ein Stück der Raum-Zeit x, so dass x Mama ist, und wenn es ein y gibt, das Mama ist, dann ist es identisch mit x. Wenn dieses Stück der Raum-Zeit Mama ist, ist jenes Stück der Raum-Zeit nicht Mama.</p>
<p>Wenn wir etwas verstehen und wissen oder aussagen, setzen wir einen wesentlichen Verstehenshorizont und einen Hintergrund sprachlichen und anderen Wissens voraus, nämlich die Strukturen des Verstehens, des Wissens und der Sprache. Wir bewegen uns in diesen Strukturen gleichsam im Kreise. Daher ist der Ausdruck „hermeneutischer Zirkel“, wie ihn Heidegger in „Sein und Zeit“ entwickelt hat, mit gewissen einschränkenden Bedingungen gut geeignet, die eigentümliche Form menschlichen Wissens und Sprechens zu explizieren.</p>
<p><i>Gibt es denn keinen Anfang des Wissens, Verstehens und Sprechens? In den Anfängen der Menschheit war das Wissen doch gering, und jetzt ist es ins Unüberschaubare gewachsen. Irgendwann haben die Menschen doch begonnen zu sprechen.</i></p>
<p>Wir können nur sagen: Die Vermehrung des Wissens und die Differenzierung des Sprechens fanden und finden im logisch-semantischen Raum von Sprache und Bewusstsein statt. Mit dem ersten noch so rudimentären Wissen, zum Beispiel, dass dieser Ort derselbe ist, an dem wir bereits gestern gewesen sind, und mit dem ersten rudimentären Sprechen, wie zum Beispiel der Aufforderung, mit uns zu kommen, sind das Wissen und Verstehen als logisch-epistemische Struktur und das Sprechen und die Sprache als logisch-semantische Struktur gleichsam wie eine Schöpfung aus dem Nichts vorhanden.</p>
<p><i>Können wir Wissen, Verstehen und  Sprechen nicht als Verhalten oder als Dispositionen zu Verhalten betrachten, deren evolutionäre Ursprünge und deren evolutionäre Geschichte wissenschaftlich erfasst werden können?</i></p>
<p>Soweit und insofern wir Bewohner des logisch-semantischen Raums von Sprache und Bewusstsein sind, sind wir keine Mitglieder einer Spezies, sei diese metaphysisch, ontologisch oder biologisch konzipiert. Dies ist zugleich der Grund unserer Freiheit und der Verpflichtung, für unser Handeln, soweit es nicht irrationalen Antrieben entspringt, Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Wir nehmen heute fälschlicherweise an, die Existenzform des Menschen lasse sich vollständig wissenschaftlich durchdringen und erklären, wenn wir Menschen als Mitglieder der tierischen Spezies Homo Sapiens definieren und die Einzelanalysen den Biologen, Neurowissenschaftlern, Kognitionspsychologen und Soziologen überlassen. Dabei übersehen wir zumindest, dass das Projekt der Wissenschaft eine Form der Weltaneignung innerhalb des logisch-semantischen Raums unserer Sprache und unseres Bewusstseins darstellt. Die Wissenschaft ist ein Teil dieses Raums und dieser logisch-semantischen Dimension, sie kann sie nicht umfassen oder begründen oder erklären.</p>
<p>Wissenschaftlich können in der Tat Verhalten und Verhaltensdispositionen beobachtet und aus allgemeinen Gesetzen abgeleitet werden. Wenn du deine Hand an der Flamme des Feuerzeugs verletzt hast, zurückzuckst und dabei „Aua!“ ausrufst, kann ich diese Verhaltensweise aus dem allgemeinen Gesetz ableiten, dass Organismen mit einem ausgebildeten sensomotorischen System dazu disponiert sind, bei der Überschreitung einer kritischen Empfindungsschwelle Schmerz zu empfinden und mit einer unwillkürlichen Bewegung zu reagieren, mit der sie vom Ort der Gefahrenquelle zurückweichen. Außerdem kann ihre sensomotorische Reaktion von einer verbalen Verlautbarung begleitet werden, deren Bedeutung als Ausdruck von Schmerzen verstanden werden kann.</p>
<p>Welche Bedeutung aber ist dies? Du würdest spontan dazu neigen, den Ausruf „Aua!“ mit dem Satz „Ich habe Schmerzen!“ wiederzugeben. Aber der Gebrauch von Indikatoren wie des Pronomens der ersten Person ist in der objektiven Sprache der Wissenschaft nicht zulässig und muss ausgeschlossen werden. Wir können dem Satz eine objektive und damit verifizierbare Bedeutung verleihen, indem wir ihn in den Satz umformen: „Individuum P hat zum Zeitpunkt t<sub>1</sub> am Ort l<sub>1 </sub>Schmerzen“ oder kurz „Er hat Schmerzen.“</p>
<p>Wir müssen demnach für die Möglichkeit der wissenschaftlichen Analyse voraussetzen, dass wir die Bedeutung des Satzes „Ich habe Schmerzen“ durch sprachliche Umformungsregeln mit der Bedeutung des Satzes „Er hat Schmerzen“ gleichsetzen können. Offensichtlich ist uns diese Möglichkeit aber in diesem und ähnlichen Fällen benommen, in denen sich die sprachliche Bedeutung auf Inhalte des sogenannten phänomenalen Bewusstseins bezieht, denn die beiden Sätze haben verschiedene Bedeutungen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass wir uns fragen oder vermuten oder glauben können, dass jener Schmerzen hat, der in dem Satz gemeint ist „Er hat Schmerzen“. Es ist aber Unsinn, wenn ich mich fragen oder vermuten oder glauben wollte, dass ich Schmerzen habe. Wenn ich mich fragte: „Habe ich Schmerzen?“, bewiese ich damit mein Nichtwissen von der logischen Form des Satzes „Ich habe Schmerzen“, fragte ich mich „Hat er Schmerzen?“, erfüllte sich der Sinn des Satzes mittels der Beobachtung des Verhaltens desjenigen, dem wir Schmerzen zu haben unterstellen.</p>
<p>Das Dasein und die logisch-semantische Funktion der ersten Person oder die Tatsache des Bewusstseins legt die feine, aber unaustilgbare Trennlinie zwischen den Eigenschaften, Mitglied einer tierischen Spezies oder Bewohner des logisch-semantischen Raums von Sprache und Bewusstsein zu sein.</p>
<p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/philosophische-fragen-und-antworten-ii/">Philosophische Fragen und Antworten II</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></content:encoded>
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