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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Vergebens war dein Rufen philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Vergebens war dein Rufen</title>
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		<pubDate>Sun, 28 May 2023 22:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Vergebens war dein Rufen philosophische Gedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vom Aether aber fällt Das treue Bild und Göttersprüche regnen Unzählbare von ihm, und es tönt im innersten Haine. Friedrich Hölderlin, Germanien &#160; Nun ist von deinem Äther uns geblieben blaß und verschwimmend, ein duftentrücktes Veilchenblau, von einer Liebe, die verlassen wurde, am Saum des Sommerabendhimmels scheu gepflückt. Der Adler, den du kühn vom Indus [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/vergebens-war-dein-rufen/">Vergebens war dein Rufen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vom Aether aber fällt<br />
Das treue Bild und Göttersprüche regnen<br />
Unzählbare von ihm, und es tönt im innersten Haine.</em></p>
<p>Friedrich Hölderlin, Germanien</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun ist von deinem Äther uns geblieben<br />
blaß und verschwimmend,<br />
ein duftentrücktes Veilchenblau,<br />
von einer Liebe, die verlassen wurde,<br />
am Saum des Sommerabendhimmels scheu gepflückt.</p>
<p>Der Adler, den du kühn vom Indus her gesandt,<br />
die Salzflut sah im Monde er noch glitzern<br />
und rastete erschöpft im Alpenschnee.</p>
<p>Vergebens war dein Rufen nach den Hohen,<br />
daß sie aus holden Lächelns Falten<br />
uns tropfen ließen Tau<br />
auf schon verdorrter Hoffnung<br />
graues Herz.</p>
<p>Die du erweckt aus den papiernen Ranken<br />
und Schattenrissen der Gelehrsamkeit,<br />
daß jäh erzitterten<br />
im Jahrhundertschlaf erschlaffte Wimpern<br />
und feuchten Glanzes sich geweitet<br />
die göttlich-stillen Augen,<br />
von Meeresgischt gesprenkelte Gestalten,<br />
von Mohn und Rosen überhauchte Schläfen<br />
und Geister, die aus Quellen Liebesschauer,<br />
aus Wolken die Erleuchtung brachten –<br />
zertrümmert unter rohen Schicksals Hämmern,<br />
von Fäulnisdunst zerfressen sind und<br />
über ausgelaugten Furchen Dunst<br />
jetzt jene tiefbeseelten Lebensbilder.</p>
<p>Was hier noch grünt, sind Herthas Haine nicht,<br />
wo einst in weichen Wassers Schlaf<br />
ein Schwan der Verse Traumgefieder<br />
still hat eingetunkt.</p>
<p>Und was um Sangeswolken abendrötlich flammte,<br />
es blättert ab wie Grind vergilbten Allgefühls,<br />
wie schlecht vernarbter Wunde tauber Schorf.</p>
<p>Der Sage goldener Rauch,<br />
der dir aus mythischen Ruinen quoll,<br />
ward überschrieben von der Asche<br />
erstickter Schreie.</p>
<p>Die Göttersprüche, die geregnet sind<br />
von deinem Hellas-blauen Himmel,<br />
versickerten in wüster Rede Karst.</p>
<p>Entstellt von Spritzern ätzenden Urins<br />
am Wegrand aber siecht<br />
die Blume, schwach leuchtend noch<br />
wie Blut am Christusdorn,<br />
die Blume deines Munds.</p>
<p>Uns Tagedieben wiesest du die Nacht,<br />
den Abgrund, jenseits aller Sternenbilder,<br />
worin einfältig lächelnd und<br />
wie närrisch mit dem Schnupftuch winkend<br />
langsam du versankst,<br />
kein Flügel war, dich noch zu retten,<br />
o langsam sankst hinab.</p>
<p>&nbsp;</p>
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