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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Versunkene Amoretten philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Versunkene Amoretten</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2022 23:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Vignetten von einem verfallenen Lustschloß in Ostpreußen Aus den Schatten einer Dornenhecke, verwildert wie die Dichterseele, zwitschert es aus kleinen Nestern, im weichen Zittern roter Blüten spielt der Wind mit müden Bienen. Öde liegt der grüne Teppich eines Rasens, angefressen und geschwärzt vom Schicksalsstrahl, um den braunen Schlaf des Teiches, wo vermodert, wem das Gold [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/versunkene-amoretten/">Versunkene Amoretten</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vignetten von einem verfallenen Lustschloß in Ostpreußen<br />
</em><br />
Aus den Schatten einer Dornenhecke,<br />
verwildert wie die Dichterseele,<br />
zwitschert es aus kleinen Nestern,<br />
im weichen Zittern roter Blüten<br />
spielt der Wind mit müden Bienen.<br />
Öde liegt der grüne Teppich<br />
eines Rasens, angefressen<br />
und geschwärzt vom Schicksalsstrahl,<br />
um den braunen Schlaf des Teiches,<br />
wo vermodert, wem das Gold<br />
von zarten Schuppen einst geblitzt.<br />
Und der auf dem Marmorsaume<br />
schwankt, von Flechten überwachsen,<br />
Triton scheint zu schlafen auch,<br />
aus dem Muschelhorn, gewunden<br />
wie sanft flehend Liebesqual,<br />
ergießt kein Schaum sich und kein Schluchzen,<br />
und in ihrer trocknen Mündung<br />
nistet jetzt ein Taubenpaar.<br />
Die da auf moosigem Pfad gewandelt,<br />
plaudernd unter bunten Schirmen,<br />
mit Bonmots sich köstlich neckend,<br />
elegante Paare, stolze Frauen,<br />
mit rosa Seidenbändern Hündchen<br />
tollten zwischen ihren Beinen,<br />
und die unter Myrtenlauben sich<br />
auf sonnenwarme Bänke setzten,<br />
Haupt an Haupt im vagen Abstand<br />
eines Kusses, der sein süßes<br />
Zögern wie ein später Falter<br />
taumelnd dunkle Düfte kostet,<br />
und der Musen hübsche Kinder,<br />
in das Abendgrün des Grases<br />
ausgestreckt, den Serenaden<br />
lauschend, die sanft plätschernd<br />
aus den offenen Fenstern wogten –<br />
waren sie nur Traumreflexe<br />
auf dem Schlaf des blauen Wassers,<br />
die mit einemmal verlöschten,<br />
als die Nacht die Lider schloß,<br />
Nacht, auf die kein Tag mehr folgte?<br />
O, die Wahrheit stiert aus leeren<br />
Fensterhöhlen und sie tropft als<br />
matter Tau vom Moos der Simse,<br />
bleiche Knochen läßt sie schimmern,<br />
grinst im Schädel eines Pferdes,<br />
Nest, wo junge Ratten fiepen,<br />
doch die Mähne königlich,<br />
in die ein Mädchen sich gekrallt,<br />
um höher als die Saat zu fliegen,<br />
stieg als Rauch ins Preußisch-Blau<br />
des Himmels. Die Wahrheit, sie zerbröckelt<br />
in algentrüber Dämmerung:<br />
der Amoretten holdes Lächeln,<br />
goldgesäumte Adelswappen<br />
mit dem Einhorn und den Greifen,<br />
schön verzierte Blumenschalen<br />
und die freudig tönten, hohen<br />
Festes Kelche aus Kristall,<br />
von Barbarenhand entweiht,<br />
zerschellt, mit Kot beschmiert.<br />
Zerbrochen sind die Sonnenuhren,<br />
schattenlos die fahle Zeit,<br />
des Spiegels Lustgefäß zersprang,<br />
die Bilder edler Lebenshöhe,<br />
schwermutsanften Seelentums,<br />
von Kugeln rohen Wahns durchsiebt.<br />
Und die sich zart gerankt, Vignetten<br />
auf dem Pergament der Stille,<br />
fraß die Flamme, die nicht singt.<br />
Es geistert noch in Traumgesichten,<br />
Dasein, heiter und sublim,<br />
wie es einst Watteau gemalt,<br />
besungen trunken ein Verlaine.</p>
<p>&nbsp;</p>
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