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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Walther von der Vogelweide Owê neuhochdeutsch</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Walther von der Vogelweide, Owê</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2016 08:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Walther von der Vogelweide Owê neuhochdeutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Owê war sint verswunden     alliu mîniu jâr ! ist mir mîn leben getroumet,     oder ist ez wâr ? daz ich je wânde ez wære,     was daz allez iht ? dar nâch hân ich geslâfen     und enweiz es niht. nû bin ich erwachet,     und ist mir unbekant daz mir hie vor was kündic     als mîn ander [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/walther-von-der-vogelweide-owe/">Walther von der Vogelweide, Owê</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Owê war sint verswunden     alliu mîniu jâr !<br />
ist mir mîn leben getroumet,     oder ist ez wâr ?<br />
daz ich je wânde ez wære,     was daz allez iht ?<br />
dar nâch hân ich geslâfen     und enweiz es niht.<br />
nû bin ich erwachet,     und ist mir unbekant<br />
daz mir hie vor was kündic     als mîn ander hant.<br />
liut unde lant, dârinne ich     von kinde bin erzogen,<br />
die sint mir worden vremde     rehte als ez sî gelogen.<br />
die mîne gespilen wâren,     die sint træge unt alt.<br />
daz velt ist unbereitet,     verhouwen ist der walt:<br />
wan daz daz wazzer vliuzet     als ez wîlent vlôz,<br />
vür wâr mîn ungelücke     wande ich wurde grôz.<br />
mich grüezet maneger trâge,     der mich bekande ê wol.<br />
diu werlt ist allenthalben     ungenâden vol.<br />
als ich gedenke an manegen     vil wünneclîchen tac,<br />
die mir sint gar entvallen     als in daz mer ein slac,<br />
iemer mêre ouwê.</p>
<p>Owê wie jæmerlîche     junge liute tuont,<br />
den ê vil hovelîchen     ir gemüete stuont !<br />
die kunnen niuwan sorgen:     wê wie tuont si sô ?<br />
swar ich zer werlte kêre,     dâ ist nieman vrô:<br />
der jugende tanzen, singen     zergât mit sorgen gar:<br />
nie kein kristenman gesach     sô jæmerliche schar.<br />
nû merkent wie den vrouwen     ir gebende stât:<br />
die stolzen ritter tragent an     dörpellîche wât.<br />
uns sint unsenfte brieve     her von Rôme komen,<br />
uns ist erloubet trûren     und vreude gar benomen.<br />
daz müet mich inneclîchen     (wir lebeten ie vil wol)<br />
daz ich nû für mîn lachen     weinen kiesen sol.<br />
die vogele in der wilde     betrüebet unser klage:<br />
waz wunders ist ob ich dâ von     an vreuden gar verzage ?<br />
ôwê waz spriche ich tumber man     durch mînen bœsen zorn ?<br />
swer dirre wünne volget,     hât jene dort verlorn,<br />
iemer mêre ouwê.</p>
<p>Owê wie uns mit süezen     dingen ist vergeben!<br />
ich sihe die bittern gallen     in dem honege sweben:<br />
diu werlt ist ûzen schœne,     wîz grüene unde rôt,<br />
und innân swarzer varwe,     vinster sam der tôt.<br />
swen si nû habe verleitet,     der schouwe sînen trôst:<br />
er wirt mit swacher buoze     grôzer sünde erlôst.<br />
dar an gedenkent, ritter:     ez ist iuwer dinc,<br />
ir traget die liehten helme     und manegen herten rinc,<br />
dar zuo die vesten schilte     und diu gewîhten swert.<br />
wolte got, wan wære ich     der segenunge wert!<br />
sô wolde ich nôtic armman     verdienen rîchen solt.<br />
joch meine ich niht die huoben     noch der hêrren golt:<br />
ich wolte sælden krône     êweclîchen tragen:<br />
die mohte ein soldenære     mit sîme sper bejagen.<br />
möht ich die lieben reise     gevarn über sê,<br />
sô wolte ich denne singen &#8220;wol&#8221;     und niemêr mêre &#8220;ouwê&#8221;,<br />
niemer mêre ouwê.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>O weh</strong></p>
<p>O weh, wie sind entschwunden     mir all die Jahre mein!<br />
Hab ich geträumt das Leben     oder warʼs kein Schein?<br />
Was ich wähnte, es wäre,     warʼs denn eigentlich?<br />
Ich habe wohl geschlafen,     so warʼs nicht wissentlich.<br />
Nun bin ich aufgewacht,     doch ist mir unbekannt,<br />
was vordem mir vertraut     wie meine rechte Hand.<br />
Leute und Land, wo als Kind ich     wurde großgezogen,<br />
fremd sind sie mir alle,     als hätt mich Trug belogen.<br />
Und meine Spielgenossen     sind müde nun und alt.<br />
Gepflügt ist schon der Acker,     gerodet ist der Wald.<br />
Flösse das Wasser gar anders,     als es weiland floß,<br />
wähnte mein Unglück wahrhaft     größer ich als groß.<br />
Manch einer grüßt verdrossen,     der mir einst nahestand.<br />
Die Welt ist nur von Mißgunst     gefüllt bis an den Rand.<br />
Sinn ich auf früher Tage     leichtes Glücklichsein,<br />
ich finde keine Spuren,     als fiel ins Meer ein Stein.<br />
Weh und nochmals weh.</p>
<p>O weh, wie junge Leute     schäbig sich aufführen,<br />
einst mochten sie die Freude     hohen Sinnes spüren.<br />
Die kennen nichts als Jammern,     o weh, was leben sie so?<br />
Schau ich der Welt ins Antlitz,     da ist niemand mehr froh.<br />
Tanzen, Lachen, Singen,     in Sorgen sichʼs verlor.<br />
Nie hat ein Christ gesehen    dergleichen Klagechor.<br />
Schaut nur, was der Frauen     Haargebinde macht!<br />
Die stolzen Ritter tragen     bäuerliche Tracht.<br />
Wir haben harsche Briefe     von Rom geschickt bekommen,<br />
wir dürfen demnach trauern,     Freude ward uns benommen.<br />
Das macht mir sehr zu schaffen     (wir lebten einst gar wohl),<br />
daß ich nun statt zu lachen     nur noch weinen soll.<br />
Die Vogelschar im Walde     macht traurig unsre Klage,<br />
wen darf es da verwundern,     wenn freudlos ich verzage?<br />
Weh, was rede ich Tor denn,     verleitet von bösem Zorn?<br />
Wer weltlich Glück anstrebt,     hat himmlisches verlorn.<br />
Weh und nochmals weh.</p>
<p>O weh, die süßen Sachen     gereichen uns nicht zum Spaß!<br />
Ich sehe die Bitterstoffe     schweben im Honigglas.<br />
Schön ist die Welt von außen     weiß und grün und rot,<br />
doch innen von schwarzer Farbe     finster wie der Tod.<br />
Wen immer sie irreführte,     er kann sein Heil nun erblicken:<br />
Nur eine kleine Buße     wird ihn Todsünden entrücken.<br />
Gedenket daran, ihr Ritter:     Das ist jetzt euer Ding,<br />
ihr tragt die lichten Helme,     der Ketten harten Ring,<br />
dazu die festen Schilde     und das geweihte Schwert.<br />
Wollte Gott, daß ich noch wäre     solcher Segnungen wert.<br />
Dann würde ich elender Mann     verdienen mir reichen Sold.<br />
Ich meine nicht Landlose,     nicht der Großen Gold:<br />
Der Seligkeiten Krone     würd immerdar ich tragen:<br />
Die konnte einst Longinus     mit seinem Speer erjagen.<br />
Könnt ich die Sehnsuchtsreise     nur fahren mit über See,<br />
dann säng „wie schön!“ ich gerne     und nimmermehr „o weh“,<br />
nimmermehr „o weh“.</p>
<p><em> </em></p>
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