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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Zu spät philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Zu spät</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2022 10:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Zu spät philosophische Gedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Er hantiert am Schloß der hohen Tür, hingekniet und mit verbissenen Lippen, die Stirn in Falten, man hört ihn seufzen, keuchen, das Schloß, es geht nicht auf, die Tür bleibt zu. Der Tag vergeht, die Nacht bricht an, und wieder macht er sich ans Werk, schraubt mit Draht, dreht ein Messer, es geht nicht auf, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/zu-spaet/">Zu spät</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Er hantiert am Schloß der hohen Tür,<br />
hingekniet und mit verbissenen Lippen,<br />
die Stirn in Falten, man hört ihn seufzen, keuchen,<br />
das Schloß, es geht nicht auf, die Tür bleibt zu.<br />
Der Tag vergeht, die Nacht bricht an, und wieder<br />
macht er sich ans Werk, schraubt mit Draht,<br />
dreht ein Messer, es geht nicht auf, das Schloß.<br />
Der Raum ist kahl, kein Bild und keine Vase,<br />
ein Schrank, Waschbecken, ebne Pritsche,<br />
an der Wand glimmt eine öde Funzel,<br />
die wenn er auf dem Eisenbett vergebens<br />
zu schlafen sucht, die fahle Maske des Gesichts<br />
aufschimmern läßt, die Augen aber bleiben<br />
Grabeshöhlen, die Blicke eingesunken.<br />
Tag und Nacht, ein müder Übergang<br />
von grauem Schnee in dämmergraues Eis<br />
in einer Milchglasscheibe an der Decke.<br />
Gefängnis, Lager, Läuterungsanstalt?<br />
Manchmal öffnet sich die Deckenscheibe<br />
und es surrt gefüllt mit karger Kost<br />
an einem Seil ein Korb aus Bast herab.<br />
Auch Bücher sind verstreut am Boden, Zettel,<br />
vollgekritzelt, zerknüllt, zerrissen.<br />
Briefe, angefangen und verworfen bald,<br />
Bittgesuche, Notizen zum verfehlten<br />
Leben, unleserlich, nicht zustellbar.<br />
Er versucht noch einmal, das Schloß zu öffnen,<br />
umsonst, liegt endlich hingestreckt und starr,<br />
ein Husten, Stöhnen, und dann wird es still.<br />
Das Grau tropft durch die Scheibe, dunkles Grau,<br />
und ist kein Laut, kein Atem geht, kein Hauch.<br />
Mit leichtem Schwung, wie eines sanften Flügels,<br />
tut wie von selbst die Tür sich auf und Licht<br />
strömt ein, ein Kind schwebt in den Raum,<br />
nackten Fußes, die goldenen Locken wogen<br />
ihm um die blassen Wangen, es tönt sein Mund.<br />
Kommt das Licht von diesem Vlies der Locken,<br />
kommt es vom Lächeln dieses Angesichts?<br />
Das Kind tritt zu dem Toten, träumerisch<br />
fährt seine Hand ihm über Stirn und Augen,<br />
und matte Lider sinken, tote Monde.<br />
Leise summend küßt sein Blumenmund<br />
den Runzelmund, der nie gesungen hat.<br />
Du kannst, o Engel, ihn nicht auferwecken,<br />
wärst früher du gekommen, ihm zu zeigen,<br />
daß diese Tür nie abgeschlossen war,<br />
ein Weg ins Freie ging, ins eigne Leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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