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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Zugeflüstert und angeschrien Radiofeature WDR 2017 Anja Krug-Metzinger</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Zugeflüstert und angeschrien</title>
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		<comments>http://www.luxautumnalis.de/zugefluestert-und-angeschrien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2017 15:50:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Radiofeature und TV-Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Zugeflüstert und angeschrien Radiofeature WDR 2017 Anja Krug-Metzinger]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gedichte für das Radiofeature „Zugeflüstert und angeschrien: Vom Leben mit fremden Stimmen“ von Anja Krug-Metzinger, WDR 5, 2017, Redaktion: Thomas Nachtigall Links zur Sendung: http://www.krug-metzinger.de/site/radiofeature-stimmen-im-kopf.html http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/fremde-stimmen-100.html &#160; Die Gedichte sind zum polyphonen Vortrag für bis zu vier Sprecher angelegt; wo möglich können und sollen mehrere Stimmen gleichzeitig erklingen – entweder synchron oder übereinanderlegt. &#160; Die [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/zugefluestert-und-angeschrien/">Zugeflüstert und angeschrien</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gedichte für das Radiofeature „Zugeflüstert und angeschrien: Vom Leben mit fremden Stimmen“ von Anja Krug-Metzinger</em><em>, WDR 5, 2017, Redaktion: Thomas Nachtigall<br />
</em><br />
<em>Links zur Sendung:<br />
<em><a href="http://www.krug-metzinger.de/site/radiofeature-stimmen-im-kopf.html">http://www.krug-metzinger.de/site/radiofeature-stimmen-im-kopf.html</a><br />
</em></em><a href="http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/fremde-stimmen-100.html">http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/fremde-stimmen-100.html</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die Gedichte sind zum polyphonen Vortrag für bis zu vier Sprecher angelegt; wo möglich können und sollen mehrere Stimmen gleichzeitig erklingen – entweder synchron oder übereinanderlegt.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Hydra der Flammen</strong></p>
<p>Wir sind die Schlangen,<br />
die aus dem Nest der Urzeit zischen,<br />
aus dem Loch im Meerschlamm,<br />
wo die Urmuschel tönt.</p>
<p>Du kannst uns nicht fassen,<br />
du kannst uns nicht lassen.</p>
<p>Schreist du uns entgegen,<br />
werden wir zu Flammen,<br />
dein Schrei erstickt im Rauch.</p>
<p>Magst uns auch verdammen,<br />
wir züngeln nur zusammen.</p>
<p>Schlägst du dir an den Kopf,<br />
zischen wir aus dem Magen.<br />
Kochst du uns im Topf,<br />
unsre Kinder werden dich jagen.</p>
<p>Du kannst uns nicht fassen,<br />
du kannst uns nicht lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gebrabbel I<br />
</strong><br />
Blase Wahn aus der Asche.<br />
Ritze mit ratlosem Messer.</p>
<p>Reiße Blumenmuster.</p>
<p>Wasche Blut aus dem Traum.<br />
Ritsche, ratsche, scheuer mit Asche.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Intermezzo</strong></p>
<p>Regentropfen, Regentropfen,<br />
Knöchlein an mein Fenster klopfen.</p>
<p>Brause-Wind, Sause-Wind,<br />
weint da nicht ein Kind?</p>
<p>Regenwasser hat geschäumt,<br />
Stille, Stille, hab geträumt.</p>
<p>Nur die Geistermücke summt,<br />
und mein Kindlein ist verstummt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Gebrabbel II<br />
</strong><br />
Augen weißer Leere.<br />
Blindgeweinte Chimäre.</p>
<p>Wirre, schwirre, schwarze Krähe,<br />
wirble Haß um alle Nähe,<br />
schwirre, wirre, schwarze Mücke,<br />
sauge Gift aus jedem Glücke.</p>
<p>Schäume weißer Leere.<br />
Schorf auf totem Meere.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Drachengeist</strong></p>
<p>Ich hab kein Drachengesicht.<br />
Ich bin nur Schnauben.<br />
Meine Höcker brennen.<br />
Menschheit acht ich nicht.</p>
<p>Ich bin das Glucksen aus Mooren,<br />
ich bin das Flüstern der Asche.<br />
Meine Zunge ist Flamme.<br />
Menschheit gilt mir verloren.</p>
<p>Wirren ist meine Pflicht,<br />
schnauben aus Tröten und Hörnern,<br />
aus Muscheln und hohlem Gebein.<br />
Menschheit bring ich Gericht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Holde Blumengeister</strong></p>
<p>Hör, was Veilchen wissen:</p>
<p>„Bebe mit den Lüften,<br />
sauge mit den Düften<br />
Traum und Sehnsucht ein.“</p>
<p>Hör, wie Astern küssen:</p>
<p>„Regentropfen fallet,<br />
Blumenlippen lallet,<br />
weich wird jeder Stein!“</p>
<p>Hör, wie Rosen grüßen:</p>
<p>„Sanfter Augen Leuchten<br />
wollen wir befeuchten,<br />
Träne löst die Pein!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Nachtigall<br />
</strong><br />
Es schläft wie unter Linnen<br />
des warmen Schnees tief innen<br />
eine Nachtigall.</p>
<p>Wer hat sie dort begraben,<br />
verschmähte Honigwaben,<br />
trunken-süßen Schall?</p>
<p>Der Liebe sanftes Leben<br />
ließ ihre Flügel beben<br />
steil ins Morgenrot.</p>
<p>Und wirst du sie entdecken,<br />
versinkst du in Erschrecken,<br />
stumm ist sie, ist tot.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Panische Stimmen<br />
</strong><br />
Durch das Loch in der Mauer,<br />
durch den Spalt im Schrank …</p>
<p>Durch den Riß im Dach,<br />
durch das Ofenrohr …</p>
<p>Durch die Lücke des Zahns,<br />
durch die nässende Narbe …</p>
<p>Sputet und flutet!<br />
Blast und rast!<br />
Schreit und entweiht!<br />
Keucht und verseucht!</p>
<p>Ich will die Haare versengen.</p>
<p>Ich will die Ohrmuschel sprengen.</p>
<p>Ich will die Augen blenden.</p>
<p>Rennt und flennt,<br />
schwirrt und wirrt,<br />
zuckt und spuckt.</p>
<p>Ich will die Seele schänden.</p>
<p>Ich will die Seele schwärzen.</p>
<p>Ich will die Seele ausmerzen.</p>
<p>Sputet und flutet!<br />
Blast und rast!<br />
Schreit und entweiht!<br />
Keucht und verseucht!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Muse singt</strong></p>
<p>Plötzlich sinkt der Fuß<br />
eines verirrten Wunsches<br />
in die moosige Mulde.</p>
<p>Die Erde gibt nach,<br />
Bienen schwirren empor.<br />
Ihr goldener Schleier zerreißt.</p>
<p>Glucksen steigt aus dem Dunkel,<br />
Seufzer tropfen ans Licht.</p>
<p>Es singt die einsame Quelle<br />
mit hellen Kristallen,<br />
es leuchtet in Tränen<br />
das innerste Leid.</p>
<p>„Neige das Ohr, das Herz,<br />
an meinen warmen Mund,<br />
schöpfe aus meiner Quelle<br />
mit dem Becher der Hände,<br />
was die Seele stillt, das Lied.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Chor der Ahnengeister</strong></p>
<p>Blut trägt das Feuer.</p>
<p>Feuer leckt das Herz.</p>
<p>Herz springt in die Wolke.</p>
<p>Wolke regnet herab.</p>
<p>Regen löscht das Feuer.<br />
Wolke verdunkelt das Herz.<br />
Erde trinkt das Blut.</p>
<p>*</p>
<p>Du geh nach Norden,<br />
leg dich unter den Schnee.</p>
<p>Du geh nach Süden,<br />
leg dich unter den Stern.</p>
<p>Du geh nach Westen,<br />
leg dich zu den Toten.</p>
<p>Du geh nach Osten,<br />
steh mit ihnen auf.</p>
<p>Nimm den glimmenden Stein,<br />
trag ihn zur Quelle der Ahnen,<br />
grabe ein Loch in das Gras,<br />
leg ihn hinein, und dann trinke.</p>
<p>*</p>
<p>Das Gesicht der Mutter erlischt.</p>
<p>Das Gesicht des Vaters erlischt.</p>
<p>Das Gesicht der Götter erlischt.</p>
<p>Das Gesicht der Erde erlischt.</p>
<p>Bring aus dem Norden den Schnee.<br />
Bring aus dem Süden den Stern.<br />
Bring aus dem Westen die Toten.<br />
Bring aus dem Osten das Licht.</p>
<p>*</p>
<p>Das Gesicht der Erde erblüht.</p>
<p>Das Gesicht der Götter erglüht.</p>
<p>Das Gesicht des Vaters leuchtet.</p>
<p>Das Gesicht der Mutter lächelt.</p>
<p>Innen ist außen.<br />
Außen ist innen.<br />
Jeder Herzschlag<br />
birgt neues Beginnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>D<strong>as Lamento der Toten<br />
</strong><br />
Wir haben den Regen geschlürft<br />
und sind immer noch durstig.</p>
<p>Wir haben die Särge zernagt<br />
und sind immer noch hungrig.</p>
<p>Wir haben die Erde geschmeckt<br />
und wurden nicht satt.</p>
<p>Gib uns dein Fleisch,<br />
wir wollen essen.<br />
Gib uns dein Blut,<br />
wir wollen trinken.<br />
Gib uns deinen Atem,<br />
wir wollen schweben.</p>
<p>*</p>
<p>Wir können in der Erde nicht ruhen,<br />
während du auf ihr tanzt.</p>
<p>Wir finden das Dunkel nicht für den Schlaf,<br />
währen du die Lampe anhast.</p>
<p>Wir finden das taube Ei der Stille nicht,<br />
während du den Dotter schlürfst.</p>
<p>Hilf uns zu schweigen,<br />
hilf uns zu schlafen,<br />
hilf uns tot zu sein.</p>
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