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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Abschied von der Sibylle lyrische Gedichte philosophische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Abschied von der Sibylle</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Nov 2017 16:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied von der Sibylle lyrische Gedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Was willst du, Sibylle?“ „Ich will sterben.“ * „Es gibt kein Leben nach dem Tod!“ „Gott ist gnädig!“ * „Wir müssen nicht auferstehen ins Gericht!“ „Gott ist Liebe!“ &#160; Nein, es gibt kein Leben nach dem Tod, Narren werden wir nicht an der Seele wunderlichem Wandel, gespensterhaft, als schwebte sie auf Wassern unterm Mond. Und [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/abschied-von-der-sibylle/">Abschied von der Sibylle</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Was willst du, Sibylle?“<br />
„Ich will sterben.“</em></p>
<p>*<br />
<em>„Es gibt kein Leben nach dem Tod!“<br />
„Gott ist gnädig!“</em></p>
<p>*</p>
<p><em>„Wir müssen nicht auferstehen ins Gericht!“<br />
„Gott ist Liebe!“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nein, es gibt kein Leben nach dem Tod,<br />
Narren werden wir nicht an der Seele<br />
wunderlichem Wandel, gespensterhaft,<br />
als schwebte sie auf Wassern unterm Mond.</p>
<p>Und kriechen Schatten über deine Wand,<br />
die Kerze flackert, blas sie aus, sie sinken.<br />
Schatten hat nicht Blut noch Geist zu sagen:<br />
Ich, er zehrt von fremdem Lebenslicht.</p>
<p>Abscheulich ist das Bild des Blutgerüsts<br />
am jüngsten Tag, es spricht ja schon die Seele<br />
schuldig, die es sich gemalt. Sie hält umsonst<br />
sich schadlos für ödes Leben, ungesühnte</p>
<p>Kränkung. Ja, gekränkte Seele schielt<br />
nach der verwehrten Schönen, ob sie welkte,<br />
sie der Wange abgestorbne Blume<br />
nicht und keiner, keiner pflücken könne.</p>
<p>Trübsal schwärzt des hohen Zornes Flamme,<br />
ein Leben lang das Messer schartig sich<br />
durchs eigne Herz zu wühlen. So träumt sie schwer,<br />
den Bösewicht gleich in den Block zu legen,</p>
<p>der Erde mit dem Blut den Veilchenkranz<br />
duftenden Lieds zu opfern für gesühntes Leid<br />
und Ungemach, statt die nackte Göttin<br />
zu verketzern, weil sie Blüten blind gestreut.</p>
<p>Es wäre gut, durch falsche Demut nicht<br />
die Frechheit noch zu kitzeln, wäre besser,<br />
ungesenkten Haupts das wüste Antlitz<br />
mit dem Lächeln des Narziss zu löschen.</p>
<p>Hiesig ist Erlösung Heiterkeit,<br />
die, ewig dunklen Abgrunds Rose, leuchtet<br />
aus sich selbst und sich dem Auge schenkt,<br />
das ihres Taues wert im Blick, der küßt.</p>
<p>Und bist du traurig von Geblüt, schicke<br />
wie Noahs Taube deinen Blick über<br />
der Trübsal graue Fluten, ob sie nicht<br />
das Eiland finde und den grünen Zweig,</p>
<p>gedenk der Genien, die menschenfern<br />
im Schneelicht gingen, ätherisch war<br />
der Geist, ambrosisch troff der Mund,<br />
doch Blut klebt am Altar Apollos auch.</p>
<p>Pflücken wir den Tag, bevor die Nacht<br />
in wildem Tanz die letzte Glut zertritt,<br />
und heben ohne grabesgrame Gier<br />
des Lichtes Kelch, der einmal nur uns schäumt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dem Gott der Liebe, Vater, den wir meinen:</em><br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=buNNfhWL3EA">https://www.youtube.com/watch?v=buNNfhWL3EA</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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