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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Besuch beim Knaben Jesus philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Besuch beim Knaben Jesus</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 23:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Was macht denn Jesus heute wohl? Er füttert, ein Schlaks in Lederhosen, mit seinem besten Freund Johannes, dem Lockenkopf mit grünen Augen, die Lämmer in Papas Gehöft, das liegt jenseits der weißen Gipfel, die manchmal wir im Traum gesehen, auf Bildern auch von Segantini, durch das vier Bäche munter rieseln, wo jählings Sonnenschuppen blitzen. Jesus [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/besuch-beim-knaben-jesus/">Besuch beim Knaben Jesus</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht denn Jesus heute wohl?<br />
Er füttert, ein Schlaks in Lederhosen,<br />
mit seinem besten Freund Johannes,<br />
dem Lockenkopf mit grünen Augen,<br />
die Lämmer in Papas Gehöft,<br />
das liegt jenseits der weißen Gipfel,<br />
die manchmal wir im Traum gesehen,<br />
auf Bildern auch von Segantini,<br />
durch das vier Bäche munter rieseln,<br />
wo jählings Sonnenschuppen blitzen.<br />
Jesus wollte, Gott bewahre,<br />
nicht der Christ mehr sein, nicht müd<br />
auf majestätʼschem Thron sich fläzen,<br />
sich die Ohren stopfen wegen<br />
blonder Engel Hymnenflatterns,<br />
ach, er kehrte heim zu jenem<br />
biederen Vater, dem Zimmermann,<br />
Joseph gerufen, Spitzname „Jupp“,<br />
der in der Werkstatt summt und sägt,<br />
zierliche Puppenstuben bastelt,<br />
auch sich im Garten Blumen zieht,<br />
Gemüse für die traute Schar<br />
und Kleinvieh auf den Weiden.<br />
Die Lämmer hat er ja am liebsten,<br />
Jesus, doch ihn schreckt die Schur,<br />
die übernimmt ein alter Kumpel,<br />
ein wackrer Bursche, der als Hirte<br />
das Kinn gern bettet auf den Stab,<br />
Peter heißt er, Jesus ruft ihn<br />
neckend „Pit“, wie er, wenn Papa<br />
nicht hinhört, den Freund gern „Johnny“ ruft.<br />
Jetzt gehen sie um den grünen Teich,<br />
der Knabe Jesus und Johannes,<br />
da schwankt in einem Holderbusch<br />
und gurrt die Turteltaube, sind<br />
bald am Stall der Hasen und Kaninchen.<br />
Eines hat’s dem Jesusknaben<br />
besonders angetan, ein kleines,<br />
flockenweißes, das nimmt er kosend<br />
auf den Arm, es immerfort<br />
zu streicheln. Da ruft doch wer<br />
von ihres Hauses Schwelle: „Brotzeit!“.<br />
Es ist Marie, die schöne Frau<br />
Mama. Was gibt es heut? Wie immer<br />
Bauernvesper, Käse, Schinken,<br />
Rösti, für Papa im Steinkrug<br />
Wein, der wächst im eignen Wingert.<br />
Doch sitzt man nicht im Herrgottswinkel,<br />
denn solche Bilder sind verbannt<br />
und schimmern nur im Dunkeln auf,<br />
wenn man aufs Stroh sich lagert, aber<br />
draußen geht ein böser Wind.<br />
Und sind sie satt, so spielt Mama<br />
auf einer Zither, Vater singt<br />
vom Garten Eden, wie’s geschah,<br />
daß jenes edle Menschenpaar<br />
ins öde Dasein ward verstoßen,<br />
wo das Geschlecht noch immer haust,<br />
jenseits der hohen Mauern, arg<br />
verdumpft, verwildert und verroht.<br />
Was kümmert sie’s, den Vater nicht,<br />
noch weniger den Sohn, der einmal<br />
von dem Gesindel einen sah,<br />
der auf der Mauer lag und ihm,<br />
dem Zarten, einen Stein nachwarf.<br />
Jetzt steigt er nach dem Abendbrot<br />
noch in der Dämmerung den Berg<br />
hinan, wo golden Trauben süß<br />
im Tau des vollen Mondes glühen,<br />
den Alten zu besuchen, der droben<br />
als Eremit in einer Grotte<br />
die Zeit vertut mit Briefeschreiben,<br />
Briefe, die keiner liest, denn hier<br />
gibt’s keine Post. Doch sein Jesus<br />
bringt ihm allabendlich, was er<br />
ihm abgezweigt an Brot und Wein.<br />
Paulus heißt der schräge Vogel,<br />
Jesus nennt ihn traulich „Paule“<br />
und zupft ihm hold den weißen Bart,<br />
obwohl er könnte, mag er einfach<br />
nicht entfliegen. Aber zwitschern<br />
kann er wundersam, und so<br />
tiriliert er seinem Freund<br />
Gesänge aus dem Orient,<br />
die sich wie hohe Wolkenzüge<br />
ins Grenzenlose dehnen, und dabei<br />
nickt er meist ein, der Knabe Jesus.</p>
<p>&nbsp;</p>
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