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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Das Gebet der alten Frau lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Das Gebet der alten Frau</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 19:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Das Gebet der alten Frau lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Schöpfergeistes Freude brennt, eine Kerze, still, Geheimnis unerkannt, in der gewölbten Muschel eines barocken Seitenaltars, wo dann und wann ein altes Weib krumm und peinvoll kniet, in die Finger eingeschlungen den Rosenkranz, sie betet geschlossenen Auges sich über den Abgrund der Verlassenheit hinweg in ein verschneites Bethlehem, weiß und glühend wie der Winter ihres fernen [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/das-gebet-der-alten-frau/">Das Gebet der alten Frau</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Schöpfergeistes Freude brennt,<br />
eine Kerze, still,<br />
Geheimnis unerkannt,<br />
in der gewölbten Muschel<br />
eines barocken Seitenaltars,<br />
wo dann und wann ein altes Weib<br />
krumm und peinvoll kniet,<br />
in die Finger eingeschlungen<br />
den Rosenkranz,<br />
sie betet geschlossenen Auges<br />
sich über den Abgrund<br />
der Verlassenheit hinweg<br />
in ein verschneites Bethlehem,<br />
weiß und glühend wie der Winter<br />
ihres fernen Heimatdorfs.</p>
<p>Sie fühlt an ihrer bleichen Hand<br />
den Schmerz der Rosen,<br />
die Tropfen Bluts,<br />
da sie die harten Kräuter rupfte<br />
und löschte sie mit Spitzwegerich-<br />
Blättern, damals auf den Krumen<br />
trockener Geduld,<br />
sie fühlt die warme Milch<br />
ihr an den Händen aus vollem Euter rinnen,<br />
und war noch kalten Sternes Zittern,<br />
das in der dunklen Stalltür stand.</p>
<p>Ihre Knie sind so wund,<br />
o könnte sie wer tragen,<br />
wie jener dunkle Mann,<br />
der nach Weines Wehmut schmeckte,<br />
und hob sie über des Schicksals<br />
blütenweiße gnadenlose Schwelle<br />
in das Gemach, das sie seufzend<br />
allmählich mit ihres kleinen Leibes<br />
wehem Duft erfüllte,<br />
Lilien und Rosmarin,<br />
Honig stiller Kerzen,<br />
bis sie würgte<br />
die harte Göttin der Geburt,<br />
doch hing ihr weich am Halse<br />
bald ein stiller Knabe,<br />
und lief nicht weiter,<br />
als ihr Schatten um ihn spielte,<br />
zu süß war dies Gesicht,<br />
zu traurig diese Augen,<br />
ihr Atem reichte nur für kleine Lieder<br />
eines Schlummers, blau umwölkt,<br />
der, eine weiße Blüte, immer weiter<br />
weg vom bangen Ufer trieb.</p>
<p>Sie barg ihm in den Staub,<br />
zu dem er wieder kehrte<br />
allzubald zurück,<br />
das Püppchen eines Puttenengels,<br />
dem er gern die Federflügel<br />
glatt gestrichen,<br />
ein bemaltes Büchlein mit Weisheitssprüchen,<br />
das seiner Augen Trauer<br />
unerschlossen blieb,<br />
und legte auf sein Kindergrab<br />
das kleine Amulett der Muschel,<br />
das sie ihm umgelegt,<br />
wie schlugen hoch der Iris<br />
schlanke Flammen,<br />
als der Sommer schied,<br />
doch Winter hüllte das schmale Grab<br />
in Schweigens strenge Andacht,<br />
Schlaf war ein Schnee,<br />
vom roten Flackern des Stundenbrenners<br />
geisterhaft entzündet.</p>
<p>&nbsp;</p>
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