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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Das Verblassen der Bilder philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Das Verblassen der Bilder</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 22:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Die uns die Namen schenkten, wußten göttlich den Ursprung der Sterne, Tropfen Milch, die Heras Brüsten entquollen, als Herakles daran gesaugt. Sie sahen Äthiopiens schöne Tochter Andromeda strahlen am nächtlichen Himmel und Perseus, der sie aus dem Rachen des Ungeheuers gerettet. Sie sahen Pegasus, dem Haupt der Medusa entsprungen, als der Heros es abschlug, das [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/das-verblassen-der-bilder/">Das Verblassen der Bilder</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die uns die Namen schenkten,<br />
wußten göttlich den Ursprung der Sterne,<br />
Tropfen Milch, die Heras Brüsten entquollen,<br />
als Herakles daran gesaugt.<br />
Sie sahen Äthiopiens schöne Tochter<br />
Andromeda strahlen am nächtlichen Himmel<br />
und Perseus, der sie aus dem Rachen<br />
des Ungeheuers gerettet.<br />
Sie sahen Pegasus, dem Haupt der Medusa<br />
entsprungen, als der Heros es abschlug,<br />
das geflügelte Pferd, das auf dem Helikon stampfte,<br />
und der Dichtung Quell hat gesprudelt,<br />
den Delphin, vom Meergott zum Sternbild<br />
verklärt, weil er die schöne,<br />
die er begehrte, gefunden,<br />
Amphitrite.<br />
Sie auch glänzte ihnen herab,<br />
die Locke der Berenike,<br />
die sie der Liebesgöttin geweiht,<br />
nach höchstem Ratschluß aber<br />
blähte sie Sternenwind.</p>
<p>Und all die anderen Bilder,<br />
Leier, Schwan und Plejaden,<br />
Fische, Widder und Stier,<br />
sind Bilder der mythischen Seele,<br />
die hellenische Dichter behaucht.<br />
Diadem auf des Weltgrunds blauschwarzem Samt,<br />
das aus sich selber immerdar funkelt,<br />
haben die Kosmosgeschwister,<br />
die tragisch vom Dasein Entzückten,<br />
gerne betrachtet,<br />
unverwelkliche Blüten<br />
im Meer der ewigen Nacht<br />
sah ihr ungewappnetes Auge,<br />
und woran wie Tränen<br />
Sterne geglitzert,<br />
die Fäden des Fatums.</p>
<p>Gedenke auch der Propheten,<br />
die im Licht des Tags und der Nacht<br />
die göttlichen Spuren gewahrten,<br />
das Antlitz des Herrn in der Sonne,<br />
der Weisen aus dem Morgenland,<br />
sie führte der Stern der Erlösung.<br />
Dem bangen Herzen auf schwankendem Boot<br />
aber winkte zum rettenden Ufer<br />
des Morgensterns keuscherer Strahl.</p>
<p>Was bleibt uns statt Bildern heiliger Dichtung?<br />
Monströs behelmte Astronauten,<br />
künstlich beatmet,<br />
die auf der öden Mondoberfläche<br />
hampeln und hopsen,<br />
während im Hintergrund der blaue Planet<br />
unwirklich leuchtet,<br />
und uns der Zweifel beschleicht,<br />
ob solch technophrene Banausen<br />
von dorther stammen,<br />
wo Luna dereinst Endymion küßte,<br />
wo Sappho Selenes Trauer empfand,<br />
wo der Wandsbeker Bote<br />
das Siegel des Monds<br />
auf das weiche Wachs<br />
der Empfindsamkeit drückte,<br />
wo der schlesische Sänger<br />
deutscher Seele Flügel verlieh,<br />
die vom Tau des Mondes geschimmert.</p>
<p>&nbsp;</p>
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