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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Das wilde Herz lyrische Gedichte Blankvers Jamben</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Das wilde Herz</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Oct 2017 13:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Das wilde Herz lyrische Gedichte Blankvers Jamben]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Des Menschen Herz bleibt Urwald immerdar, ist nicht zu roden, auszujäten ist ihm nicht der Schlingwuchs der Lianen, Milches Fluß am Gummibaum wird weiter tröpfeln, Duft der Abendstunden rinnt aus mondnem Kelch, in Mandelbäumen schreit der Ara auf, der grüne spreizt den blauen Flügel, stiehlt Opossum oder Affe ihm die süße Frucht, und tausendblütig schäumt [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/das-wilde-herz/">Das wilde Herz</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Des Menschen Herz bleibt Urwald immerdar,<br />
ist nicht zu roden, auszujäten ist ihm nicht<br />
der Schlingwuchs der Lianen, Milches Fluß<br />
am Gummibaum wird weiter tröpfeln, Duft<br />
der Abendstunden rinnt aus mondnem Kelch,<br />
in Mandelbäumen schreit der Ara auf,<br />
der grüne spreizt den blauen Flügel, stiehlt<br />
Opossum oder Affe ihm die süße Frucht,<br />
und tausendblütig schäumt der Sommer weiß<br />
in Lorbeerwipfeln, Quetzals Vogel pickt,<br />
auch wenn du schläfst, im Avocadolaub,<br />
und näßt der Schweiß dir einen bangen Traum,<br />
dann brüllen Affen Botschaft dunklen Zwangs,<br />
der Farne Zwielicht fleckt ein Jaguar,<br />
und Schlangen küssen züngelnd süßes Aas,<br />
das west verwesend, zeugt verendend, blüht<br />
aus Untergängen, scheitert im Triumph,<br />
das alles schreit und schweigt in dir<br />
und mir inmitten dieses Schattenreichs,<br />
Untoter tödlich asphaltierter Stadt,<br />
tief unter dieser Wildnis seufzt der Mund<br />
der Erde auf, wenn grüner Regen strömt,<br />
hoch über ihr kennt Gnade nicht der Stern<br />
und pfropft auf morsches Holz die junge Brut<br />
der Orchidee und brennt erloschner Haut<br />
des Orangs Löcher ein für Wurmes Mahl,<br />
und alles ist voll Qual des Lichts, Geschrei<br />
der Todeslust, doch ungeheuer ist<br />
die blaue Nacht, wenn krumm ein Schatten schleicht<br />
durchs Unterholz, das manchmal lüstern knirscht,<br />
und dünnes Raspeln stäubt vom fetten Blatt<br />
der feine Schnitt der roten Ameise,<br />
dann gleiten Phosphorrosen in den Schoß<br />
der haarigen Dryaden, gellend reißt<br />
des Papageien Schrei die helle Naht<br />
durch schwarzen Himmels Samt und Wasser gluckst<br />
im Sumpf, ein kleiner Elefant noch halb<br />
im Schlaf rollt seinen Rüssel durch den Schlamm,<br />
dann klirrt es wie zerbrochnes Glas im Traum,<br />
die nächtlich-bange Kokosschale birst,<br />
ein weißer Sud beleckt das dichte Laub,<br />
und eine Höllenorgel brüllt die Glut<br />
der Sonne ihren schwarzen Lobgesang.<br />
Ach nein, du hörst kein Lied in deiner Brust,<br />
nicht einmal Wind, der über Gräser streicht,<br />
und sind auch Gräser dir am Ahnengrab,<br />
dem überwachsnen, seelenblaue Luft,<br />
die über Ozeane kam und sog<br />
sich satt am wilden Ruch von Salz und Tang,<br />
du aber liegst, als wär der Urwald ab-<br />
geholzt, wie eine Laute saitenlos<br />
wurmstichig stumm im warmen Bett und gähnst.</p>
<p>&nbsp;</p>
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