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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Der Dichter Tod lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Der Dichter Tod</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 23:14:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Der Dichter Tod lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Warum so ernst, spricht der Tod, ich bin nur eine Maske des Lebens, das herumtollt wie ein Kind, wild im Kreise wirbelt und tanzt, und schwindlig geworden sich die Nase blutig stößt an einem vorspringenden Ding – da läuft es wimmernd heim und versteckt sich im Bett Du siehst mich nur im Grinsen des lächerlich [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-dichter-tod/">Der Dichter Tod</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Warum so ernst, spricht der Tod,<br />
ich bin nur eine Maske des Lebens,<br />
das herumtollt wie ein Kind,<br />
wild im Kreise wirbelt und tanzt,<br />
und schwindlig geworden<br />
sich die Nase blutig stößt<br />
an einem vorspringenden Ding –<br />
da läuft es wimmernd heim<br />
und versteckt sich im Bett</p>
<p>Du siehst mich nur im Grinsen<br />
des lächerlich hohlen Schädels,<br />
im Prangen der Knospe nicht,<br />
die der eigener Fülle müde<br />
sich an die Schwester schmiegt,<br />
nicht im sapphischen Lied<br />
und Veilchentanz der Mädchen,<br />
hörst mich nicht im süßen Wehlaut<br />
des nächtlichen Vogels,<br />
nicht im bacchantischen Schluchzen,<br />
wenn im Sande lechzen die Wellen.</p>
<p>Warum so ernst, mein Freund,<br />
ohne mich wärest du nichts,<br />
denn ich ließ von allen übrig,<br />
die ihren Samen gaben reihum,<br />
bis der letzte endlich im Schoß<br />
deiner Mutter aufging mit dir.</p>
<p>Ich werfe so dunkle Schatten,<br />
sagst du. Sei dankbar dem Schatten,<br />
der dir im grellen Tage des Lebens<br />
die stille Mulde bettet mit Moos,<br />
der Betrachtung dich hinzugeben<br />
oder beschwipst vom Tau des Monds,<br />
die dem Wind der Halme entsteigt<br />
der Sylphe blauen Getöns zu lauschen<br />
und Ariels neckenden Trillern.</p>
<p>Der Liebe schimmerndes Auge,<br />
in dem die Nacht der Träne glüht,<br />
verschlösse ich vor der Zeit,<br />
klagst du. So bleib am Zaun<br />
der Wimpern nicht stehen,<br />
laß dich fallen in die helle Nacht.</p>
<p>Dank der feinen Nervenstiche,<br />
die ich in ihr Fleisch gedrückt,<br />
wächst in der Muschel der Zeit<br />
die sie herrlich übersteigt,<br />
die edel glänzende Perle,<br />
Schönheit, die deine Liebe übersteht<br />
und auf dem roten Samt dämmert,<br />
den einst sie dir schenkte,<br />
doch ihr lieber Name,<br />
vor dem dein Herz gekniet,<br />
flog mit den Kranichen südwärts<br />
unter den rosigen Bäuchen der Wolken.</p>
<p>Schau noch die Bilder der Galerie,<br />
sie sind mein Werk, die Gesichter<br />
der Väter und Mütter, mit ihrem Leben,<br />
ihren Seelen, ihrem Geist woben sie<br />
die Wiege, auf der du zum ersten Male<br />
träumtest, ihre Tritte ebneten den Weg,<br />
der dich zum Wasser führt, zum Garten,<br />
den sie gepflanzt. So lerne in ihre Ferne<br />
wie aus dem Fenster das Gestirn<br />
mit Dank in ihre Abwesenheit blicken.</p>
<p>Komm, ich führe dich über den Gipfel,<br />
dort ist die Wasserscheide,<br />
dort ist das Urstromtal, in dem es anders<br />
blüht, anders die Seelen wie mit Körpern<br />
zarter Vögel Schattengrüße<br />
über die lauschende Erde schreiben,<br />
sie sprechen nicht Trübsal und Luft,<br />
ihre Hände und Augen und Herzen<br />
sind durchsichtige Schleier des Sinns –<br />
hier muß ich an der Grenze kehren,<br />
du aber, wenn sie dich erkennen,<br />
gehst in ein Dasein unendlichen Übergangs<br />
sanfter Klänge des Wassers,<br />
saumseligen Atmens der Lust –<br />
die Jahreszeiten der Seele.<br />
Hörst du Gesang? So schwingen<br />
die Dolden der Jenseits-Blumen.</p>
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