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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Der König und sein Narr komisch-groteske Gedichte lyrische Gedichte philosophische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Der König und sein Narr</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2022 23:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Komische und groteske Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Der Wasserkopf ward König, der Philosoph sein Narr, der ihn allmorgendlich mit frischem Lorbeer kränzt und Herrscherträume deutet, doch hinter einer Maske süffisanten Grinsens. „Ich träumte von dem Hasen wieder, der auf dem Thron gesessen, ja meinem Thron, sein Fell war purpurfarben, und seine Löffel ragten steil auf zum Baldachin.“ „Das bist du selber nicht, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-koenig-und-sein-narr/">Der König und sein Narr</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wasserkopf ward König,<br />
der Philosoph sein Narr,<br />
der ihn allmorgendlich<br />
mit frischem Lorbeer kränzt<br />
und Herrscherträume deutet,<br />
doch hinter einer Maske<br />
süffisanten Grinsens.<br />
„Ich träumte von dem Hasen<br />
wieder, der auf dem Thron<br />
gesessen, ja meinem Thron,<br />
sein Fell war purpurfarben,<br />
und seine Löffel ragten<br />
steil auf zum Baldachin.“<br />
„Das bist du selber nicht,<br />
doch der du könntest sein,<br />
wär deine Inbrunst reiner,<br />
würd immerfort nicht glucksen<br />
in deinem Kopf die Brühe.“<br />
Da eilen schon die Schranzen,<br />
aller Scham entblößte,<br />
nackt dem Bett entschlüpfte,<br />
hosenlos enthemmte,<br />
Zwerge, Schrate, Zwitter,<br />
Bübchen, Dämchen, Hündchen,<br />
coupiert und ausrasiert,<br />
um ihren Hals geschlungen<br />
ein Band hortensienblau,<br />
im Anus Büschel schwingend,<br />
Gräser, Mohn und Farn.<br />
Inmitten quillt die Mutter,<br />
ein wogend Ungetüm<br />
aus Schmand und fahlem Fleisch<br />
in kess durchbrochnen Spitzen.<br />
Es knirscht im Knie der Zwerge,<br />
die Schrate knacken Zapfen,<br />
die Zwitter jodeln Oden.<br />
Die Bübchen schwenken emsig<br />
umzwirnter Anmut Schwänzchen,<br />
die Schönen seufzen artig,<br />
den Po der Hoheit reckend,<br />
die Hündchen hecheln Schaum.<br />
„Mir träumte“, spricht Madame,<br />
das Negligé lass lüpfend,<br />
„wie grüne Fluten stiegen<br />
und trugen fort den Thron,<br />
der hehre Kopf des Königs<br />
schaukelte auf ihnen<br />
wie eine lose Boje<br />
und sang zu ihrem Plätschern<br />
ein obszönes Lied,<br />
er wurde klein und kleiner,<br />
verschrumpelte zur Unke,<br />
die eines Hechtes Maul<br />
schwuppdiwupp verschlang.“<br />
„Die Flut“, spricht kühn der Deuter,<br />
entquoll dem Kopf des Königs,<br />
ihr Plätschern und das Lied<br />
sind seiner Muse Wohllaut,<br />
der Hecht ist ihr Gespiele,<br />
Leviathan, der Fresser.“<br />
Da schlägt mit seinem Zepter<br />
der Wasserkopf dem Narren<br />
das kahle Haupt entzwei,<br />
daß eine Schar von Vögeln<br />
zwitschernd ihm entflattert.<br />
Es hebt ein Tanzen an,<br />
ein Zucken nackter Beine,<br />
ein Schütteln falscher Locken,<br />
ein Girren und ein Bellen.<br />
Der König fällt vom Thron,<br />
Madame birgt ihn, er winselt,<br />
in ihres Busens Mulde.<br />
Plötzlich wird es still,<br />
die Entourage erstarrt,<br />
leblose Marionetten.<br />
Der Narr ist auferstanden,<br />
thront unterm Baldachin<br />
und liest bedächtig nickend<br />
in einem goldenen Buch<br />
vom Spiel des Weltenschöpfers<br />
mit einem Ungeheuer<br />
in seines Geistes Tiefen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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