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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Flucht vor der Leere lyrische Gedichte philosophische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Flucht vor der Leere</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Nov 2019 23:23:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Flucht vor der Leere lyrische Gedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Schau jene heimlich an, die sich einsam wähnen, sie stehen lose dumm herum, wie vor gischtendem Wasser mit eingezogenem Schwanz der zitternde Hund. Sie spielen mit der Kippe im asphaltierten Hinterhof, oder an der Haltestelle, wenn es dunkel wird, zählen sie die Lichter, die dort im Hochhaus flackern eines nach dem andern auf: Keiner ist [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-flucht-vor-der-leere/">Die Flucht vor der Leere</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Schau jene heimlich an,<br />
die sich einsam wähnen,<br />
sie stehen lose dumm herum,<br />
wie vor gischtendem Wasser<br />
mit eingezogenem Schwanz<br />
der zitternde Hund.<br />
Sie spielen mit der Kippe<br />
im asphaltierten Hinterhof,<br />
oder an der Haltestelle,<br />
wenn es dunkel wird,<br />
zählen sie die Lichter,<br />
die dort im Hochhaus<br />
flackern eines nach dem andern auf:<br />
Keiner ist ja innerlich erfüllt,<br />
selig in sich selbst,<br />
nein, Augen schweifen,<br />
Blicke irren, ob es wo<br />
doch irgendetwas gibt,<br />
das erregt, des dumpfen Fühlens<br />
Laken, das schlaff herabhängt,<br />
ein heißer Windstoß bläht,<br />
Schläfe, wo der Schlummer pocht,<br />
ein süßer Faustschlag weckt.<br />
Weint da nicht ein Kind,<br />
fällt vom Dach kein Vogel,<br />
wird kein Mensch geschlagen,<br />
schreit es nicht im Untergrund,<br />
quillt aus keuschem Mund kein Blut?<br />
Dann und wann genügt ein Blatt,<br />
das vorm Winde raschelnd rollt,<br />
das monotone Tropfen<br />
eines Wasserhahns,<br />
ein dummer Gassenhauer,<br />
den ein Witzbold pfeift –<br />
schöner freilich wäre,<br />
schwebte ihnen jählings<br />
wie Dämmerlaubes Pfirsich<br />
einer Wange weicher Flaum.<br />
Der Käfer, der unter der Bank<br />
aus dem Dunkel krabbelt,<br />
ist auch sein Horn<br />
ein Abendrot aus Ebenholz,<br />
ist allzu fern und kann den hohlen<br />
Geist mit seinen kleinen<br />
Augenpunkten nicht erfüllen,<br />
schon wirft ein eleganter Schuh<br />
seinen Schatten über ihn,<br />
und es knirscht.<br />
Tötungslust ist unausrottbar<br />
ein Trieb, seine Wurzeln<br />
saugen Tropfen der Bitternis<br />
aus einer Luft,<br />
in der die Bläue nicht mehr träumt.<br />
Denn alle Leere in der Welt<br />
wird uns zur Hohlform einer Gier,<br />
für die kein Reiz mehr abfällt,<br />
Gier des nimmersatten Ohrs und Blicks,<br />
Mutwillen, dem kein Kitzel<br />
die Haare aufstellt,<br />
lauernde Trübsal,<br />
der nichts klingt und klatscht<br />
wie wilden Sinns geworfner Stein<br />
aus schwarzem Brunnenloch.<br />
Es hockt der Dämon schon<br />
am Tor des Lebens<br />
und darüber steht:<br />
„Die ihr tretet ein,<br />
laßt alle Hoffnung fahren!“<br />
Doch kein Vergil gibt uns Geleit,<br />
und Beatrice hebt uns<br />
auf die Schwelle nicht,<br />
wo Gnadenstrahl erwärmt.<br />
Uns ist des Daseins Hölle ohne Sinn<br />
der Flammen, die bestrafen oder sühnen,<br />
Inferno ist uns Langeweile,<br />
das ohne Feuer brennt,<br />
wenn flammenlos<br />
die Seele Ödnis dörrt.<br />
Das müde Erz des Willens schmiedet<br />
dieser Dämon zum Hammer um<br />
und zerschlägt die Schale<br />
eines tauben Eis,<br />
das voller Luft und unfruchtbar.<br />
Man schnippt die Kippe weg,<br />
heilfroh, wie trunken<br />
unters Surren der Maschinen<br />
sich zu ducken,<br />
in den Pferch des flatternden<br />
Geschwätzes sich zu zwängen,<br />
man seufzt erleichtert auf,<br />
wenn der Nachtbus hält,<br />
seines Grinsens blöde Maske<br />
der Nachbar ins grelle Licht uns rückt.<br />
Nur das Kind ist nicht allein<br />
mit des eignen Atems<br />
Wogen oder Wolken,<br />
im Tropfen und im Blatt,<br />
im Käfer und im Lied<br />
findet es sein Ebenbild,<br />
nur der Genius ist einig<br />
einsam mit sich selbst,<br />
sprüht auch wunderlich<br />
der Seele Scheit<br />
ein letztes Mal,<br />
bevor es ausgeglüht<br />
zum Abgrund stürzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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