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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Lehre der Seuche Zeitgedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Lehre der Seuche</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Apr 2020 17:38:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Lehre der Seuche Zeitgedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wär die Seuche doch die Geißel Gottes, lautes, freches, schamloses Wort in eklen Schlünden zu ersticken, die Luft zu rauben, Odem reinen Sinns, verlognen Lungen, offenbarte sie den Schmerz der Wahrheit, daß die Nähe trügt, verhülltes Antlitz unentstellt der Augen jähes Glimmen läßt vom Grinsen eines schiefen Mundes. Daß sie Scham und Schweigens Würde lehrte, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-lehre-der-seuche/">Die Lehre der Seuche</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wär die Seuche doch die Geißel Gottes,<br />
lautes, freches, schamloses Wort in eklen<br />
Schlünden zu ersticken, die Luft zu rauben,<br />
Odem reinen Sinns, verlognen Lungen,<br />
offenbarte sie den Schmerz der Wahrheit,<br />
daß die Nähe trügt, verhülltes Antlitz<br />
unentstellt der Augen jähes Glimmen<br />
läßt vom Grinsen eines schiefen Mundes.<br />
Daß sie Scham und Schweigens Würde lehrte,<br />
Seltenheit des rein gesprochnen Wortes.<br />
Doch sie kuschen wie geschlagne Hunde<br />
nur vor einem dunklen Herrn und Meister,<br />
der ein dumpfes Schmachten wie ein Gärtner<br />
siechen Trieb von hohen Reben schneidet.<br />
Wie in Hunden, die am Pflocke zerren,<br />
lauert innerlich die Wut verschluckten Bellens,<br />
welche sie ihr Recht auf Ausdruck heißen,<br />
Indezenz, die sie für Freiheit halten.<br />
O des Stillstands trügerische Gnade,<br />
Fluß, der sich am hohen Felsen staut und<br />
kaum erstarrt zu schwarzem Teiche, daß wohl<br />
Schwanenfedern darauf leuchten könnten,<br />
schon sich Fugen leckt mit geiler Zunge,<br />
um ins Wilde wieder auszuschäumen.<br />
Daß die Steppe käme, Sand sich häufte,<br />
geisterhaft verwehte goldene Körner,<br />
auf den Treppen, die ins Leere führen,<br />
blauer Azur über Wüsten die Zimmer<br />
überschwämme, wo sie sinnlos warten,<br />
dunkle Zeit verseufzen, einsam sterben.<br />
Daß ich Wölfe heulen hörte in Vorgärten<br />
und Schakale auf verwaisten Plätzen<br />
bitter winseln, unterm Monde Geier<br />
flattern und blutig ein Verwestes rupfen,<br />
ich Altäre sähe überwuchert von wilden<br />
Rosen, Engel in den Nischen lächeln,<br />
weil durch offne Fenster Schwalben fliegen,<br />
über schwebender Monstranz die Lilie<br />
aber trunken sich im Abschied neigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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