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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Lerche und die Nachtigall Philosophische Sentenzen und Aphorismen</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 06 Aug 2026 22:18:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Lerche und die Nachtigall</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 22:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Die Lerche und die Nachtigall Philosophische Sentenzen und Aphorismen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Philosophische Sentenzen und Aphorismen Ein Kokon ist das hohle Wort, worin der Sinn verbleicht und abstirbt, und dünkte eingesponnen im Dämmerlicht sich sicher. * Die Flocke Glück schmilzt hin beim ersten zarten Anhauch, des Unglücks Scheite beugen bald der Anmut zarte Schultern. * Euphrosynes leise Töne dringen durch das harte Wachs des Stumpfsinns nicht. * [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-lerche-und-die-nachtigall/">Die Lerche und die Nachtigall</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Philosophische Sentenzen und Aphorismen</em></p>
<p>Ein Kokon ist das hohle Wort,<br />
worin der Sinn verbleicht und abstirbt,<br />
und dünkte eingesponnen<br />
im Dämmerlicht sich sicher.</p>
<p>*</p>
<p>Die Flocke Glück schmilzt hin<br />
beim ersten zarten Anhauch,<br />
des Unglücks Scheite<br />
beugen bald der Anmut<br />
zarte Schultern.</p>
<p>*</p>
<p>Euphrosynes leise Töne<br />
dringen durch das harte Wachs<br />
des Stumpfsinns nicht.</p>
<p>*</p>
<p>Was sich mühsam hochgerankt<br />
am fremden Stamme,<br />
Efeu,<br />
stürzt mit dem erstickten<br />
nieder.</p>
<p>*</p>
<p>Glaube, Liebe, Hoffnung spricht:<br />
„Es ist die Nachtigall“,<br />
nüchterne Einsicht:<br />
„die Lerche!“</p>
<p>*</p>
<p>Sprache,<br />
Netz mit den eingefangenen Fliegen,<br />
die noch träumerisch sirren,<br />
schwingt es im Abendlicht,<br />
bis der Schatten<br />
jähen Verstummens<br />
herankriecht.</p>
<p>*</p>
<p>Ist es dieselbe Rose,<br />
die in der Ode geglüht<br />
und nun fahl verdämmert<br />
in der Elegie?</p>
<p>*</p>
<p>Was unabdingbar ist<br />
für den Eindruck des Sublimen,<br />
das „Je ne sais quoi“,<br />
übersteigt die Kunst des Talents.</p>
<p>*</p>
<p>Charme<br />
ist die Mitgift einer Braut,<br />
die sich Märchenritter<br />
oder reine Toren erwählt.</p>
<p>*</p>
<p>Das Fatum wägt<br />
die Frucht der Tat<br />
gegen den Unrat der Untat.</p>
<p>*</p>
<p>Der Beifall der Menge<br />
klirrt im Ohr<br />
argwöhnischen Feinsinns.</p>
<p>*</p>
<p>Der Stoiker stopft sich<br />
vor dem Lärm der Welt das Ohr<br />
mit demselben Wachs,<br />
das die Gefährten des Odysseus<br />
taub machte<br />
gegen den Zaubergesang der Sirenen.</p>
<p>*</p>
<p>Im Auge des Nüchternen<br />
ist der Maskenzug der Bacchanten<br />
nur eine lächerliche Farce.</p>
<p>*</p>
<p>Die Tränen sind kein Symptom,<br />
sondern ein echter Bestandteil der Trauer,<br />
während die Unfähigkeit zu weinen<br />
ein echtes Symptom der Melancholie ist.</p>
<p>*</p>
<p>Die spirituelle Seelensubstanz eines Platon<br />
oder Descartes hat sich uns in die leibhaftige<br />
Physiognomie der Person aufgelöst.</p>
<p>*</p>
<p>Arglose Jugend beschwingt das Lied der Lerche,<br />
Gesang der Nachtigall lindert die Meditatio mortis<br />
des Alters.</p>
<p>*</p>
<p>Kindlich und liebenswürdig ist das antike Bild<br />
vom immer schon verflossenen goldenen Äon<br />
einer sich mütterlich schenkenden Erde;<br />
kindisch und gefährlich die neuzeitliche Idee<br />
eines von Menschenhand zu erbauenden zukünftigen.</p>
<p>*</p>
<p>Die Tristesse des Alters tröstet sich damit,<br />
den Weltuntergang nicht mehr erleben zu müssen.</p>
<p>*</p>
<p>Die Früchte, die sie nicht pflücken konnten,<br />
erachten die vom Schicksal Benachteiligten<br />
für wurmstichig und faul.</p>
<p>*</p>
<p>Qui auget scientiam auget et dolorem.<br />
Wissen mehrt den Schmerz.<br />
Der Mohn des Vergessens<br />
lindert ihn nur vorübergehend.<br />
Deshalb macht die Musik Wagners<br />
oder die Dichtung Baudelaires<br />
Schwermütige süchtig.</p>
<p>*</p>
<p>Der Schwermütige lauscht des Nachts<br />
der Quelle unschuldiger Wasser.</p>
<p>*</p>
<p>Die Flamme der Hestia ist hierzulande<br />
fast gänzlich erloschen. Doch der Brand<br />
der Steppe dringt näher und wird die Laren,<br />
die Bilder der Ahnen, nicht verschonen.</p>
<p>*</p>
<p>Die Sorge ist die Mutter der Wissenschaft,<br />
aber auch die Amme des Aberglaubens.</p>
<p>*</p>
<p>Der Genius loci verwahrloster, vermüllter Plätze.</p>
<p>*</p>
<p>Alles ist sinnvoll geordnet, vom Kristall bis zur Blüte,<br />
von der Hand bis zum Auge, vom Gedanken<br />
bis zu seinem sprachlichen Ausdruck.<br />
Was als Chaos zerstörerisch wütet, auch dies gehorcht<br />
Gesetzen ewiger Metamorphose.</p>
<p>*</p>
<p>Den unwillkürlichen Versprecher, der Lachen hervorruft,<br />
kann Freud mittels Gesetzen des Traumlebens erklären.<br />
Den Unsinn, den Philosophie bändeweise hervorbrachte,<br />
weiß Wittgenstein auf unwillkürlich wirkende Muster der<br />
Sprache und Fallstricke des Denkens zurückzuführen.</p>
<p>*</p>
<p>Mythologische Aperçus auf den Untergang des Abendlands:<br />
Poseidon, der nach Homer zu den Aithiopiern gegangen ist,<br />
kehrt nicht mehr zurück.<br />
Die blonden Götter unterliegen den schwarzgelockten.</p>
<p>*</p>
<p>Die lichten Götter starben nicht; sie kehrten als Schatten und<br />
Gespenster der Seele zurück.</p>
<p>*</p>
<p>Wer von Liebe spricht, darf vom Haß nicht schweigen;<br />
denn demjenigen, der liebt, gebührt es auch zu hassen, wenigstens<br />
das, was dem Geliebten Schaden zufügen oder es verletzen möchte.</p>
<p>*</p>
<p>Gute Geister, wie man sie nennen mag, weilen, wo ein Flecken Lands, ein See, ein Berg, ein Baum, ein Quell nicht nur menschlichem Bedarf dienen muß, sondern sich selbst oder der Gottheit gehören darf, die bei ihm wie die Dryade des Baums oder die Nymphe des Sees verweilt. Daher die Trostlosigkeit und seelische Öde der Stadt, aber auch der industrialisierten Landwirtschaft.</p>
<p>*</p>
<p>Sinn, Glück, Erfüllung sind keine Artikel im Warenkatalog; sie kommen nicht auf Bestellung, sind nicht käuflich; sie locken nicht mit dem Glanz der Reklame. Unscheinbar bisweilen gleich dem sich unter unseren Schritten biegenden Gras bleiben sie von uns unbemerkt; doch ist das Gras versengt und häßlich geworden die Erde, freilich, dann sehen wir es.</p>
<p>&nbsp;</p>
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