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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Seekuh lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Seekuh</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 16:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Seekuh lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dem Andenken an Georg Wilhelm Steller, der die Seekuh entdeckte,  kurze Zeit, bevor sie vom Menschen ausgerottet wurde &#160; Gleiten, schlafen, träumen, gleiten, wenn über die kaum geöffneten Augen auf flachem, trüben Meergrund Seegras streift Tang die Arme schwingt um den saugenden Mund … Oder sie im Wurzellabyrinth der Mangroven nach Blättern tastet mit den [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-seekuh/">Die Seekuh</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dem Andenken an Georg Wilhelm Steller,<br />
der die Seekuh entdeckte,  </em><em>kurze Zeit,<br />
bevor sie vom Menschen ausgerottet wurde</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten,<br />
wenn über die kaum geöffneten Augen<br />
auf flachem, trüben Meergrund Seegras streift<br />
Tang die Arme schwingt um den saugenden Mund …</p>
<p>Oder sie im Wurzellabyrinth der Mangroven<br />
nach Blättern tastet mit den verständigen Haaren,<br />
nach der Wasserhyazinthe blaßlila Blüten &#8230;</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten &#8230;</p>
<p>Die gespaltene oder halbmondförmige Fluke<br />
rudert die bedächtige Kuh ins Helle,<br />
um Atem zu schöpfen über dem Schaum –<br />
hört sie, wie die schmale Lippe des Horizonts tönt,<br />
oder der Winde mythengrünes Rauschen?</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten &#8230;</p>
<p>Sie wirbelt Schleier feinen Sands um sich auf,<br />
als wäre die Muschelstille, die Andacht<br />
still kauenden Lebens nicht tief genug …</p>
<p>Der Schatten des Jungtiers umspielt sie<br />
mit sanfter Kühle, wickelt sie ein<br />
in die Langmut des ruhelosen Nomaden …</p>
<p>Oder die Lebensfreude, die Nähe<br />
von Mutter und Kind, ertönt in Duetten<br />
hohen Zwitscherns und Pfeifens …</p>
<p>Sind die Rhythmen der herrischen Sonne,<br />
der Gezeiten Wogen und Ebben,<br />
sind ihr die Landschaft der fetten Weiden<br />
von Seegras und blauen Algen<br />
oder die Schattenmale der Menschen<br />
auf den Wanderdünen der Zeit<br />
zu Bildern erwacht im Traum?</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten &#8230;</p>
<p>Sind das hohe Glimmen des Sternlichts,<br />
das bleiche Tränengesicht des Monds<br />
und das grüne Irrlicht der Nacht,<br />
sind ihr die Nixen, Sirenen, Melusinen,<br />
ihre Schwestern am Bugspriet der Schiffe<br />
von Hanno dem Karthager bis Erik dem Roten,<br />
von Christoph Kolumbus bis Vasco da Gama<br />
zu Bildern erwacht im Schlaf?</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten &#8230;</p>
<p>Weiche Nymphe des Meers,<br />
bist du Askalons Fischweib,<br />
die graue Göttin der Vorwelt,<br />
der Semiramis Mutter,<br />
homerische Nereide,<br />
die ihre traurigen Zitzen reckt<br />
aus dem versunkenen Reich der Sage?</p>
<p>Die müden Lider decken den Tag ihr zu,<br />
den dämmrigen, sie kennt nicht der Herkunft<br />
Grotten, erhellt vom Gesang der Flammen,<br />
nicht Nester der Heimat, schwebend<br />
von weichen Daunen der Liebe.</p>
<p>Für immer Verstandesnetzen unfaßbar,<br />
erlischt sie, ein Irrwisch,<br />
flieht sie, ein Schatten, dahin.</p>
<p>Gleiten, schlafen, träumen, gleiten …</p>
<p>&nbsp;</p>
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