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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Die Wunde VI lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Die Wunde VI</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 23:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Wunde VI lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Damals, in der alten Ziegelei, wie der Wind ging durch die krummen Regale und Staub unterm trockenen Stroh aufblies, überall zerfallene, durchlöcherte Abdrucke, zerlaufene Töpfe, geknickte Rohre, da war es eine Amsel, die irgendwo hoch im Gebälk saß, wir konnten sie nicht sehen, aber ihr Gesang war wie die Narbe, die alte Narbe, die pocht [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/die-wunde-vi/">Die Wunde VI</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Damals, in der alten Ziegelei,<br />
wie der Wind ging durch die krummen Regale<br />
und Staub unterm trockenen Stroh aufblies,<br />
überall zerfallene, durchlöcherte Abdrucke,<br />
zerlaufene Töpfe, geknickte Rohre,<br />
da war es eine Amsel,<br />
die irgendwo hoch im Gebälk saß,<br />
wir konnten sie nicht sehen,<br />
aber ihr Gesang war wie die Narbe,<br />
die alte Narbe, die pocht und juckt.</p>
<p>Und auf den schneebedeckten Wegen,<br />
an Großvaters Hand, er mit dem Filzhut<br />
und dem wappenverzierten Stock,<br />
über seine Gemarkung hin,<br />
in seine Richtung, wo der Kirchturm<br />
über die Linie der schlafenden Saaten schaute<br />
wie der schiefe Mast eines gestrandeten Schiffs,<br />
da war es die Stille<br />
oder die zwischen einzelnen steinschweren<br />
Worten zerriebene Stille<br />
oder die wie der Sand von steinschweren Worten<br />
plattgewalzte Stille,<br />
da waren es alte übermalte Bilder<br />
der Erinnerung, verrußt und rissig,<br />
da war es die hinter dem Fenster<br />
wie Kohlehalden aufgeschichtete,<br />
untergegangene Zeit,<br />
blinde Fenster,<br />
verschmiert von Taubenkot und Schorf.</p>
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