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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Epiphanien des Schicksals lyrische Gedichte Blankvers Jamben</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Epiphanien des Schicksals</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Oct 2017 18:32:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Epiphanien des Schicksals lyrische Gedichte Blankvers Jamben]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich war noch jung und lief gedankenlos dem Duft des Abends hinterher, die Angst der Welt, des Lebens Abgrund war Gewölk, ein roter Dunst, der kräuselnd über Wald und Wingert zog, ein eitles Spiel der Luft, da hockte er ein Bettler stinkend, krumm, zerfurcht, am Rand des Wegs, und streckte mir die Knochenhand entgegen, flackernd [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/epiphanien-des-schicksals/">Epiphanien des Schicksals</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war noch jung und lief gedankenlos<br />
dem Duft des Abends hinterher, die Angst<br />
der Welt, des Lebens Abgrund war Gewölk,<br />
ein roter Dunst, der kräuselnd über Wald<br />
und Wingert zog, ein eitles Spiel der Luft,<br />
da hockte er ein Bettler stinkend, krumm,<br />
zerfurcht, am Rand des Wegs, und streckte mir<br />
die Knochenhand entgegen, flackernd ging<br />
sein Blick mir nach, der sich erschrocken ab-<br />
gewandt, noch hörte seltsam ich ein Wort<br />
mir raunen „Denke dankend immer“, doch<br />
die Jugend rann mir ohne festes Bild<br />
dahin, wie Regen auf dem Schieferdach<br />
erst glänzt, dann leckt ihn auf der Wind,<br />
der heiße. Einmal im Gewühl des Tanz-<br />
lokals stand er ein eleganter Herr<br />
in feinem Tweed, die Silberspange am<br />
Revers beim Tresen, während ich verschluckt<br />
vom Tanzgezappel ihn noch sah, wie zart<br />
das schlanke Glas er winkend hob.<br />
Es waren jene Augen, jener Glanz,<br />
mir zugeeignet gleisnerisch wie Wein,<br />
der sprüht und funkelt, wenn fatale Hand<br />
ihn einem schwenkt, der lechzt nach Lebensglück.<br />
So leerte sich das Dasein aus, ein Lied,<br />
das hell beginnt, und immer leiser wird,<br />
der Lerche Schrei, den lockt und zieht ins Blau<br />
der Sommer, aber dunkler Wind entreißt,<br />
ein Harz, das honigblond aus Borken tropft,<br />
und bald verdunstend trocknet und erstarrt,<br />
ein Teich, genährt von einem Mund geheim,<br />
und blitzen Fische auf, es tunkt der Schwan<br />
das Haupt zum jungen Moos, bis jener Mund<br />
sich schließt, verstummt, verstummt, ein grauer Gnom,<br />
der abends immer rührend bläst die Mund-<br />
harmonika im Hinterhof, ein Hündchen jault,<br />
doch eines Abends bleibt es still, so herz-<br />
ergreifend still. Und kürzlich sah ich hier<br />
im Lärm der Leute, die vom Supermarkt<br />
die dicken Beutel heimwärts schleppen, ihn<br />
am Straßenrand verweilen, ungerührt und stumm,<br />
den Engel, goldne Spreu an Haar und Lid,<br />
entrückter Haschischmond der Mund,<br />
der Wange weiße Lilie leicht betaut,<br />
ach, winkte er mir huldvoll, einmal nur,<br />
und könnte Ruhe weisen, stille Sicht<br />
an Weges letzter Biegung, Tal und Strom<br />
ins reine Bild zu bergen, abschiedssanft,<br />
doch glasig war sein Auge, leer der Blick.</p>
<p>&nbsp;</p>
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