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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Klageregister des Vergrämten</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Klageregister des Vergrämten</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2022 22:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Klageregister des Vergrämten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(Auszug) Der obszöne Lärm der Welt Der Moloch Stadt Die erzwungene Nachbarschaft mit üblen Gerüchen, plebejischen Manieren, frechem Lachen und quäkenden Hammondorgeln Eisenbahn, Automobil, Telefon und Kanonen, die großen technischen Errungenschaften als Götzenbilder am Rand des abschüssigen Pfads des deutschen Geistes Aus dem von einem tätowierten Affen gesteuerten rasenden Wagen apokalyptisch hämmernde Boxen Unter Teer [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/klageregister-des-vergraemten/">Klageregister des Vergrämten</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Auszug)</em></p>
<p>Der obszöne Lärm der Welt</p>
<p>Der Moloch Stadt</p>
<p>Die erzwungene Nachbarschaft mit üblen Gerüchen, plebejischen Manieren, frechem Lachen und quäkenden Hammondorgeln</p>
<p>Eisenbahn, Automobil, Telefon und Kanonen, die großen technischen Errungenschaften als Götzenbilder am Rand des abschüssigen Pfads des deutschen Geistes</p>
<p>Aus dem von einem tätowierten Affen gesteuerten rasenden Wagen apokalyptisch hämmernde Boxen</p>
<p>Unter Teer und Asphalt ersticktes Grün</p>
<p>Vom Blech des Mobilitätswahns verstellte Wege</p>
<p>Idioten des Lebens, die um seine Verlängerung, ob im Siechtum oder in debilem Vorsichhindämmern, betteln oder dem Wahn aufsitzen, ihre Identität virtuell in der Datenbank abspeichern zu können</p>
<p>Damen, die boxen</p>
<p>Frauenfußball</p>
<p>Schönheiten aus besseren Kreisen, die Kunstgeschichte studieren, um sich den Connaisseur zu angeln</p>
<p>Alte Vetteln mit rotgefärbtem Kurzhaarschnitt</p>
<p>Künstliche Wimpern, lila Lippen, leere Blicke</p>
<p>Die flackernde Lampe der Lust, die nur das schwarze Tuch des Schreckens gnädig verhüllt</p>
<p>Kunstakademien, die Dämchen mit Bestnoten entlassen, die Vulven in Serie malen und das wolkige Gekröse fader Begierden</p>
<p>Tief Dekolletierte, die mit dem geliehenen Fächer exotischen Wissens wedeln</p>
<p>Hübsche Plaudertaschen pseudowissenschaftlicher Magazine, die keine Wissenschaftler sind, sondern Wissenschaftler:innen</p>
<p>Von Steuergeldern gefütterte Horden von hysterischen Betroffenheitsheulsusen</p>
<p>Flachbrüstige, unfruchtbare Abtreibungsfanatikerinnen</p>
<p>Großsprecher, die über das Winseln des Hündchens zu ihren Füßen hinwegtreten, um coram publico von der Rettung der Welt zu schwadronieren</p>
<p>Geistige Schmutzfinken, die Sprachhygiene betreiben</p>
<p>Fettleibige Heuchler, die mit dem moralischen Zeigefinger auf den Wasserbauch des hungernden Negerkindes zeigen</p>
<p>Puristen und Vegetarier, die mit der Fliegenklatsche reiner Gesinnung die rätselhaft sirrende Mücke, die sich vom Dung des schmutzigen Lebens genährt hat, erlegen</p>
<p>Die saturierten Apologeten der Freizügigkeit und offener Grenzen, die sich in ihrer mit modernster Überwachungstechnik ausgerüsteten Vorstadtvilla verschanzen</p>
<p>Gesinnungssklaven, die wähnen, Frauen und sechzig andere Geschlechter würden durch die Verwendung des generischen Maskulinums aus der Sprachgemeinschaft ausgeschlossen</p>
<p>Wirrköpfe, die meinen, das richtige Argument würde im Munde des Falschen anrüchig oder nichtig</p>
<p>Jazz</p>
<p>Free Jazz</p>
<p>Verjazzter Bach</p>
<p>Abstrakte Kunst</p>
<p>Die akustische Verseuchung von Fahrstühlen, Warteräumen und Supermärkten</p>
<p>Intellektuelle</p>
<p>Hypertrophie der Geschlechtsteile und Mikrosemie der Seele</p>
<p>Pseudo-Gelehrte, die grammatische Regeln und Strukturen als kulturelle Konstrukte zur Stützung patriarchalischer Herrschaft entlarven</p>
<p>Siechtumpoeten, die den künstlichen Eiter vorgetäuschter Wunden auf das zerknitterte Laken ihrer Verse triefen lassen</p>
<p>Die mürben, ausgemergelten, lendenlahmen Nihilisten, die das Weltenei für taub erklären und die eigene Mutter verleugnen</p>
<p>Pseudo-Philosophen, die ex cathedra verkünden, ein Satz bedeute, was wir uns dabei denken, und die Welt sei der Spiegel unserer eitlen Grimassen</p>
<p>Der Tugendterror der neuen Jakobiner, die statt des Beils der Guillotine das Messer der Verleumdung wetzen</p>
<p>Die neuen Savonarolas der Gleichheit, die im Begriff sind, die Werke der Unnachahmlichen, der Einzigen, der Einsamen aus den Bibliotheken zu verbannen oder öffentlich zu verbrennen</p>
<p>Öffentlich-rechtliche Propagandaanstalten, für deren Ausstrahlung von gesinnungsethisch gefilterten Nachrichten, Reportagen und Kulturmagazinen und den guten Geschmack verhöhnender seichter Unterhaltung Zwangsgebühren erhoben werden</p>
<p>Tersites und Konsorten, die unter eitler Demonstration ihrer Verkrüppelung und schlotternder Glieder den Sinn des Kampfes um die schöne Helena bestreiten</p>
<p>Die gestern den alten Professor und Goetheverehrer mit faulen Eiern bewarfen und sich mittlerweile selbst zu professoraler Würde emporgepfuscht und emporintrigiert haben, und heute den Rebellen, der sich dem staatlich verordneten Sprachregime verweigert, des Hörsaals verweisen</p>
<p>Die geistige Vermüllung des Campus</p>
<p>Zarte Seelenflöckchen, die gleich schmelzen, wenn der Wüstenwind der Wahrheit weht</p>
<p>Der Verfall des abendländischen Ethos der Wissenschaft, die sich dem Sprach- und Meinungsdiktat beugt und den Stiefel leckt, der sie in den Morast der Selbstverleugnung hinabdrückt</p>
<p>Statistiken, die voraussagen, was das Dogma verlangt</p>
<p>Das alte Preußenschloß, das man nicht mit Werken deutscher Meister füllt, sondern mit Fratzen, Fetischen und Idolen vom weißen Mann ach! arrogant verkannter indigener Völker</p>
<p>Pseudo-Germanisten, die mit dem Namen Hölderlin nur den pubertären Tanz um den Freiheitsbaum und die Autenriethsche Maske als Zeugnis repressiver Psychiatrie verbinden</p>
<p>Die vor dem schwarzen Quadrat wie vor einer Ikone knien</p>
<p>Die glauben, Klopstocks Oden seien Ranken verworrener Verse, auf denen müde Abendsonnenflecken verglimmen, und Adalbert Stifters Schriften biedermeierliche Idyllen, die längst im Abgas der Schlote erstickt sind</p>
<p>Betrügerische Seelenzergliederer mit dem Flair à la Parisienne, die den Namen Vater für verrucht und die Freude, Dankbarkeit und Liebe, die dem Schoß der Mutter mit der Geburt ihres Kindes entspringen, für antiquierte Gemütsbewegungen halten</p>
<p>Die neuen staatlich alimentierten Seelsorger, die der Verlorenheit der Seele Planken und Geländer errichten, an denen die wankende den Halt findet, den ihr einmal der fromme Glaube an den Schutzengel gewährt haben mag</p>
<p>Die Bußprediger, die als Ablaß für die Taten der Väter Rituale der Selbstverachtung und der Verhöhnung heimatlicher Sitten in Umlauf bringen</p>
<p>Die Verkümmerung des freien Sprossens der Dichtung auf dem dürren Anger der politischen Moral</p>
<p>Die Haltung vermitteln wollen und ihr Fähnchen im Wind flattern lassen</p>
<p>Der törichte Rezitator, dessen Stimme zittert, wenn er Rilke spricht, der die Augen gen Himmel rollt, wenn er Hölderlins <em>An die Parzen</em> vorträgt, der sagt, was er fühlt und was er dem Dichter an Gefühlen unterstellt, nicht aber den Rhythmus der Verse wiedergibt, der das Gesagte und das Ungesagte umfaßt</p>
<p>Strauchelnde, schreiende, sich im warmen Urin ihrer nicht kontrollierbaren Emotionen wälzende Schauspieler, denen die starren Szenen aus Becketts späten Stücken Hohn sprechen, wo die Darsteller marionettenartig im Kreis gehen, in Amphoren oder im Sand feststecken</p>
<p>Ressentimentbehaftete Geister, die alles, was wie der harmonische Strom mozartischer Melodien oder der selig verlorene Rhythmus der <em>Sonette an Orpheus</em> anmutet, auf die Verdrängung eines ursprünglichen Traumas zurückführen</p>
<p>Die fade, instinktlose, unkünstlerische Emblematik der Euro-Scheine, die ein Bild der geistigen und ästhetischen Entwurzelung ihrer Benutzer darstellt</p>
<p>Die glauben, Nietzsche ad hominem widerlegen zu können, weil er den Tod Gottes ausrief, aber in gnädiger Umnachtung sich in den Wahnsinnsbriefen an Cosima als den Gekreuzigten bezeichnete, oder Wittgenstein, weil er lausige Schulbuben in den Dörfern Niederösterreichs windelweich geschlagen hat</p>
<p>Das schreckliche Ende Edith Steins, das eines der vielen Zeugnisse für das Scheitern der deutsch-jüdischen Symbiose darstellt</p>
<p>Klopstock, Goethe, Hölderlin, vielfach schon aus den Curricula gestrichen, ansonsten nur ein bleiernes Bildungsgut, das dem Pennäler Kopfweh verursacht</p>
<p>Die Verkümmerung natürlicher Anmut</p>
<p>Der Verlust des religiösen Empfindens, Fühlens, Sinnens und das törichte Surrogat politisch-moralischer Heilslehren</p>
<p>Die Verdächtigung und Verunglimpfung des Zögernden, des Ungebundenen, des Melancholikers, kurz des Dichters, als eines Immoralisten und Sozialdienstverweigerers</p>
<p>Demokratische Vergötzung des Durchschnitts und plebejische Verächtlichmachung des Genies</p>
<p>Das Messer der Egalität, das alles Überragende und Hochsinnige, die Sonnenblume und die Orchidee, auf das unterste Niveau des allgemeinen Geschwätzes und die monotone Mediokrität des englischen Rasens kürzt</p>
<p>&nbsp;</p>
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