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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Mars philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Mars</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2022 23:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Er spaltet wie ein Blitz den Schlaf der Völker. Er ist die Wildnis wirr gerankter Schatten an Zaun und Pfahl, die unter seinem Pfiff, die unter seinem Aufschrei knirschend brechen. Bluttau am Morgen, Schorf im Abendrot, aus Rosen tropfend Blut, aus Rosen Flammen. Er ist der Gott, ein Knie aus Erz zu wühlen, die bronzene [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/mars/">Mars</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Er spaltet wie ein Blitz den Schlaf der Völker.<br />
Er ist die Wildnis wirr gerankter Schatten<br />
an Zaun und Pfahl, die unter seinem Pfiff,<br />
die unter seinem Aufschrei knirschend brechen.<br />
Bluttau am Morgen, Schorf im Abendrot,<br />
aus Rosen tropfend Blut, aus Rosen Flammen.<br />
Er ist der Gott, ein Knie aus Erz zu wühlen,<br />
die bronzene Hand in ein Hornissennest,<br />
und Funkenschwirren ist sein trunknes Lied,<br />
gespien aus schwarzem Schlunde Aschenflug.<br />
Er nimmt zum Panzer sich des Mannes Brust,<br />
worin der Schnabel einer Krähe hackt,<br />
das Herz versank im Moor der Eingeweide.<br />
Er nimmt zur Maske sich das Mannsgesicht<br />
und setzt ihm Augen ein aus grünem Glas,<br />
worin der rote Mohn des Acheron<br />
sich widerspiegelt, und der ätzt, sein Schaum.<br />
In seine Stirn ritzt er das Ruhmessiegel,<br />
die Krallenrune, die obszön sich spreizt,<br />
doch seine Wangen tüncht er mit dem Saft<br />
der Vogelbeere und die Lippen lüstern<br />
wie einer Hure, die am Dreiweg fletscht.<br />
Er hat zu heißen Kündern sich erwählt,<br />
die unter Waffen tanzen, Salierpriester,<br />
dumpf erdröhnen Schilde, hämmern Lanzen,<br />
und purpurn das Gewand, es flattert geil,<br />
wenn sie sich schütteln, wenn sie stampfen, aber<br />
auch ihnen singt, der Blut getrunken, Vates.<br />
Mars kann nicht schlafen, nimmt ihm auch den Helm<br />
die Liebesgöttin ab vom Brand der Locken,<br />
Helm, der unterm Mond im Grase glänzt<br />
an ihren nackten Schenkeln eine Weile.<br />
Er kann nicht schlafen, täuscht den Schlaf nur vor,<br />
ein Wolf, der stumm im dichten Buschwerk lauert<br />
und wittert schon von fern die Angst des Rehs,<br />
im Geäst der Nacht die Schleiereule,<br />
die ihre Augen rollt und plötzlich stürzt<br />
auf stillen Schattenschwingen, die Grubenotter,<br />
die noch in der Dunkelheit, gottloser,<br />
das warme Blut des blinden Opfers sieht.<br />
Und was wir Frieden nennen, betört vom Schauer,<br />
den uns gebahnten Wassers grünes Seufzen<br />
aufs müde Antlitz weht, ist nur die Frist<br />
des kurzen Müßiggangs, bis seiner Egge<br />
krumme Eisendornen der Krieg durch Wehr<br />
und Dämme zieht, daß braune Fluten steigen<br />
und mit sich reißen Wiege, Herd und Bild.<br />
Dort kreist die nackte Puppe in den Strudeln,<br />
und die ertrinkend nach der Gottheit rufen,<br />
nie hält sie gnädig auf ein Sternenblick.<br />
Fluten, lechzend über der Kapelle Stufen,<br />
auf des Altares reine Zeichen spritzend.<br />
Hinabgestürzt aus ihres Traumes Nische,<br />
entflattert eine Taube in die Nacht<br />
und findet keines Zweiges schmalste Rettung,<br />
und findet keine Schwester sich zum Trost.<br />
Muß Sapphos Taube sterben, Mars senkt manchmal<br />
Samen in dunkler Erde Schoß, daß blühen<br />
auf die Reiche, o Rom, ach Spree-Athen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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