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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Monolog für ein Nachtmahr lyrische Gedichte deutsche Jamben</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Monolog für ein Nachtmahr</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Sep 2017 20:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Monolog für ein Nachtmahr lyrische Gedichte deutsche Jamben]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es waren Rufe, Seufzer, wie nach Lichtes betauten goldenen Trauben dürstenden Munds, das Rascheln der Blätter, da ich nach Versen getaucht, meine spröden Lippen zu wässern, und es verwandelte sich, so irrlichtert der Hexer Mond, in das wilde Ächzen des Schilfs, das die triefende Schnauze einer Kuh zurückbog, sie suchte nach dem Kalb, ihrem Jungen, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/monolog-fuer-ein-nachtmahr/">Monolog für ein Nachtmahr</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es waren Rufe, Seufzer, wie nach Lichtes<br />
betauten goldenen Trauben dürstenden Munds,<br />
das Rascheln der Blätter, da ich nach Versen<br />
getaucht, meine spröden Lippen zu wässern,<br />
und es verwandelte sich, so irrlichtert<br />
der Hexer Mond, in das wilde Ächzen<br />
des Schilfs, das die triefende Schnauze einer Kuh<br />
zurückbog, sie suchte nach dem Kalb, ihrem Jungen,<br />
o schreckliches Muhen der verlassenen Kreatur,<br />
die schwarzen Wellen aber schwiegen, die Mutter<br />
überleckte mit schwülstiger Zunge den Schaum.<br />
Etwas riß sich los, brach für immer zu Boden,<br />
wie die Last von Scheitholz, die ein Esel<br />
getragen, gebückten Haupts, unter dem Knallen<br />
von Peitschen bei der Stoppelschonung<br />
in kühl hauchender Waldung, er aber stockt,<br />
bricht ins Knie und bleibt liegen, bleibt liegen.<br />
So klatschte es dumpf hinter meinem Rücken,<br />
und ich zog, auf den Planken ausgestreckt,<br />
nicht einmal die Augenlider empor, den Anblick<br />
der Sterne und ihren glitzernden Spott vermeidend.<br />
Ich wußte, das morsche Ruder war abgebrochen<br />
und wir trieben seltsam erlöst zwischen Abgrund<br />
und Abgrund dahin, das Boot rissen die Zähne<br />
der grinsenden Ungeheuer der Tiefe<br />
zum Katarakt im Knie des Stromes oder<br />
dem Grauen eines gegaukelten Ufers entlang.<br />
Seelenlos, aber im schluchzenden Wasser<br />
einer weißen, sich selber würgenden Ekstase<br />
verkam die Fahrt ins Ausweglose, bis Küsten<br />
sich rötender Wolken die schartigen Messer<br />
eines Riffs hervortrieben, jeder Hoffnung Tau<br />
zu zerschneiden. Die Kameraden schliefen auf den Bänken,<br />
doch sie reckten wie bezauberte Schlangen<br />
die Köpfe, als ich zu singen begann, doch sang<br />
ich nicht, meine Kehle, ein Nest schlafender Vögel,<br />
erzitterte und vibrierte in einem schmählich<br />
verlockenden Fiepen und Trillern und Schluchzen.<br />
Da erhoben sie sich, der mit dem Stab,<br />
der mit Haken und Reusen, der mit dem Dolch,<br />
die dunklen Geschwister des Schicksals. Wer sah es zuerst?<br />
Oder einer hörte das hohe verzweifelte Schnauben<br />
aus den witternden Nüstern, die sich blähten<br />
nach der Fülle der Zitzen. O das Kalb. Es glitt,<br />
gescheckte Gespielin der stygischen Nymphen,<br />
hart neben dem Rumpf des Bootes. Rauhe Hände<br />
packten, Arme rissen, Schreie hievten es empor.<br />
Sein großes schwarzes Auge, wie es mich ansah,<br />
über den Rand aber drängte des Augapfels<br />
ein panischer Schnee. Sein gedunsener Körper pochte,<br />
die losen Hämmer der Hufe klopften auf das Holz<br />
den Totentanz eines Trunkenen. Jene aber wo,<br />
die Mutter, ihm der Liebe Errettung? Wir sahen<br />
rings nur ausgeatmetes Dämmern, eines Mondes<br />
zerrupfte Nelke, hörten nur das Klatschen der Wellen<br />
am Bug, dämonisch-monoton. Doch nah<br />
wie ein Gespenst trieb hinter uns, verfangen<br />
im Netz, das wir vergeblich ausgeworfen,<br />
den Pansen wie trächtig aufgequollen zwischen<br />
den todesstarren Hufen, Demeter, die Kuh.<br />
Der mit dem Dolch durchschnitt, nachdem vorm Stab<br />
er niedergekniet, die Leine, Urbild des Lebens<br />
entschwebte das Tier mit den Hörnern, schrecklich<br />
erhob die Flut ihm noch einmal Nüstern und<br />
den klaffenden Mund, draus schien die Zunge<br />
uns ewig Abschied zu winken. Alles verschluckte<br />
der Dunst, wurde Dunst, zerstob wie die Mythe<br />
in feinste Partikel der dunkelnden Luft, vom Hauch<br />
der Verwesung zu rostigem Blühen begeistet.<br />
So trieben wir auf Nachtmahrs Versen dahin.</p>
<p>&nbsp;</p>
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