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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Niemandes Lied lyrische Gedichte philosophische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Niemandes Lied</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2018 22:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Niemandes Lied lyrische Gedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Zwischen den Gestirnen ist dein Gesicht zerschellt. Leichter als der Schatten des Schilfrohrs, der zittert auf dem Wasser des Flusses, das unaufhaltsam dahinfließt, wiegt dein Leben. Was ist die Wärme der Flamme, die im Schneefeld züngelt und sich in der Nacht niederwehender Flocken verliert, gegen deinen leiser werdenden Atem, der das steinerne Bildnis behaucht, und [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/niemandes-lied/">Niemandes Lied</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwischen den Gestirnen<br />
ist dein Gesicht zerschellt.<br />
</em><br />
Leichter als der Schatten des Schilfrohrs,<br />
der zittert<br />
auf dem Wasser des Flusses,<br />
das unaufhaltsam dahinfließt,<br />
wiegt dein Leben.</p>
<p>Was ist die Wärme der Flamme,<br />
die im Schneefeld züngelt<br />
und sich in der Nacht<br />
niederwehender Flocken verliert,<br />
gegen deinen leiser werdenden Atem,<br />
der das steinerne Bildnis behaucht,<br />
und kein Lid tut sich ihm auf,<br />
ein Mund öffnet sich nicht.</p>
<p>Sei getrost.</p>
<p>Schon um die Ecke<br />
der engsten Gasse Babylons<br />
ist dein Name<br />
der Schatten einer Leiter<br />
(ihr fehlen etliche Sprossen)<br />
an der bröckelnden Mauer<br />
des Hinterhofs.</p>
<p>Sei getrost,<br />
dass du ein Niemand bist.</p>
<p>Die Zeit webt unablässig,<br />
Atemhauch um -hauch,<br />
an dem Tuch von Schnee,<br />
das weißer als das Vergessen<br />
duftloser als Blüten,<br />
von der alten Näherin<br />
auf den Saum des Schlafs gestickt,<br />
auf dein Antlitz herabsinkt.</p>
<p>Stiller als ein Tropfen<br />
vom Blatt herabfällt<br />
auf das weiche Schweigen<br />
aus Humus und Moos,<br />
versickert der Seufzer<br />
deines keimlosen Worts<br />
in die Furchen und Ritzen<br />
der allesverschlingenden Erde.</p>
<p>Sei getrost,<br />
dass du ein Niemand bist<br />
vor dem Nichts.</p>
<p>Rascher als das Spinnenweb,<br />
an dem noch Tropfen<br />
des Morgenlichts glimmen,<br />
ein Windstoß oder der Besen<br />
der runzligen Bäuerin<br />
niederfegen vom First,<br />
wo seine subtilen Muster<br />
Schwärme von Fliegen entzückten,<br />
weht das feingesponnene Netz<br />
deiner Sonnen- und Nacht-Gedanken<br />
zur fühllosen Erde<br />
herab.</p>
<p>Sei getrost.</p>
<p>Schon im Garten des Nachbarn,<br />
wo die Wespe im Becher<br />
des dösenden Kindes rudert<br />
und die überreifen Äpfel<br />
achtlos durch die Gräser rollen,<br />
kreist dein Gesicht<br />
ein zerrissenes Blatt<br />
auf dem fauligen Wasser der Tonne.</p>
<p>Sei getrost,<br />
dass du ein Niemand bist.</p>
<p>Die Glocken, die dort rufen,<br />
rufen keinen<br />
aus den Falten des Traumes hervor,<br />
und was da summt,<br />
ist kein Lied,<br />
das deine Lippen einmal noch rötet,<br />
es sind die Mücken,<br />
die über deine Stirne krabbeln,<br />
und deine Hand hebt sich vergebens,<br />
sie zu verscheuchen.</p>
<p>Sei getrost,<br />
dass du ein Niemand bist<br />
vor dem Nichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
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