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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Schrei und Silberschaum von Tönen Zeitgedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Schrei und Silberschaum von Tönen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 22:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schrei und Silberschaum von Tönen Zeitgedichte lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Einer schreit, als stecke ihm im Kopf ein Messer, schreiend geht er durch die Menschenmenge. Niemand dreht sich nach ihm um. * Die Schwermut lehnt sich aus dem Fenster, als wehe Duft der Sommernacht, und atmet Aschenrauch, Erinnerung. * Du schreist entsetzt: „Was stinkt hier so barbarisch?“ Es ist der Rachen eines Ungeheuers, worin dein [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/schrei-und-silberschaum-von-toenen/">Schrei und Silberschaum von Tönen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einer schreit, als stecke ihm im Kopf ein Messer,<br />
schreiend geht er durch die Menschenmenge.<br />
Niemand dreht sich nach ihm um.</p>
<p>*</p>
<p>Die Schwermut lehnt sich aus dem Fenster,<br />
als wehe Duft der Sommernacht,<br />
und atmet Aschenrauch, Erinnerung.</p>
<p>*</p>
<p>Du schreist entsetzt: „Was stinkt hier so barbarisch?“<br />
Es ist der Rachen eines Ungeheuers,<br />
worin dein heller Kopf ins Dunkel sinkt.</p>
<p>*</p>
<p>Auf der Bank sitzt, neben sich die Krücke,<br />
Sappho, Aphrodites runzliges Gespenst,<br />
und lallt obszöne Worte vor sich hin.</p>
<p>*</p>
<p>Rankengrüne Dämmerung,<br />
als gingen, die sich lieben,<br />
schweigend Hand in Hand<br />
durch eine Birkenlichtung.</p>
<p>*</p>
<p>Auf eines Putto runden Wangen,<br />
vom lauen Sommerabendwind<br />
in Sanssouci sanft weggewischt,<br />
gleisnerische Tränen.</p>
<p>*</p>
<p>Im Ohr der Müdigkeit,<br />
einer dunklen Grotte gleich,<br />
wo jäh die Nymphe taucht,<br />
Silberschaum von Tönen,<br />
die am Perlmutt der Lenden<br />
sanft verklingen.</p>
<p>*</p>
<p>Als Proselyten blutiger Mysterien<br />
kehrten kahlgeschoren sie aus Wien,<br />
Mann wie Weib, zu künden uns am Rhein,<br />
daß Sexus ohne Liebe einzig wahr,<br />
Liebe ohne Fick neurotisch sei.<br />
Noch immer hört im Kahn der Schiffer,<br />
sinkend in die Flut, das Lied der Loreley.</p>
<p>*</p>
<p>Krächzt die Krähe,<br />
schweigt die Nachtigall.</p>
<p>*</p>
<p>Gilt der Blinde auch als große Leuchte,<br />
gibt hier vor den hohen Takt der Taube,<br />
preist der Lahme Pindars Sonnenflug,<br />
zupft Euterpes Laute gichtiger Finger:<br />
Die vom Zotenschnaps gegerbte Zunge<br />
spuckt den Wein der Hymne aus.</p>
<p>*</p>
<p>Das Gift der Phrase<br />
tropft in die Honigwabe<br />
Hölderlins.</p>
<p>*</p>
<p>Im Frost der Nacht vereist<br />
Gesanges Purpurwolke<br />
zu einem dünnen Zapfen<br />
grauen Klirrens.</p>
<p>&nbsp;</p>
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